Mi., 15.01.2020

Unternehmen investiert viele Millionen Euro und freut sich auf das Hasenfest Heitmann baut neues Hochregallager

Das Unternehmen Brauns-Heitmann im Lütkefeld will auch 2020 investieren. Geplant ist ein neues, voll automatisches Hochregallager.

Das Unternehmen Brauns-Heitmann im Lütkefeld will auch 2020 investieren. Geplant ist ein neues, voll automatisches Hochregallager. Foto: Jürgen Vahle

Von Jürgen Vahle

Warburg (WB). Kaum eine Firma im Warburger Land hat einen so guten Ruf wie das Handels- und Chemieunternehmen Brauns-Heitmann. Der Betrieb aus dem Industriegebiet Lütkefeld gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten in der Stadt – und investiert 2020 weitere Millionen in den Standort Warburg.

Einwöchiger All-inclusive-Betriebsurlaub einmal im Jahr

Einen Betriebsrat gibt es nicht, und die meisten der 450 „Heitmänner“ wollen auch gar keinen. Dafür sind vielen die freiwilligen Sozialleistungen viel zu gut. Seit 50 Jahren sponsert Heitmann allen festen Mitarbeitern einmal im Jahr einen einwöchigen All-inclusive-Betriebsurlaub. Meist ist es eine Flugreise ans Mittelmeer oder auf die Kanaren.

Zur diesjährigen Jubiläumsfahrt haben sich über 180 Mitarbeiter angemeldet. Lediglich vier bis fünf Tage Urlaub müssen die Teilnehmer dafür nehmen. Wer zuhause bleibt, wird zu einem feudalen Abendessen eingeladen. Daneben bietet Heitmann Fahrgeld, Vermögenswirksame Leistungen, unterstützt die Mitarbeiter beispielsweise beim Kauf eines E-Bikes inklusive Finanzierung.

37,5-Stundenwoche ist die Regel

Die 37,5-Stundenwoche ist die Regel. „Wir wären töricht, wenn wir hier etwas streichen würden“, analysiert Geschäftsführer Stefan Kremin (54). Denn mit Hilfe der auch durch die Zusatzleistungen motivierten Mitarbeiter wuchs Brauns-Heitmann zuletzt Jahr für Jahr zum Beispiel in der Sparte WPR (Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel) im Schnitt um 6 Prozent. Aktuell verzeichnet die Firma in diesem Bereich sogar ein Wachstum von 11 Prozent.

Der Jahresumsatz liegt nach Informationen von Kremin im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Genauer will er nicht werden. Genau weiß er aber, dass das Unternehmen „mittlerweile überall an der Kapazitätsgrenze angelangt ist.“ Das führt dazu, dass der deutschlandweit bekannte Produzent von Ostereierfarben, speziellen Waschmitteln, Entfärbern, Fleckensalzen oder Farben für Textilien weiter investiert.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren hat Heitmann 13 Millionen Euro in die Erneuerung der Produktionsanlagen, Lagerflächen, aber auch in den Sanitärbereich oder die Kantinen und ergonomische Arbeitsplätze gesteckt.

Weitere Investitionen in Höhe von etwa 15 Millionen Euro

„In den kommenden 24 Monaten stehen weitere Investitionen in Höhe von etwa 15 Millionen Euro an“, berichtet Kremin. Löwenanteil des Geldes soll in ein neues Hochregallager fließen, das eine Kapazität von 10.000 Paletten hat und vollautomatisch betrieben werden wird. Acht Millionen Euro teuer wird es – und damit hält die Digitalisierung weiter Einzug in das Unternehmen. Dazu gehört auch ein Online-Portal, mit dem Brauns-Heitmann seine Chemie-Produkte „Made in Germany“ in China verkauft. Mit gutem Erfolg, wie das Unternehmen berichtet.

Heitmännern den Job kosten wird die Digitalisierung und Automatisierung aber nicht – „zumindest nicht bei denjenigen, die bereit sind, sich mit dem Betrieb zu verändern“, verspricht Kremin. Im Gegenteil: Der gebürtige Kölner geht davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter langfristig weiter steigen wird und bestehende Jobs gesichert werden. „Soziale Härten wird es nicht geben, dazu sind wir viel zu sozial“, berichtet Kremin.

60 neue Arbeitsplätze in zwei Jahren

Allein in den vergangenen zwei Jahren seien 60 neue Arbeitsplätze im Unternehmen entstanden. Der Geschäftsführer glaubt, dass die Mitarbeiterzahl in den kommenden Jahren um bis zu 20 Prozent weiter erhöht wird. Vor allem im Bereich der gut qualifizierten Leute, wie Maschinenführer oder IT-Mitarbeitern gebe es einen großen Bedarf.

Auf der anderen Seite gebe es extrem viele Mitarbeiter, die schon seit Jahrzehnten „Heitmänner“ sind. „Bei uns haben in den vergangenen zwei Jahren 100 Kollegen ein Betriebsjubiläum gefeiert. Ich hab schon lange Arme vom Tragen der Präsentkörbe“, scherzt der Geschäftsführer. Zurückgehen wird nach seiner Einschätzung die Zahl der Jobs, bei denen einfache oder geringe Qualifikationen erforderlich sind.

Mitarbeitergewinnung und Imagepflege

Retouren aus dem Geschäftsgebiet Dekorationsartikel wurden in der Vergangenheit in Warburg sortiert und wieder aufbereitet. Diese Tätigkeit ist mittlerweile teils ins osteuropäische Ausland verlagert worden. „Wir würden das auch gerne weiter in Warburg machen, aber wir bekommen für diese Tätigkeiten einfach keine Mitarbeiter in dem in Frage kommenden Alter zwischen 20 und 30 Jahren“, berichtet er: „Wir werden Mitarbeiter, die in den Ruhestand treten, dann auch durch Automatisierung ersetzen. Deshalb braucht niemand, der heute bei Brauns-Heitmann anfängt in den kommenden Jahren bezüglich Automatisierung Angst um seinen Arbeitsplatz haben.“

Mitarbeitergewinnung und Imagepflege ist dem Betrieb wichtig und ein Grund dafür, dass Brauns-Heitmann erstmals in der Firmengeschichte gemeinsam mit dem Einzelhandel und der Stadt am 5. April ein großes Fest rund um den Osterhasen in der Warburger Innenstadt organisiert .

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7193477?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F