Jahrtausende alte Tradition: Hans-Jürgen Kugland fertigt wertvolle Damaszener-Messer
Kunstvolle Klingen aus scharfem Stahl

Warburg (WB). In der kleinen Schmiede an der Altstädter Angertwete scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Flammen züngeln aus dem alten Schmiedeofen. Hier erhitzt Hans-Jürgen Kugland das Rohmaterial aus Stählen unterschiedlicher Härte und Elastizität. Daraus fertigt er seit 25 Jahren kunstvoll gestaltete Jagd- und Kochmesser aus bis zu 450 Schichten Stahl – die Hajukus. Gefertigt in Jahrtausende alter Damaszener-Stahl-Tradition.

Mittwoch, 23.10.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 16:50 Uhr
In seinem Schmiedeofen in der Altstädter Angertwete erhitzt Hans-Jürgen Kugland das Rohmaterial aus Stählen unterschiedlicher Härte und Elastizität. Daraus fertigt er seit 25 Jahren kunstvoll gestaltete Jagd- und Kochmesser Foto: Ralf Benner
In seinem Schmiedeofen in der Altstädter Angertwete erhitzt Hans-Jürgen Kugland das Rohmaterial aus Stählen unterschiedlicher Härte und Elastizität. Daraus fertigt er seit 25 Jahren kunstvoll gestaltete Jagd- und Kochmesser Foto: Ralf Benner

Das Schmiedehandwerk liegt bei ihm seit 1909 in der Familie. Bereits Kuglands Großvater war Schmied, ebenso sein Vater Bruno Kugland. Bei ihm erlernte Hans-Jürgen Kugland von 1971 bis 1974 den alten Handwerksberuf und arbeitete viele Jahre als Kunstschmied und Bauschlosser im elterlichen Betrieb. »Die Schmiede war schon als Kind meine Welt«, erinnert sich der heute 62-Jährige.

Bei Jagdreisen in den USA getestet

Jahrtausende alte Tradition: Kunstvolle Messer aus Damaszener-Stahl

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Sein Hobby, das Jagdbogenschießen, inspirierte ihn schon früh zur Herstellung eigener Jagdspitzen, Messer und Beile, die dann bei zahlreichen Jagdreisen in den USA ihre Erprobung fanden.

Schon immer an der altehrwürdigen Kunst des Damastschmiedens, an den faszinierenden Klingen »aus Feuer und Stahl«, interessiert, begann er 1994 mit der Herstellung der Messer. Das Damastschmieden wurde zu einer Leidenschaft, die ihn nicht mehr loslässt.

TV-Köche und Leibwächter kaufen ein

Mittlerweile werden seine Jagd- und Kochmesser weltweit geschätzt und verkauft. Zu seinen Kunden, die zwischen 360 und 2500 Euro für ein Exemplar zahlen, zählen nicht nur prominente TV-Köche, sondern auch der Leibwächter des saudischen Königs.

In schweißtreibender Handarbeit werden von Kugland Stähle unterschiedlicher Härte und Legierung wechselweise zu einem Paket geschichtet und miteinander verbunden. Auf diese Weise werden extrem harte Kohlenstoffstähle mit Stählen von hoher Zähigkeit und Standfestigkeit kombiniert. Durch vielfaches Falten steigert sich die Zahl der Lagen.

Jedes Messer ist ein Unikat

Durch bestimmte Schmiedetechniken entstehen dann die typischen Wellen- und Rosenmuster, die nach dem Schleifen, Polieren und Ätzen mit speziellen Säuren als dekorative Muster in der Fläche erscheinen. Auf diese Weise entstehen kunstvolle und rasiermesserscharfe Messerklingen. »Im Gegensatz zu industriell produzierter Massenware ist jedes meiner Messer ein Unikat«, sagt Hans-Jürgen Kugland.

Kugland, der viele Jahre als Damaszenerschmied im Nebenerwerb tätig war, hat sich 2014 selbstständig gemacht. Er fertigt nicht nur Messer für Sammler, Köche und Jäger an, sondern arbeitet auch Meißel, Spitzhacken oder Stemmeisen auf oder schärft Küchenmesser nach. Interessierte können sich bei ihm gerne unter Telefon 0172/6419836 melden oder unter www.hajuku.com .

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