Do., 10.10.2019

Feuerwehr Warburg schafft als erste Wehr im Kreis ein Fluggerät an – Zuckerfabrik zahlt Drohne soll Glutnester finden

Die Drohne zeigen (von links) Ludwig Amrehn (Maschinenmeister Zuckerfabrik), Markus Müller (stellvertretender Leiter Feuerwehr Warburg), ­Jürgen Rabbe (Leiter Feuerwehr Warburg), Drohnenpilot Franz Bäumer und Dr. Stefan Mondel (Werksleiter Zuckerfabrik).

Die Drohne zeigen (von links) Ludwig Amrehn (Maschinenmeister Zuckerfabrik), Markus Müller (stellvertretender Leiter Feuerwehr Warburg), ­Jürgen Rabbe (Leiter Feuerwehr Warburg), Drohnenpilot Franz Bäumer und Dr. Stefan Mondel (Werksleiter Zuckerfabrik). Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Warburg (WB). Menschen suchen, Glutnester aufspüren, unzugängliche Bereiche erkunden: diese und andere Aufgaben kann die neue Drohne der Feuerwehr Warburg übernehmen. Die Einheit ist die erste im Kreis Höxter, die nun so ein Fluggerät angeschafft hat. Bezahlt hat es die Zuckerfabrik.

Die Idee dazu sei vor etwa zwei Jahren entstanden, erklärt Dr. Stefan Mondel, Werksleiter der Zuckerfabrik. »Wir wollten Warburg etwas Gutes hinterlassen«, sagt er. »Und sowas braucht man heutzutage in der Feuerwehr.« Davon habe sich Mondel im Juni 2017 überzeugen können, als die Zuckerfabrik in Ochsenfurt (Landkreis Würzburg) gebrannt habe.

Südzucker will Warburg etwas Gutes hinterlassen

Bei diesem Großbrand hätten Feuerwehrleute zur Erkundung ebenfalls eine Drohne genutzt. Aufgrund dieser Erfahrung und der jahrzehntelangen guten Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Zuckerfabrik sei schließlich die Entscheidung gefallen, der Wehr eine 3500 Euro teure Drohne des Typs Yuneec Typhoon H zu sponsern.

Seit September ist das Fluggerät im Dienst. Es wurde bewusst ausgewählt. Mit seinen sechs Rotoren ist eine stärkere Ausfallsicherheit gegeben, als mit üblichen Vier-Rotor-Drohnen. Zudem verfügt das Gerät neben einer normalen Kamera auch über eine Wärmebildkamera, mit der Hitzequellen sichtbar gemacht werden können. Das können Glutnester sein, aber auch Vermisste.

Laut Jürgen Rabbe, Leiter der Feuerwehr Warburg, gebe es für das Fluggerät viele Einsatzmöglichkeiten. »Wie sieht es etwa bei einem Waldbrand vor Ort aus? Wie hat sich das Feuer ausgebreitet? Wo sind Menschen? Hier kann die Drohne helfen«, sagt er. Auch in Innenräumen, zum Beispiel in Werkshallen, könne die Drohne fliegen.

Kamerabild in Echtzeit auf dem Bildschirm

Zumal die Maschine mit einem Gewicht von 1,9 Kilo klein und handlich und obendrein schnell startklar ist – und das Kamerabild in Echtzeit auf einen Bildschirm am Boden überträgt. 20 Minuten lang könne sie mit einer Akkuladung in der Luft sein. Auch bei Wind halte sie ihre Position. Flughöhen bis 120 Meter Höhe seien möglich. Zudem werde über Erweiterungsmodule nachgedacht, wie zum Beispiel Gasmessgeräte.

Zum Vergleich: Die Drehleiter der Feuerwehr Warburg, von der aus sich die Helfer bisher einen Überblick über das Geschehen verschaffen können, ist ausgefahren »nur« 30 Meter hoch. Zudem benötigt das große Fahrzeug einen festen Untergrund als Standort und Platz, die Drohne wiederum nur eine kleine Plane, zum Starten und Landen.

AG Drohne/Lufterkundung ins Leben gerufen

Zum Betrieb der Drohne hat die Wehr eine eigene Arbeitsgemeinschaft Drohne/Lufterkundung ins Leben gerufen. Ihr gehören zurzeit acht Feuerwehrleute an. Sie sind die Drohnenpiloten. Deren Aus- und Fortbildung organisiert Feuerwehrmann Franz Bäumer.

Geplant ist, dass sich im Einsatz mindestens zwei Personen um die Drohne kümmern. Damit der Pilot ungestört fliegen kann, kümmert sich ein zweiter Helfer derweil um alles Organisatorische. Geklärt wird noch, wo die Drohne künftig stationiert wird.

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