Training am Hüffertgymnasium: 26 Schüler werden „Peercoaches“
Reagieren auf rechte Parolen

Warburg (WB). In einem Argumentationsseminar haben sich 26 Schüler nun auch am Hüffertgymnasium in Warburg zu sogenannten „Peercoaches“ ausbilden lassen. Sie sollen lernen, wie sie auf rechte Parolen oder Gewalt reagieren können. Mit Hilfe der entwickelten Strategien wollen sie in Zukunft auch selbst jüngere Mitschüler trainieren.

Donnerstag, 16.01.2020, 11:05 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 11:10 Uhr
Schulamtsleiter Olaf Krane (von links) und Susanne Krekeler, Schulleiterin des Hüffertgymnasiums, haben die Schüler beim Training ­besucht, das Trainer des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ angeboten hatten. Foto: Verena Schäfers-Michels
Schulamtsleiter Olaf Krane (von links) und Susanne Krekeler, Schulleiterin des Hüffertgymnasiums, haben die Schüler beim Training ­besucht, das Trainer des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ angeboten hatten. Foto: Verena Schäfers-Michels

Blick auf Wahrnehmung eines Menschen

Der Berliner Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ hat im Jahr 2016 ein Argumentationstraining gegen rechte Agitation entwickelt. Im November waren die Trainer unter anderem schon an der Eggeschule in Peckelsheim im Einsatz, nun wurde das Training am Hüffertgymnasium angeboten. Die Schüler kommen aus den Jahrgängen 9, EF und Q1, die sich bereits in der von Schulsozialarbeiterin Elke Dierkes geleiteten Streitschlichtergruppe und der Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ von Geschichtslehrerin Nadine Granziero engagieren.

Am ersten Tag schauten sich die Teilnehmer mit den vier Coaches an, wie die Wahrnehmung eines Menschen funktioniert. Und zwar von der ersten Begegnung an, wo der Gegenüberstehende gesehen und gehört wird. „Im zweiten Step wird die Person in eine Schublade eingeteilt“, sagt Schüler Moritz Mutter.

„Es ist wichtig, dass ein Kreislauf entsteht.“

Das ist normal, erklärt Trainerin Helen Schilling. Jemanden einem Geschlecht, einer Ethnie oder Religion zuzuteilen, sei menschlich. Erst die folgende Reaktion entscheide, ob man sich von einem Menschen zu- oder abwendet – oder ihm sogar verbal oder körperlich aggressiv entgegentritt. Am zweiten Tag lernten die Jugendlichen, wie sie selbst andere Jugendliche am Hüffertgymnasium im Umgang mit rechtsextremen Argumentationsmustern trainieren.

„Ich habe zuerst gedacht, in dem Kurs geht es nur um Antisemitismus“, berichtet Melina Menneke, „aber es geht darum, sich allgemein gegen Angriffe zu wehren und Hilfe zu bekommen, um solche Situationen zu umgehen.“ Mitschülerin Melissa Dorak fügt hinzu: „Es ist wichtig, dass ein Kreislauf entsteht und wir unser Wissen weitergeben können.“

„Coaches“ sollen Schülern zugeteilt werden

Das ist es auch, was für Schulleiterin Susanne Krekeler zählt, die gemeinsam mit Schulamtsleiter Olaf Krane das Projekt besuchte: „Es sollte eine Tradition werden, dass die Oberstufenschüler die jüngeren Schüler ausbilden. In diesem Schuljahr werden auf jeden Fall noch die Neuntklässler trainiert.“ In Zweierteams sollen die „Peercoaches“ jeweils für eine Gruppe von zehn Schülern zuständig sein, um die Ausbreitung von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung in der gesellschaftlichen Mitte zu stoppen.

„Der Erfolg ist am Größten, wenn die Jugendlichen von sich aus ‚Peercoaches‘ werden wollen und nicht dazu verpflichtet werden“, weiß Trainer Clemens Bauer aus Erfahrung. Beim Training am Hüffertgymnasium waren auch die Trainer Christine Ullrich und Helen Schilling im Einsatz.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7195639?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Wieder von Paderborn nach Mallorca
Aus Sicht von Geschäftsführer Marc Cezanne ist die Wiederbelebung der Eurowings-Flüge nach Paderborn ein wichtiges Signal. Foto: Hannemann
Nachrichten-Ticker