Di., 14.01.2020

Warburger Gruppe sieht den neuen Mobilfunkstandard skeptisch Widerstand gegen 5G wächst

Mit der 5G-Technik könnten in Zukunft Maschinen und Autos miteinander vernetzt werden. Doch die Strahlenfelder sind noch nicht abschließend erforscht. In Warburg haben sich besorgte Bürger zusammengeschlossen.

Mit der 5G-Technik könnten in Zukunft Maschinen und Autos miteinander vernetzt werden. Doch die Strahlenfelder sind noch nicht abschließend erforscht. In Warburg haben sich besorgte Bürger zusammengeschlossen. Foto: dpa

Von Jürgen Vahle

Warburg (WB). Grenzenlos im Internet surfen, Maschinen miteinander vernetzen, Autos autonom fahren lassen: All das soll der neue Mobilfunkstandard 5G bieten. Unternehmen haben derzeit in Deutschland die Möglichkeit, 5G-Lizenzen zu ersteigern. Doch die Zahl der Menschen, die dieser Technik skeptisch gegenübersteht, wächst. So auch in Warburg.

In der Hansestadt hat sich mittlerweile ein Ableger der überregionalen Bürgerinitiative „Stoppt 5G“ gebildet.

Mitglieder zweifeln Sicherheit der Technik an

In dieser Warburger Gruppe haben sich etwa ein dutzend Menschen zusammengeschlossen, die moderne Technik keineswegs ablehnen und alle selber ein Handy in der Tasche haben. Sie sind aber skeptisch, ob die zukünftige 5G-Technik so sicher ist, wie die Industrie glaubt.

„Wir mögen Technik und nutzen sie selber. Bei 5G ist es aber möglich, dass die Risiken der Strahlung unkalkulierbar sind“, sagt Grafiker Dieter Haase, der vor mehr als einem Jahr zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerinitiative in Warburg gehörte.

Offene Treffen im „Frühauf“

Jeden ersten Mittwoch im Monat kommen die besorgten Warburger Bürger, zu denen auch medizinisch Ausgebildete wie der Physiotherapeut Reimund Biel und die Heilpraktikerin Birgit Reißig gehören, zusammen. Bei den offenen Treffen, die um 19 Uhr im „Frühauf“ in der Altstadt stattfinden und zu denen jeder willkommen ist, werden neue Erkenntnisse zum Thema ausgetauscht und Aktionen miteinander abgesprochen.

Dazu gehörte auch ein Gespräch mit Bürgermeister Michael Stickeln und dem Bundestagsabgeordneten Christian Haase (CDU), das mittlerweile stattgefunden hat. Auch hier traf die Bürgerinitiative mit ihrer Skepsis auf offene Ohren.

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„5G bringt unbestritten viele Vorteile, aber die Strahlenfelder der Masten sind einfach noch nicht genug erforscht.“

Bürgermeister Michael Stickeln

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Michael Stickeln will die neue Technik nicht verteufeln, aber auch die Bedenken nicht ohne weiteres vom Tisch wischen: „5G bringt unbestritten viele Vorteile, aber die Strahlenfelder der Masten sind einfach noch nicht genug erforscht. Es gibt nach meiner Kenntnis noch keine abschließenden medizinischen Erkenntnisse, dass die Strahlenfelder, die von der 5G-Technik ausgehen, unbedenklich sind“, berichtet er.

Stickeln bewertet die Situation ähnlich wie bei der breiten Diskussion um das Südlink-Projekt. Die riesige Freiland-Stromtrasse war im Kreis Höxter auch aus dem Grund abgelehnt worden, weil schädliche Strahlenfelder rund um die Leitungen befürchtet wurden.

Bürgermeister setzt auf einen Ausbau der Glasfaserleitungen

Der Bürgermeister setzt in Sachen schnelles Netz ohnehin eher auf einen Ausbau der Glasfaserleitungen – und zwar bis in jeden Haushalt. Das hat der CDU-Politiker auch im Zusammenhang mit seiner Landrats-Kandidatur auf die politische Agenda gesetzt. „Damit würden schon einmal einige Vorteile, die auch 5G bietet, auf anderem Wege erreicht.“ Mit verlässlichen Studien zu 5G rechnet Stickeln frühestens 2022.

Allerdings werde sich der Mobilfunk-Ausbau ohnehin noch hinziehen. „Wir sind im Warburger Land soweit wie alle anderen auch“, berichtet er. Sprich: In der Region gibt es noch nicht einmal ein flächendeckendes Netz mit der Geschwindigkeit 4G.

Kontakt zur Bürgerinitiative „Stoppt 5G“

Wer sich über die Arbeit der Bürgerinitiative „Stoppt 5G“ informieren will, kann sich per Mail an Reimund Biel wenden. Er ist unter der Adresse reimund-biel@t-online.de erreichbar.

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