328 Schüler in Rimbeck – Ministerin kommt im März zu Besuch
U3-Nachfrage hilft Berufskolleg

Warburg (WB). Der Erzieherberuf boomt. Wer seine Ausbildung beendet hat, kann sich heute fast die Arbeitsstelle aussuchen. Viele dieser Fachkräfte in der Region sind in Warburg-Rimbeck im Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg ausgebildet worden – eine Einrichtung, die es seit 90 Jahren gibt. Am Donnerstagabend war der Warburger Schulausschuss zu Besuch.

Freitag, 17.01.2020, 07:02 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 07:10 Uhr
Hartmut Peter und Mareike Gördemann leiten in Rimbeck die Fachschule für Sozialpädagogik mit 35 Lehrern und 328 Schülern. 2019 ist die Einrichtung in der Trägerschaft des Kolping-Berufsbildungswerkes 90 Jahre alt geworden. Foto: Daniel Lüns
Hartmut Peter und Mareike Gördemann leiten in Rimbeck die Fachschule für Sozialpädagogik mit 35 Lehrern und 328 Schülern. 2019 ist die Einrichtung in der Trägerschaft des Kolping-Berufsbildungswerkes 90 Jahre alt geworden. Foto: Daniel Lüns

328 Schüler besuchen derzeit das Kolleg. Etwa 120 Erzieher, Sozialassistenten mit dem Schwerpunkt Heilerziehung (Vorstufe zum Erzieher) und Heilerziehungspfleger (beispielsweise für Behinderteneinrichtungen) stellt die Einrichtung alljährlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. 80 Prozent der Schüler sind Frauen.

Altersspanne angehender Absolventen ist groß

Die Altersspanne angehender Absolventen in Rimbeck ist groß – von der 58-jährigen Umschülerin bis zum 17-jährigen Realschüler. Die zumeist jungen Leute kommen aus einem weiten Umkreis, um in Rimbeck am Unterricht teilnehmen zu können. Viele reisen in Fahrgemeinschaften mit dem Auto an.

Der Bahnhaltepunkt Scherfede/Rimbeck ist vor allem bei Schülern aus Nordhessen beliebt, der Schnellbus aus Paderborn bringt weitere Schüler allmorgendlich zum Unterricht.

Kleine Warteliste bei den Anmeldungen

35 Lehrer und die Schulsozialarbeiterin kümmern sich darum, dass das theoretische Rüstzeug für den Beruf vermittelt wird. Nach wie vor gibt es eine kleine Warteliste bei den Anmeldungen. „Meist bekommen am Ende aber alle einen Platz“, berichtet Hartmut Peter (59). 2008 hatte er die Leitung der Schule (damals 145 Schüler) übernommen.

Die meisten Schüler wählen in Rimbeck den klassischen Weg, um mit Hilfe des Theresia-Gerhardinger-Berufskollegs einen Erzieher-Abschluss zu bekommen. Nach Abschluss der Schule (zumeist das Abi oder Fachabi) wechseln sie nach Rimbeck, um sich dort weitere zwei Jahre schulisch auf den Job vorzubereiten.

Auch andere Ausbildungsformen

Nach der Theorieprüfung folgt ein praktisches Jahr an einer Einrichtung (Anerkennungsjahr), das dann ebenfalls mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Erst dann dürfen sich die Absolventen Erzieher nennen und sich um einen Job bewerben. Oft bleiben die jungen Erzieher auch gleich in der Einrichtung als feste Mitarbeiter.

Mittlerweile gibt es aber auch andere Ausbildungsformen – so die so die Praxisintegrierte Ausbildung (kurz PIA), bei der von Beginn an Zeit Praxiszeit in einer Einrichtung verbracht wird und bei der die Schüler auch von Beginn an ein Gehalt bekommen. Sie wird seit einem Jahr angeboten.

Landesschulministerin Yvonne Gebauer kommt

„Für denjenigen, der schon finanzielle Verpflichtungen hat, ist das ein gutes Modell“, berichtet Hartmut Peter. Mit einem Novum geht die Schule seit 2018 NRW-weit an den Start: die Ausbildung von Flüchtlingen, die schon einen Hauptschulabschluss und Sprachkenntnisse haben. Sie können den Abschluss zum Sozialassistenten erwerben.

Landesschulministerin Yvonne Gebauer ist übrigens am 27. März in Rimbeck zu Gast, um sich genau diese neue Ausbildung und andere fachpraktischer Ausbildungsprofile von Hartmut Peter und seiner Stellvertreterin Mareike Gördemann erklären zu lassen. So gut die Einrichtung heute auch dasteht: Ende 2004 wäre sie um ein Haar geschlossen worden. Die Schülerzahlen passten nicht mehr, der Erzieherberuf war aufgrund sinkender Geburtenraten in der Krise.

„Jetzt muss nur noch die Bezahlung passen.“

Hinzu kam, dass die Schulschwestern die Einrichtung nicht mehr tragen konnten und der Kreis Höxter eine Übernahme und Integration ins Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg ablehnte. Am Ende übernahm ging die Schule 2007 in die Trägerschaft des Kolping-Berufsbildungswerkes Brakel über. Das Schulgebäude in Rimbeck, die ehemalige Hauptschule der Stadt, wurde 2012 für einen symbolischen Euro übernommen und ist seither die Heimat des Kollegs.

Dass der Erzieherberuf auch in Zukunft gefragt sein wird, davon ist Hartmut Peter überzeugt. „Die U3-Betreuung hat den Bedarf an Erziehern schlagartig erhöht und vielen die Notwendigkeit einer guten Ausbildung vor Augen geführt. Es hat den Beruf wertvoll gemacht. Jetzt muss nur noch die spätere Bezahlung passen“, macht der Schulleiter deutlich.

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