Zimmerermeister Daniel Bräuer kauft sich die ausrangierte Brakeler Drehleiter
Rimbecks feuerroter Hubsteiger

Warburg (WB). Oberfeuerwehrmann Daniel Bräuer hat sich einen eigenen Einsatzwagen gekauft. Könnte man meinen. Tatsächlich besitzt das Mitglied des Löschzuges West seit ein paar Wochen eine ausgediente Drehleiter. Der Zimmerermeister nutzt sie für seinen Betrieb – als Hubsteigerersatz.

Dienstag, 19.11.2019, 12:42 Uhr aktualisiert: 19.11.2019, 13:32 Uhr
Ein Traum in Feuerrot: Die ausrangierte Drehleiter der ­Feuerwehr Brakel hat Daniel Bräuer gekauft. Der 29 Jahre alte Rimbecker nutzt das ehemalige Rettungsfahrzeug als Hubsteigerersatz. Bis in 30 Meter Höhe kann der Zimmerermeister damit vordringen. Den Wagen kann man auch mieten. Foto: Daniel Lüns
Ein Traum in Feuerrot: Die ausrangierte Drehleiter der ­Feuerwehr Brakel hat Daniel Bräuer gekauft. Der 29 Jahre alte Rimbecker nutzt das ehemalige Rettungsfahrzeug als Hubsteigerersatz. Bis in 30 Meter Höhe kann der Zimmerermeister damit vordringen. Den Wagen kann man auch mieten. Foto: Daniel Lüns

Sturmschäden beseitigen, Montagearbeiten – manche Aufgaben müssen eben in großer Höhe erledigt werden. »Aber selbst gebraucht sind Hubsteiger noch sehr teuer«, erklärt der 29-Jährige Der Warburg-Rimbecker recherchierte im Internet.

In Brakel springt der Funke über

Rimbecker kauft ausgediente Drehleiter

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Dort fand er einen anderen Feuerwehrmann in der Nähe von Ulm, der privat eine Drehleiter nutzte. Bräuer war Feuer und Flamme. In Brakel sprang der Funke schließlich über.

Dort wurde die 34 Jahre alte Drehleiter durch einen neuen Wagen ersetzt. Sie stand zum Verkauf. Bräuer schaute sich den Wagen an und meldete Interesse an. »Die Verwaltung hat dann nachgeschaut, ob ein Verkauf an einen Privatmann einfach so geht«, erinnert er sich.

Schließlich gab es aber grünes Licht, auch über den Preis wurde man sich schnell einig. Seitdem ist Daniel Bräuer stolzer Besitzer des ehemaligen Rettungsgerätes.

Blaulicht mit Sprühfarbe gefärbt

Organisatorisch musste natürlich Einiges verändert werden. So ließ die Stadt Brakel etwa Martinshorn, Funkgerät und Schriftzüge entfernen, ebenso die verladene Ausrüstung. »Das Blaulicht habe ich dann mit Sprühfarbe schwarz gefärbt.«

Bei der Zulassungsstelle in Warburg wurde das einstige Sonder-KFZ schließlich zu einem selbstfahrenden Arbeitsgerät umgeschrieben. Dank seines Lastwagen-Führerscheins kann Daniel Bräuer selbst hinter dem Steuer Platz nehmen.

Etwa zehn Mal ist die Drehleiter seitdem schon ausgerückt, um Holzbau-, Zimmerei- oder Dacharbeiten zu erledigen. Wenn der 29-Jährige zu einem Termin fährt, kann er sich der Aufmerksamkeit der Passanten sicher sein.

14 Tonnen Gewicht, 191 PS

»Die Menschen sind überrascht. ›Brennt’s denn?‹ oder ›Was ist denn passiert?‹ höre ich dann«, erklärt Bräuer. Kinder bleiben mit ihren Eltern stehen und schauen dem Wagen bei der Arbeit zu. Und beim Rangieren würden viele Verkehrsteilnehmer auffällig Rücksicht nehmen.So einen Hubsteiger sieht man eben nicht alle Tage.

14 Tonnen Gewicht bringt das Gerät, Baujahr 1985, auf die Waage. 191 PS treiben das Gefährt an. Und wer das einstige Rettungsgerät selbst einmal auf dem Hof haben möchte, der kann es sogar mieten.

Denn mit dem ehemaligen Rettungsgerät lassen sich ja allerlei Höhenarbeiten erledigen, von der Wartung der Fotovoltaikanlage bis hin zur Baumpflege. »Aber vermietet wird es nur mit Fahrer. Das ist einfach zu speziell«, sagt Bräuer. »Anfragen für Hochzeiten hatte ich übrigens noch nicht.«

Interesse an Warburger Drehleiter

Auf langfristige Sicht kann sich der Rimbecker gut vorstellen, seinen Fuhrpark zu erweitern. Für den Fall, dass die aktive Drehleiter der Feuerwehr Warburg einmal verkauft werden sollte, habe er bereits Interesse angemeldet.

»Dann könnte man ja auch technisch etwas aufrüsten«, sagt er mit einem Augenzwinkern. Die Warburger Drehleiter hat nämlich »nur« 19 Jahre auf dem Buckel.

  • Kontakt zu Daniel Bräuer über Telefon 01520/6237410.

Wagen darf noch ausrücken

Dürfte die ehemalige Brakeler Drehleiter – trotz ihrer privaten Nutzung – in höchster Not auch wieder zu Feuerwehreinsätzen ausrücken? »Ja«, sagt Warburgs Wehrführer Jürgen Rabbe. Das sei durch das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) geregelt.

»Als Feuerwehr darf man im Einsatz auch Gegenstände und Geräte von Zivilpersonen hinzuziehen. Für den Ausfall oder Schäden zahlt die Stadt«, erklärt Rabbe. Allerdings besitzt die Wehr schon eine Drehleiter. Und Einsätze, in denen noch eine zweite nötig ist, seien selten. Zuletzt sei das im Juli 2018 der Fall gewesen, als es in einer Dachgeschosswohnung am Rotthof in Warburg brannte.

Damals war die Drehleiter der Feuerwehr Bad Arolsen mit ausgerückt. Im Umkreis gebe es zudem noch weitere Fahrzeuge, die im aktiven Dienst stehen: Auch die Drehleitern der Wehren aus Marsberg, Beverungen, Bad Driburg, Brakel oder Lichtenau könnten angefordert werden.

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