Sa., 15.02.2020

CDU nominiert Rats- und Kreistagskandidaten – Willi Skroch gewinnt Kampfkandidatur „Die absolute Mehrheit ist das Ziel“

Mit dieser Mannschaft geht die Warburger CDU in den Kommunalwahlkampf 2020. Vor fünf Jahren haben die Christdemokraten in 18 von 19 Wahlkreisen das Direktmandat für den Stadtrat geholt und zudem drei Kandidaten über die Reserveliste in den Rat gebracht.

Mit dieser Mannschaft geht die Warburger CDU in den Kommunalwahlkampf 2020. Vor fünf Jahren haben die Christdemokraten in 18 von 19 Wahlkreisen das Direktmandat für den Stadtrat geholt und zudem drei Kandidaten über die Reserveliste in den Rat gebracht. Foto: Jürgen Vahle

Von Jürgen Vahle

Warburg (WB). Spannend wurde es am Donnerstagabend bei der dreistündigen Stadtverbandsversammlung der Warburger CDU in Calenberg nur einmal. Kreistagsmitglied Willi Skroch (Calenberg) setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen Herausforderer Herbert Leifert (Germete) durch. Ansonsten herrschte unter den 122 Christdemokraten große Einmütigkeit.

19 Kandidaten für die Warburger Wahlbezirke wurden in der Holsterbachhalle nominiert, dazu drei Kreistagskandidaten, die Kandidaten der Reserveliste sowie Michael Stickeln – wie zeitgleich bei der Höxteraner CDU auch – einstimmig als Vorschlag für die Landratskandidatur.

Die Versammlung war in den Ortsvereinen gut vorbereitet worden. Es gab für jeden Wahlbezirk nur einen Kandidaten und den jeweiligen persönlichen Vertreter. Gegenkandidaten hatten sich – anders als bei der Bürgermeisterkandidatenkür im Herbst – im Vorfeld nicht gemeldet und standen auch in Calenberg nicht auf.

Kommunalwahl wird kein Selbstläufer

Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren hatte die CDU in Warburg bis auf den Wahlbezirk Bonenburg alle Mandate direkt geholt und zudem noch die ersten drei Kandidaten der Reserveliste in den Rat gebracht. Stadtverbandsvorsitzender Hubertus Kuhaupt aus Welda machte aber unmissverständlich deutlich, dass die Kommunalwahl 2020 trotz bester Ergebnisse in der Vergangenheit diesmal kein Selbstläufer wird. Mit Blick auf die Streitigkeiten in der Bundespartei sprach er von einer „besonderen Herausforderung“ auch in Warburg.

Allerdings machte er auch deutlich: „Wir sind die Partei, die vernetzt und nah an den Menschen ist.“ Auch für die Wahl am 13. September habe die CDU kompetente Kandidaten am Start. Nun gehe es darum, gute Themen für die Zukunft der Stadt zu finden. Die inhaltliche Arbeit soll unmittelbar nach einer kurzen Verschnaufpause beginnen. „Die absolute Mehrheit ist das Ziel“, sagte Kuhaupt.

CDU-Bürgermeisterkandidat Tobias Scherf schwor die Christdemokraten ebenfalls auf den Wahlkampf ein: „Wir müssen in Warburg deutlich machen, dass wir der Hort der Stabilität, der Garant der Mitte sind.“ Er spüre in den einzelnen Ortsvereinen „den Willen, die Stadt und die Ortsteile weiter zu gestalten. Wir werden diese Wahl erfolgreich bestreiten und lassen uns weder von links noch von rechts in Warburg vorführen!“

Kandidaten für den Kreistag nominiert

Willi Skroch musste im Anschluss ausgerechnet in seinem Heimatort als einziger um seinen Kandidatenplatz für den Kreistag bangen. Mit Herbert Leifert aus Germete gab es einen respektablen Gegenkandidaten. Dass die CDU des Luftkurortes einen eigenen Mann ins Rennen schickte, war auch eine Nachwirkung der Diskussion um das WAR-Kennzeichen, das die Warburger Kreistagsabgeordneten nach Meinung vieler CDU-Mitglieder und auch Bürger in der Vergangenheit nur unzureichend gefordert hatten.

Das Thema brachte der Germeter Landwirt in seiner kurzen Vorstellung auch deutlich zur Sprache. Skroch heftete sich hingegen die Tatsache, dass es dann doch zum WAR-Nummernschild gekommen war, als Verdienst der Warburger Kreistagsmitglieder ans Revers. 72 CDU-Mitglieder stimmten am Ende für Skroch. Herbert Leifert, der erstmals für ein politisches Amt antrat, holte 41 Stimmen. Leifert zeigte sich als fairer Verlierer und schüttelte dem Bäckermeister aus Calenberg am Ende der Versammlung freundschaftlich die Hand.

Außerdem wurden am Abend für den Kreistag noch nominiert: Sascha Meyer (Warburg) und Regina Feischen (Nörde). Aussichtsreiche Reservekandidaten für den Warburger Rat sind Roberto Fiesseler (Wormeln), Michael Blome (Menne) und Heinrich Mellwig (Nörde).

Ein Kommentar von Jürgen Vahle

Als erste Partei im Warburger Stadtgebiet hat die CDU das Feld für die Kommunalwahl bestellt. Und das erstaunlich geräuschlos. Größere Personalpoker wie in der Vergangenheit hat es nicht gegeben. Oder sie sind diesmal nicht öffentlich zutage getreten, was auch möglich ist. Im Vorfeld gab es nur in der Kernstadt die eine oder andere Diskussion. In den Dörfern, in denen deutlich mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten wohnen, lief die Kandidatenkür in den Ortsvereinen offenbar ohne Schwierigkeiten ab.

Und auch am Donnerstag gab es lediglich eine Kampfabstimmung, die aber in demokratischen Parteien natürlich völlig normal sind. Das alles zeigt: Stadtverbandsvorsitzender Hubertus Kuhaupt hat seinen Laden derzeit im Griff. Muss er übrigens auch, denn der Kommunalwahlkampf dürfte noch schwer genug werden – jedenfalls so schwer, dass eine Opposition aus den eigenen Reihen diesmal viel Einfluss kosten könnte.

Mehr denn je wird im September die Bundespolitik Einfluss auch auf das Warburger Geschehen nehmen. Viele Experten rechnen mit einen Sprung der Grünen nach oben. Die AfD positioniert sich auch im Kreis Höxter. Stark bleibt die CDU nur, wenn sie trotz des Abgangs vieler verdienter Leute wie Willi Vonde oder Hermann-Josef Ewe weiter geschlossen auftritt.

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