Mi., 04.12.2019

Warburger Familie investiert – Arbeiten am neuen Cineplex-Kino gehen gut voran Familie Schlinker baut in Brilon

Ute, Judith und Dr. Heribert Schlinker freuen sich, dass der Bau ihres Cineplex-Kinos in Brilon so gute Fortschritte macht. Im Sauerland investiert die Familie in ein Gebäude mit fünf Kinosälen und 800 Sitzplätzen.

Ute, Judith und Dr. Heribert Schlinker freuen sich, dass der Bau ihres Cineplex-Kinos in Brilon so gute Fortschritte macht. Im Sauerland investiert die Familie in ein Gebäude mit fünf Kinosälen und 800 Sitzplätzen. Foto: Jürgen Vahle

Von Jürgen Vahle

Warburg/Brilon (WB). Im Sauerland sind die Winter hart. Jedenfalls deutlich härter als im Warburger Land. Daher haben die Mitarbeiter der Warburger Baufirma Nolte in den vergangenen Wochen ordentlich aufs Gas getreten. Bis Weihnachten sollen die Decken auf dem neuen Cineplex-Kino in Brilon dicht sein, hofft Architekt Benjamin Beltz.

Die Warburger Familie Schlinker baut in der sauerländischen Kleinstadt (25.500 Einwohner) seit dem Frühjahr ihr zweites Cineplex: fünf Säle, 800 Sitze, 200 Parkplätze für Autos und die Option, noch einmal um zwei weitere Kinosäle zu erweitern.

Familie investiert sechs Millionen Euro in Brilon

Das Sechs-Millionen-Euro-Projekt ist auf einem guten Weg, die Eröffnung ist für den Frühling geplant. 150.000 Besucher sollen dann pro Jahr spannende Stunden in einem der bequemen Kinosessel erleben – 20.000 mehr als in Warburg, wo die Familie Schlinker am Oberen Hilgenstock acht Säle betreibt.

Suche nach einem zweiten Standort erfolgreich beendet

Schon lange trugen sich Dr. Heribert Schlinker und seine beiden Töchter Judith und Ute mit dem Gedanken, ein zweites Kino-Standbein aufzubauen.

Die Stadt Brilon war schon seit fünf Jahren im Fokus. Aber auch andere Orte wie Korbach oder Höxter wären in Betracht gekommen.

Nachdem die Planungen in Höxter-Stahle (wie mehrfach berichtet) nicht realisiert werden konnten und sich in Korbach bereits ein anderer Investor gefunden hatte, wurden im vergangenen Jahr in Brilon Nägel mit Köpfen gemacht.

Gutachten stellt Erfolg des Projektes in Aussicht

Grundlage war ein Gutachten, das die Familie Schlinker in Auftrag gegeben hatte und das einen guten wirtschaftlichen Erfolg des Projektes in Aussicht stellt. „Wir haben einen Ort gesucht, an dem es kein Kino gibt und der auch ein ausreichend großes Einzugsgebiet hat“, berichtet Ute Schlinker am Dienstag bei einem Pressetermin an der Baustelle.

In Brilon hatte 2007 das letzte Kino geschlossen, das allerdings auch nur einen Saal hatte, berichtet Reinhold Huxoll, 1. Beigeordneter der Stadt.

Seither habe es vor allem bei jüngeren Bürgern den Wunsch nach einem neuen Kino gegeben.

Dass mit der Familie Schlinker nun jemand investiere, der etwas vom Geschäft versteht, sei „ein absoluter Glücksfall“, berichtet Huxoll. Die Stadt habe daher auch alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit das Projekt gelingen könne.

Hier entsteht der große Kinosaal mit 300 Plätzen. Die Eröffnung ist für das Frühjahr geplant. Derzeit werden die Decken abgedichtet. Foto: Jürgen Vahle

Gebaut wird das Gebäude, das nicht nur die Kinosäle, sondern auch ein Foyer und zwei Wohnungen für das Personal enthält, auf ehemaligem Kirchenland. Das konnte die Stadt im Tausch gegen eine andere Parzelle erwerben und an Familie Schlinker weiter veräußern.

Baufortschritt hängt von Temperaturen ab

Bei den Bauarbeiten sei es nun wichtig, die Besonderheiten des Standorts zu berücksichtigen, berichtet Elmar Hake, Geschäftsführer bei Nolte-Hochbau.

Am Oberen Hilgenstock liegt das Kino auf einer Höhe von 210 Metern über dem Meeresspiegel. In Brilon hingegen auf 420 Metern. „Hier ist es schnell drei bis vier Grad kälter als in Warburg. Steine verkleben können wir aber nur, wenn es frostfrei ist“, erklärt der Diplom-Ingenieur. Eine Woche Baustopp wegen der kalten Temperaturen habe es im November bereits gegeben.

Jetzt setzten die Mitarbeiter alles daran, das Dach vor dem Winter dicht zu bekommen, damit die Innenarbeiten in den kommenden Wochen fortgesetzt werden können. Dazu sind in der vergangenen Woche die riesigen Betonplatten für die Decke geliefert worden, die einen halben Meter dick sind und eine Spannweite von 18 Metern haben.

Familie Schlinker ist sich sicher, dass ihr Projekt ein Erfolg wird. Nicht umsonst wird Dr. Heribert Schlinkers Lieblingssatz dem großen Charlie Chaplin zugeschrieben: „Solange es dunkel wird im Kino, wird es nie sterben.“

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