Warburger Architekt verweist auf Ursprungsplanung für die „Neue Platte“
Café-Standort bleibt Thema

Warburg (WB).In die Diskussion um ein neues Café, das auf dem Neustadtmarkt gebaut werden soll, hat sich Architekt Karl-Heinz Cornelius eingeschaltet. Im Gespräch mit dieser Zeitung macht er deutlich, dass für die Planung ohnehin ein ganz anderer Standort gewünscht gewesen sei. Unterdessen läuft die Protestwelle weiter.

Samstag, 11.01.2020, 07:02 Uhr aktualisiert: 11.01.2020, 07:10 Uhr
Architekt Karl-Heinz Cornelius schlägt vor, das geplante neue Café an der Ecke Hauptstraße/Marktstraße anzusiedeln (rot eingezeichnet), damit der Marktplatz frei bleiben kann. Allerdings fallen dann vier bis fünf der 25 Parkplätze am Markt weg. Foto: Jürgen Vahle
Architekt Karl-Heinz Cornelius schlägt vor, das geplante neue Café an der Ecke Hauptstraße/Marktstraße anzusiedeln (rot eingezeichnet), damit der Marktplatz frei bleiben kann. Allerdings fallen dann vier bis fünf der 25 Parkplätze am Markt weg. Foto: Jürgen Vahle

Die Warburgerin Gabriele Jankenberg (71) hat in etwa 20 Geschäften, Büros und Praxen Unterschriftenlisten gegen die Planung ausgelegt. Bis zum 18. Januar will sie Gleichgesinnte zur Unterschrift bewegen. „Wir wollen keine weitere Bebauung“, machen sie deutlich. Geholfen wurde ihr dabei von Elisabeth Weiss, die bereits eine Petition an den Rat gegen das Vorhaben mit unterzeichnet hat.

Die Warburger Werbegemeinschaft, die „Hanse“, hat das Thema im Lenkungskreis in der kommenden Woche auf der Tagesordnung. Die Geschäftsleute waren diejenigen, die ein solches Café immer wieder vehement gefordert hatten.

Auch „Hanse“ sieht Stadtort kritisch

Die Wirtschaftsförderung der Stadt und Bürgermeister Michael Stickeln hatten sich daraufhin um eine Lösung bemüht. „Wir begrüßen natürlich ein solches Café, wie viele Bürger der Stadt auch. Den bislang geplanten Standort sehen wir aber kritisch“, sagt Wilm Pollmann. Detailliert wollen sich die Geschäftsleute in der kommenden Woche äußern.

Sehr klar hat sich hingegen Karl-Heinz Cornelius positioniert. Er habe von Beginn an einen Standort an der Ecke Hauptstraße/Marktstraße direkt gegenüber vom Mode Wilke vorgeschlagen. „Das habe ich in der Bezirksausschusssitzung, bei der die Pläne erstmals vorgestellt worden sind, auch sehr deutlich gesagt“, macht er noch einmal deutlich.

Mit dem Platz oberhalb der Treppenstufen sei er „selber überhaupt nicht glücklich“. Auch das Ehepaar Lütkemeyer als Investor würden den Standort an der Ecke Hauptstraße/Marktstraße bevorzugen. Allerdings sei dieser Plan in Vorgesprächen als nicht haltbar eingestuft worden, weil er den Verlust von vier bis fünf Parkplätzen an dieser Stelle bedeuten würde.

Architekt: Woanders Parkplätze schaffen

Für Cornelius ist der Verlust dieser Parkplätze allerdings weniger problematisch als für die Stadtverwaltung: „Es gibt sicher Möglichkeiten, sie an anderer Stelle zu schaffen, zum Beispiel gegenüber dem Friseursalon Börnecke“, berichtet Cornelius. Darüber hinaus ist der Architekt der Meinung, „dass es in der Innenstadt genügend Stellplätze für Autos gibt. In den Tiefgaragen unter der Vereinigten Volksbank findet sich immer was“, macht er deutlich. „Und wo ist das Problem, wenn die Kunden zum Parkplatz 50 Meter weiter fahren?“

Wie berichtet hatte der Bezirksausschuss der Gestaltung des Cafés mit großer Mehrheit und quer durch alle Parteien zugestimmt. Elf Mitglieder waren dafür, drei dagegen, eine Mitglied enthielt sich. Die Frage, welcher der richtige Standort ist, blieb allerdings auch im Bezirksausschuss unbeantwortet.

Beschlüsse der Ortsausschüsse werden in der Regel im Rat nicht gekippt. Und Bürgermeister Michael Stickeln kündigt an, sich in dieser Frage um einen „harmonischen Ausgleich“ aller Interessen zu bemühen. Der Rat hat das Thema am 21. Januar auf der Tagesordnung.

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