75-jährige Frau aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg erkrankt – Zwei Menschen in Quarantäne
Erster bestätigter Coronavirus-Fall

Warburg (WB). Im benachbarten nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg gibt es den ersten bestätigten Coronavirus-Fall. Darüber informierte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese am Donnerstag. Bei der erkrankten Person handelt es sich nach seinen Angaben um eine 75-jährige Frau mit milden Erkältungssymptomen. Nach Medienberichten soll sie aus dem Bereich südlich des Edersees stammen.

Donnerstag, 05.03.2020, 21:07 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 05:29 Uhr
Symbolbild Foto: dpa
Symbolbild Foto: dpa

„Als wir gestern Abend das positive Testergebnis erhalten haben, haben wir umgehend alle entsprechenden Maßnahmen eingeleitet“, erklärte Karl-Friedrich Frese. „Der Zustand der Patientin ist stabil. Sie befindet sich Zuhause in Quarantäne und wird engmaschig medizinisch betreut und versorgt.“

Einzige Kontaktperson ebenfalls häuslich isoliert

Auch die einzige Kontaktperson der 75-Jährigen im Landkreis sei bereits ermittelt worden. Diese Person sei ebenfalls vorsorglich häuslich isoliert worden, um eine mögliche Infektionskette zu unterbrechen und so eine Weiterverbreitung des Virus einzudämmen. Sie zeige keine Symptome, werde aber trotzdem medizinisch betreut.

Die Erkrankte hat sich nach Erkenntnissen des Kreises Waldeck-Frankenberg bis zum 25. Februar, im Landkreis Heinsberg aufgehalten und ist an diesem Tag nach Waldeck-Frankenberg zurückgekehrt. „Die Patientin hat sich vorbildlich verhalten. Weil sie leichte Erkältungssymptome verspürte, hat sie seit ihrer Rückkehr vorsorglich ihre Wohnung nicht mehr verlassen“, berichtet Frese weiter. Auch der Abstrich zur medizinischen Untersuchung ist nach vorheriger telefonischer Absprache von ihrer Hausärztin bei ihr Zuhause durchgeführt worden.

Stationäre Versorgung aus medizinischer Sicht nicht notwendig

„Der Patientin geht es den Umständen entsprechend gut. Eine stationäre Versorgung ist aus medizinischer Sicht nicht notwendig“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete. Karl-Friedrich Frese dankte allen Beteiligten für das schnelle und umsichtige Handeln.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg habe sich bereits seit Bekanntwerden der neuartigen Lungenkrankheit aus China im Januar in enger Abstimmung mit dem Land Hessen auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet. Entsprechende Präventionsmaßnahmen seien getroffen worden – in engem Austausch mit dem Land und Experten aus der Region. „Wir haben uns darauf vorbereitet, schnell, gezielt und umfassend handeln zu können, was wir jetzt auch tun“, sagt Frese. „Sorgen der Bürger nehmen wir ernst – raten aber dazu, nicht in Panik zu verfallen, sondern achtsam und umsichtig zu sein.“

Hotline eingerichtet

Auf seiner Homepage unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de informiert der Landkreis regelmäßig über die aktuelle Lage. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat eine Hotline geschaltet, die unter Telefon 05631 – 954 555 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zu erreichen ist.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7312123?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Gut gemeint ist nicht gut gemacht
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Foto: dpa
Nachrichten-Ticker