Sa., 21.09.2019

Neuer Bildungscampus in Brakel auf dem Weg Handwerk stellt sich modern auf

Das Bildungszentrum am Bohlenweg in Brakel ist baulich und inventarisch in die Jahre gekommen. Daher sehen die Planer einen Neubau als einzig tragbare Lösung an.

Das Bildungszentrum am Bohlenweg in Brakel ist baulich und inventarisch in die Jahre gekommen. Daher sehen die Planer einen Neubau als einzig tragbare Lösung an. Foto: Frank Spiegel

Von Sabine Robrecht

Kreis Höxter/Brakel (WB). Ein modernes, leistungsfähiges und junge Fachkräfte ansprechendes Ausbildungsangebot im Handwerk sicherzustellen: Mit diesem Ziel will die Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg ihr Bildungszentrum am Bohlenweg in Brakel am bestehenden Standort neu errichten.

Im Kreis- und Finanzausschuss sind der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dominik Rüther, und GfW-Chef Michael Stolte bei der Vorstellung dieses ambitionierten Neubauvorhabens auf einhellige Zustimmung gestoßen. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sei ein solches Vorhaben nur zu begrüßen, sagte Robert M. Prell (FDP). Gisbert Bläsing (Grüne) sprach von einem »Pilotprojekt in der Mitte unseres Kreises«. Der Neubau sei ein sichtbares Zeichen für ein zukunftsfähiges Handwerk.

Genau das führt die Kreishandwerkerschaft auch im Schilde. »Im neuen Bildungszentrum wird Ausbildung im Handwerk modern, ansprechend und auf einem hohen technischen Ausstattungsniveau präsentiert«, erläuterte Dominik Rüther.

Inventar in die Jahre gekommen

Der Neubau sei unumgänglich, konstatierte Michael Stolte, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW), mit der die Kreishandwerkerschaft bei der Planung des Großprojekts zusammenarbeitet. Der Investitionsstau im bestehenden Gebäude sei erheblich. »Das Inventar ist in die Jahre gekommen.« Hinzu kämen das Raumkonzept der Werkstätten sowie Sozial- und Sanitärräume und das Lager. »Eine Renovierung wäre nicht tragfähig«, resümierte Stolte. Den Investitionsstau in dem hauptsächlich für die überbetrieblichen Ausbildungen in den Berufen Elektro, Metall, Sanitär-Heizung-Klima und Tischler genutzten Bildungszentrum beziffert Dominik Rüther mit etwa zwei Millionen Euro.

Neben der überbetrieblichen Ausbildung komme das Bildungszentrum nach dem Neubau auch für Meisterkurse in Frage. Noch müssten angehende Meister weit fahren. »Das Raumkonzept sieht eine Multifunktionalität für verschiedenste Bildungsgänge vor. Gemeinsame Lehrkonzepte und Bildungsmaßnahmen können umgesetzt werden.« Der Kreis Höxter erhalte alles in allem eine moderne, zukunftsweisend ausgestattete Bildungsstätte für handwerkliche Berufe, zeigte Landrat Friedhelm Spieker Flagge.

Berufskolleg bleibt im Boot

Das Berufskolleg Kreis Höxter bleibe wie bisher im Boot, informierte Dominik Rüther im Ausschuss. Die Schule nutze jetzt schon 30 Prozent der Räume und sei interessiert, die Zusammenarbeit auszuweiten. »Der Entwicklungsprozess geht nur gemeinsam mit dem Berufskolleg«, signalisierte Michael Stolte. Entsprechend sei die Schulleitung bei allen Planungssitzungen dabei.

Eine weitere Synergie sieht die Kreishandwerkerschaft im Bereich der eigenen Organisation. Perspektivisch stehe die Idee im Raum, dass die Geschäftsstelle samt Verwaltung und Weiterbildung von der Industriestraße an den Bohlenweg umzieht. »Dann wäre das Handwerk geballt an einem Standort.«

Neue Gebäude sollen dreistöckig werden

Die beiden neuen Gebäude sollen, so Dominik Rüther, nach derzeitiger Planung dreistöckig errichtet werden und sich in Höhe und Fassadengestaltung an die Architektur des Kreis-Berufskollegs anpassen. Entstehen sollen die Neubauten auf dem bestehenden Grundstück und einem Nachbarareal. Hier kommt jetzt der Kreis ins Spiel. Ihm gehört das Nachbargrundstück. An die Bundesförderung, die für das Projekt beantragt werden soll, ist aber das Eigentum am Grundstück als Bedingung geknüpft. »Die Zuschüsse fließen nur, wenn das Eigentum für beide Grundstücke besteht«, erläuterte Michael Stolte. Der Kreis- und Finanzausschuss empfahl daher dem Kreistag, den Weg frei zu machen und die Verwaltung zu beauftragen, mit der Kreishandwerkerschaft Vertragsverhandlungen aufzunehmen, um die nötigen Grundstücke für den Campus zur Verfügung zu stellen.

Die Fördermittel stammen aus dem Regionalen Wirtschaftsprogramm NRW. Der fördertechnische Sonderstatus für das Handwerk sieht eine Kofinanzierung durch den Bund vor. Es stehen also 60 Prozent Bundesmittel und 20 Prozent Landesmittel für die Gebäude in Aussicht. Hinzu kommen im Zuge der Förderung der digitalen Ausstattung für überbetriebliche Berufsbildungsstätten 90 Prozent Bundesmittel. Die Eigenanteile werden von der Kreishandwerkerschaft und den betroffenen Innungen erbracht.

Zeitplan sieht Eröffnung Anfang 2023 vor

Anfang 2023 soll das neue Bildungszentrum der Kreishandwerkerschaft in Betrieb gehen. Das sieht der Zeitplan vor, den die Projektbeteiligten abgesteckt haben. Die Klärung der Grundstückssituation mit dem Kreis, die jetzt auf der Agenda steht, ist auf einem guten Weg. Bis Ende des Jahres oder spätestens in ersten Quartal 2020 sollen dann die Fördermittel beantragt werden. Dominik Rüther und Michael Stolte gehen davon aus, dass die wesentlichen Förderbescheide für die baulichen Maßnahmen und das Inventar bis zum dritten Quartal 2020 vorliegen. Ende des kommenden Jahres sollen die Arbeiten dann starten. Das Kostenvolumen stehe noch nicht fest, weil gerade eine Baukostenschätzung erstellt werde.

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