Susanne Krekeler bekommt für nachdenkliche Worte viel Applaus
»Bleiben wir wachsam«

Warburg (WB). In vielen Orten des Warburger Landes ist am Wochenende der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht worden. Die zentrale Volkstrauertagsfeier für das Warburger Stadtgebiet fand auf dem Burgfriedhof statt. Susanne Krekeler, Leiterin des Hüffertgymnasiums, hielt die Gedenkrede – und bekam für ihre Worte erst zaghaften, dann kräftigen Applaus.

Montag, 18.11.2019, 04:56 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 09:34 Uhr
Offiziere des Warburger Schützenvereins und der Reservistenkameradschaft legten in der Gedenkstätte im Sackturm Kränze nieder. Der Heimatverein hatte den Raum unterhalb des historischen Stadtturms im Vorfeld gereinigt und gestrichen. Foto: Jürgen Vahle
Offiziere des Warburger Schützenvereins und der Reservistenkameradschaft legten in der Gedenkstätte im Sackturm Kränze nieder. Der Heimatverein hatte den Raum unterhalb des historischen Stadtturms im Vorfeld gereinigt und gestrichen. Foto: Jürgen Vahle

Dass am Volkstrauertag geklatscht wird, ist nicht üblich. Doch die Worte der Oberstudiendirektorin trafen. Susanne Krekeler machte deutlich, dass nicht nur an Millionen unschuldiger Opfer der Weltkriege und der NS-Diktatur, sondern auch an die Opfer radikaler Gewalt in der jüngeren Geschichte erinnert werden müsse. Eine lebendige Erinnerungskultur sei mit Blick auf aktuelle Kriege in der Welt sogar zwingend notwendig. »Gewalt und Unterdrückung haben weltweit eine beispiellose Wanderbewegung in Gang gesetzt. Auch die Folgen des Klimawandels werden sich verschärfend auf die geopolitischen Konflikte auswirken«, analysierte Susanne Krekeler.

Sie warnte: »Nach einem langen Zeitraum der wirtschaftlichen und politischen Stabilität in einem friedlichen Europa erleben wir gerade eine gegenteilige Entwicklung, die vom erstarkenden Nationalismus geprägt ist.«

Der Brexit erweise sich beispielsweise als »gefährliches Spiel von Demagogen«, der Diskurs, der die Gesellschaft in seiner Entwicklung vorantreibt, werde bewusst ausgehebelt«, machte die Schulleiterin deutlich. Aufgabe des Bildungssystems sei es, solchen bewussten Manipulationen, Desinformationen und Fake News entgegenzuwirken.

Zentrale Feier zum Volkstrauertag in Warburg

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Ein gutes Beispiel, wie das gelingen könne, sei die Fahrt der drei weiterführenden Warburger Schulen unlängst in die belgische Partnerstadt Legedem gewesen. Von einem Besuch des Soldatenfriedhofs Menen Wald seien die jungen Leute tief bewegt zurückgekehrt.

»Im Sinne der Väter des Grundgesetzes«

Auch der Rechtsausschusses im Bundestag habe jetzt Flagge gezeigt und seinen Vorsitzenden (von der AfD) abgewählt, dem Anstand, Respekt und Würde für das Amt gefehlt hätten. »Ich denke, dass dieses Verhalten ganz im Sinne der Väter des Grundgesetzes ist«, sagte sie, denn die Meinungsfreiheit des einzelnen ende immer dort, wo andere beleidigt, gedemütigt und diffamiert würden.

Der Ton in der Gesellschaft sei auch und gerade im Bereich der digitalen Kommunikation schärfer geworden und bilde den Nährboden für eine zunehmende sprachliche Verrohung und Abstumpfung. »Bleiben wir wachsam«, mahnte Susanne Krekeler.

Nur etwa 20 Zuschauer

Der Warburger Schützenverein, THW, Feuerwehr, Reservistenkameradschaft, Männerchor Warburg, Chorgemeinschaft Warburg-Bonenburg, das Stadt- und Jugendorchester sowie der stellvertretende Bürgermeister Heinz-Josef Bodemann aus Calenberg gestalteten die Feier mit. Etwa 100 Teilnehmer waren zusammengekommen, allerdings kaum mehr als 20 Zuschauer.

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