Do., 12.09.2019

Fotograf des Museums des Menschheit erhält Spende aus Warburg Timman übergibt Brillen an Iraker

Melek (Bildmitte) und ihre Schwester Zara (links) haben die Brillen bekommen. Darüber freute sich die Familie.

Melek (Bildmitte) und ihre Schwester Zara (links) haben die Brillen bekommen. Darüber freute sich die Familie. Foto: Ruben Timman

Warburg (WB). Ruben Timman, Fotograf des Museums der Menschheit, ist in den Irak gereist. Dort übergab er einem Mädchen, deren Portätfoto Teil der Warburger Ausstellung ist, und ihrer Schwester eine Brille.

Die beiden Mädchen leiden an Albinusmus und haben sehr lichtempfindliche Augen. Daher benötigen sie spezielle Brillen. Solche Sonderanfertigungen sind im Irak nicht erhältlich, heißt es in der Pressemitteilung. Seit dem Jahr 2016, als der Niederländer im Irak das Foto geschossen hatte, wollte er den jungen Frauen helfen. Nach drei Jahren des Wartens hat das nun geklappt. Auch dank einer Geldspende aus Warburg.

Anonyme Spenderin

»Die Spenderin möchte anonym bleiben«, wird Timman in der Pressemitteilung zitiert. »Ich danke ihr sehr.« Ein niederländisches Magazin hatte die Reise ebenso unterstützt. Im Irak hatte ein Optiker die Augen der Mädchen vermessen und die Daten an Timman geschickt, so dass die zwei Brillen in den Niederlanden gefertigt werden konnten.

Die Reise in den Irak war für Timman und seine drei Begleiter (einen Journalisten, einen Kameramann und einen Regisseur) nicht einfach. An Teilen der Strecke liegen noch Straßenbomben des IS, heißt es in der Mitteilung. Timmans Team musste sich auf die Ortskenntnisse des einheimischen Übersetzers Rabi verlassen.

Timman durfte durch

Das gelang. Sie passierten die Straßen unbeschadet. Und als Grenzwachen das Team zurückschicken wollten, war es der sozial gut vernetzte Rabi, der das entscheidende Telefonat führte. Timman: »Er hat den Bischof von Karakosch angerufen.« Der Bischof habe daraufhin alles Nötige organisiert und die Grenzwächter telefonisch angewiesen, Timman und sein Team durchzulassen.

Bei der Übergabe der Brillen habe die mittlerweile zehn Jahre alten Melek lange vor Freude geweint. Ihre Familie musste 2016 vor dem IS in ein Flüchtlingscamp fliehen. Das Haus nutzte der IS als Stützpunkt, Meleks Zimmer war die Kommandozentrale, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Nun hat die Familie es wieder. Dauerhaft wollen sie dort nicht mehr wohnen. Die Christen, zu denen Meleks Familie gehört, werden immer mehr verdrängt.

3800 Menschen fotografiert

Für sein Fotoprojekt Museum der Menschheit hat der Niederländer Ruben Timman weltweit etwa 3800 Menschen fotografiert. Die Porträts sollen zeigen, dass jeder Mensch Würde in sich trägt und es verdient, würdevoll behandelt zu werden – egal welche Herkunft er hat. Eine Auswahl seiner Bilder ist als Freilichtausstellung in der Warburger Innenstadt zu sehen. Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Oktober dieses Jahres zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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