Do., 17.10.2019

Warburg-Wormelner Eltern ärgern sich – BVO will Linie prüfen Alles wartet auf den Bus

Eltern und Kinder in Warburg-Wormeln sind ärgerlich über die Busfahrzeiten. Sie beklagen, dass die Kinder zu spät zur Grundschule und wieder nach Hause kommen.

Eltern und Kinder in Warburg-Wormeln sind ärgerlich über die Busfahrzeiten. Sie beklagen, dass die Kinder zu spät zur Grundschule und wieder nach Hause kommen. Foto: Jürgen Vahle

Von Jürgen Vahle

Warburg (WB). Wer zu spät zum Unterricht kommt, kriegt einen Eintrag ins Klassenbuch. Das gilt aber nicht für die Mädchen und Jungen aus Warburg-Wormeln, die die Graf-Dodiko-Schule besuchen. Die kommen regelmäßig zu spät zu Mathe, Deutsch oder Sachkunde. Und weder sie noch ihre Eltern können etwas dafür.

Grund ist der eng gesteckte Fahrplan des Busses, der die Kinder morgens in der Ortsmitte abholt. »Der fährt so knapp, dass schon das kleinste Problem im morgendlichen Verkehr dazu führt, dass die Erst- bis Viertklässler es nicht pünktlich an den Dodiko-Weg schaffen«, ärgern sich die Eltern.

Zeitraubende Stadtrundfahrt

7.53 Uhr soll der Bus in der Ortsmitte abfahren, 8.05 beginnt der Unterricht. 13 Minuten zwischen Wormeln und Warburg ist eigentlich kein Problem. Aber die Kinder bekommen erst noch eine zeitraubende Stadtrundfahrt.

Von Wormeln aus geht es durch die Warburger Altstadt den Burggraben hoch und ohne Stopp vorbei an der Graf-Dodiko-Schule bis zum Kreisel am Paderborner Tor und weiter Richtung Falkschule. Dort ist der erste Stopp.

Dann setzt der Bus seine Fahrt fort über die Papenheimer Straße bis zur Obi-Kreuzung. Dort biegt er wieder Richtung Warburg ein, fährt einen Schlenker zum Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg und rollt am Schulzentrum vorbei. Dann geht es zurück durch den Kreisel Paderborner Tor und schließlich zur Graf-Dodiko-Schule, wo die Kinder aussteigen, beschreiben die Eltern.

Eltern bilden Fahrgemeinschaften

»Oft hat der Unterricht dann schon begonnen oder die Kinder kommen so knapp, dass sie völlig gehetzt in die Klasse platzen«, sagt Julia Kersken, deren Tochter Philippa die Dodiko-Schule besucht.

Als Konsequenz haben sich in Wormeln Eltern schon zu privaten Fahrgemeinschaften zusammengeschlossen. »Mit Blick auf die Umwelt und die Parksituation rund um die Dodiko-Schule kann das ja nicht die Lösung sein«, ärgert sich Julia Kersken. Sie und die übrigen Eltern fragen sich, warum der Bus nicht einfach zehn Minuten früher angesetzt wird. »Dann wäre das Problem beseitigt«, berichten die Eltern unisono.

Unkalkulierbar sei übrigens auch die Rückfahrt der Busse. Je nachdem welche Route die Linien nimmt, kommen die Kinder um 11.50 oder um 12.10 Uhr wieder in Wormeln an. Mal chauffiert der Bus die Kinder über Germete und Welda nach Wormeln, an einem anderen Tag sind sie 20 Minuten früher wieder zurück, weil diesmal die Strecke Wormeln, Welda Germete genommen wird.

»Eine Regel haben wir noch nicht erkannt.«

»Eine Regel haben wir noch nicht erkannt. Oft warten die Eltern vor allem der Erst- und Zweitklässler, die oft noch vom Bus abgeholt werden, 20 Minuten in der Ortsmitte auf die Kinder«, ärgert sich nicht nur Julia Kersken, sondern auch andere Väter und Mütter.

Birgitt Vonde, Leiterin der Dodiko-Schule, kann den Ärger verstehen, den es bereits seit zwei Jahren gebe. Zwar werde keine Klassenarbeit und kein Test begonnen, bevor nicht auch die Wormelner Kinder im Haus seien. Und längst nicht an jedem Tag seien die Wormelner zu spät – aber es komme schon vor.

Bei der Rückfahrt hänge es davon ab, ob aufgrund der zu erwartenden Schülerzahlen von anderen Schulen noch weitere Busse eingesetzt werden. Die Graf-Dodiko-Schule habe wiederholt auf das Problem der Wormelner Kinder aufmerksam gemacht. »Mehr können wir auch nicht tun.«

Buslinien-Betreiber will nachprüfen

Warburgs Schulamtsleiter Olaf Krane ist allerdings überrascht von den Problemen, glaubt aber schon, dass es da eine Lösung geben kann. »Wir zahlen als Stadt dafür, dass die Kinder pünktlich zur Schule kommen.« Er will noch einmal das Gespräch mit dem Betreiber der Linie, der BahnBus Hochstift GmbH (BVO) suchen.

Auch die zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung kompromissbereit und wundert sich: »Wir fahren diese Linie seit Jahren, da sind uns noch nie Probleme gemeldet worden«, berichtet Unternehmenssprecher Torsten Schreckenberg.

Das Unternehmen will sich die Strecke jetzt noch einmal anschauen: »Für solch kleinere Probleme finden wir schnell Lösungen.« Auch die Probleme bei der Rückfahrt nach Wormeln will Schreckenberg noch einmal unter die Lupe nehmen lassen.

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