Do., 16.01.2020

Ehemaliger Kreisjugendfeuerwehrwart stirbt – Träger des Bundesverdienstkreuzes Trauer um Heinrich Mantel

Immer mittendrin: Heinrich Mantel steht in der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses in Warburg. Bis zuletzt war der Warburger im aktiven Dienst tätig. Er wurde 66 Jahre alt. Bis zum 67. Lebensjahr hätte er Feuerwehrmann bleiben dürfen.

Immer mittendrin: Heinrich Mantel steht in der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses in Warburg. Bis zuletzt war der Warburger im aktiven Dienst tätig. Er wurde 66 Jahre alt. Bis zum 67. Lebensjahr hätte er Feuerwehrmann bleiben dürfen. Foto: Timo Gemmeke

Von Daniel Lüns

Warburg (WB). Heinrich Mantel ist am Donnerstag gestorben. Er wurde 66 Jahre alt. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Warburg verliert mit ihm einen unermüdlichen, engagierten Helfer. Mehr als 40 Jahre lang hatte sich der Warburger für die Floriansjünger eingesetzt – in der Hansestadt und auch weit darüber hinaus. Die Feuerwehr war sein Leben.

Große Betroffenheit bei der Wehr

Mit großer Betroffenheit reagierte die Wehr auf die Nachricht vom Tod ihres beliebten Kameraden. „Generationen von Feuerwehrleuten sind von ihm durch die Jugendfeuerwehr in den Dienst eingeführt worden – ich selbst auch“, sagte Jürgen Rabbe, Leiter der Feuerwehr Warburg.

Bis zuletzt sei Mantel der Wehr treu gewesen und auch jeden Montag zum Übungsabend gekommen. Bis zum 67. Lebensjahr hätte er im aktiven Dienst bleiben dürfen. Heinrich Mantel war einer, der diese Spanne sicher voll und ganz ausgenutzt hätte.

Mit 18 Jahren zu den Floriansjüngern

Mit 18 Jahren, im Jahr 1972, war er der Freiwilligen Feuerwehr Warburg beigetreten. 1984 hatte er das Amt des Jugendfeuerwehrwartes in Warburg übernommen. 1995 wurde er auch stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart. 2003 wurde er dann zum Kreisjugendfeuerwehrwart gewählt. Dem Nachwuchs gab er gerne die Begeisterung für das Blaulicht weiter. Das machte an der Kreisgrenze nicht halt. Unter anderem begleitete Mantel die Partnerschaft der Jugendfeuerwehren Warburg und Falkenberg. Das Sommerlager in Falkenberg hatte er mehr als 20 Jahre lang organisiert.

Im Jahr 2017 gab er den Posten des Kreisjugendfeuerwehrwartes ab. Die Nachfolge blieb jedoch in der Familie: Sein Sohn Florian übernahm das Amt. Auch Mantels Sohn Christian und seine Frau Birgit engagieren sich in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Warburg – eine Familienleidenschaft.

Helfer wurde mehrfach geehrt

Für sein langjähriges, ehrenamtliches Engagement war Heinrich Mantel mehrfach geehrt worden. So wurde er unter anderem im Januar 2017 in der Generalversammlung der Feuerwehr Warburg gewürdigt. Im Mai 2017 sprach ihm dann auch der kreisweite Nachwuchs der Floriansjünger seinen Dank aus: Mit einem Fackelzug verabschiedeten sich die 21 Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Höxter offiziell von ihrem Kreisjugendfeuerwehrwart. Etwa 200 Nachwuchskräfte waren extra dafür nach Warburg gekommen. Im Jahr 2018 folgte die Ernennung zum Ehrenkreisjugendfeuerwehrwart.

Im Juli 2019 schließlich folgte die Würdigung des Staatsoberhauptes. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh dem Warburger das Bundesverdienstkreuz am Bande – die höchste Anerkennung der Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl. Landrat Friedhelm Spieker überreichte Heinrich Mantel die Auszeichnung.

Stickeln: „Großer und schmerzhafter Verlust“

Für Bürgermeister Michael Stickeln starb mit Mantel „eine absolute Institution“. „Heinrich Mantel hat sich jahrzehntelang in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Das ist ein großer und schmerzhafter Verlust“, betonte das Stadtoberhaupt. Erst im vergangenen Jahr war Mantel – nach 44 Jahren Engagement bei der Stadtverwaltung – in den Ruhestand verabschiedet worden. „Wir hätten ihm viele schöne Jahre im Ruhestand gegönnt.“

Bei der Stadtverwaltung war Heinrich Mantel seit dem 15. Januar 1975 im Dienst. Der gelernte Maler und Lackierer arbeitete als Maler und als Kraftfahrer am Baubetriebshof. Als Straßen-, Wege und Plätzewart im Fachbereich II, der Bauverwaltung, arbeitete er in der Zeit zwischen 1995 und 2016. Seit 2016 war er als Hausmeister in den Asylbewerberunterkünften der Stadt aktiv. „Sensibilität, Einfühlungsvermögen und handwerkliches Geschick waren Eigenschaften, die ihn auszeichneten“, sagte Michael Stickeln.

Engagement für die Jugendfeuerwehr

Auch Kreisbrandmeister Rudolf Lüke bedauert den Tod Heinrich Mantels. „Das ist ein herber Verlust für die Feuerwehren im Kreis“, sagt er. Gerade für die Jugendfeuerwehr sei Mantel immer da gewesen – auch nachdem er den Posten des Kreisjugendfeuerwehrwartes abgegeben hatte.

„Bei Jugendzeltlagern etwa war er immer noch präsent. Er war keiner, der sich zurückgezogen hat“, sagte der Kreisbrandmeister.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7197635?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F