Sicherheit geht vor beim Termin im JCS-Berufskolleg – viele Spender trotz Pandemie
Blut geben in Zeiten von Corona

Warburg (WB). Auch in Zeiten von Corona benötigen die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes Blutspenden, damit Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können. Dass die Organisation eines Blutspendetermins angesichts der Pandemie eine enorme Herausforderung darstellt, ist im Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg in Warburg deutlich geworden. Insgesamt 152 Spender nahmen dort eine lange Wartezeit in der Schlange in Kauf, um ihr Blut geben zu können.

Donnerstag, 26.03.2020, 11:00 Uhr
Ungewohnter Anblick beim Blutspenden: DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Rempe (von links), die Blutspendenbeauftragte Annemarie Papenkordt und Martina Wölfle versehen ihre Arbeit mit Abstand und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Foto: Astrid E. Hoffmann
Ungewohnter Anblick beim Blutspenden: DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Rempe (von links), die Blutspendenbeauftragte Annemarie Papenkordt und Martina Wölfle versehen ihre Arbeit mit Abstand und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Foto: Astrid E. Hoffmann

Besondere Hygiene- und Schutzmaßnahmen

Dabei galt es, besondere Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu beachten, um sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Die Schlange der Wartenden war deshalb so lang, weil die Spender die gängige Abstandsreglung einhalten mussten. So harrten sie vom Eingang des Berufskollegs bis zum Stiepenweg und den an die Schule angrenzenden Parkplätzen in den frühen Abendstunden in der Kälte aus.

„Da müssen wir, wenn wir noch einmal unter diesen Auflagen arbeiten sollten, eine bessere Lösung finden“, sagte Joachim Rempe, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. „Wir können nur allen ein ganz großes Dankeschön sagen, dass sie auch unter diesen Umständen ausgeharrt und uns ihr Blut gespendet haben.“

Wer die Eingangstür passiert hatte, bekam zunächst einmal Fieber gemessen und musste Fragen beantworten: „Waren Sie in den vergangenen vier Monaten im Ausland?“, „Hatten Sie Kontakt mit Infizierten, Erkrankten oder potenziell Infizierten?“. Wenn die Temperatur stimmte und die Fragen verneint wurden, hieß es Hände desinfizieren.

Auch bei der Spende selbst wurde auf Abstand geachtet. Es waren weniger Behandlungsbetten aufgestellt worden. Und auch im Ruheraum gab es weniger Liegen, um eine größtmögliche Distanz zu schaffen. „Blutspender sind sehr geduldige Menschen“, sagte Blutspendenbeauftragte Annemarie Papenkordt.

DRK-Team verzichtet auf Helfer aus Risikogruppe

Die Ärzte vor Ort konnten ebenfalls nicht gewohnt nah beieinander arbeiten: Jeder von ihnen bekam sozusagen seine eigene Arbeitsinsel in der Aula. Das Warburger DRK-Team war diesmal nur mit sieben Menschen im Alter unter 60 Jahren im Dienst. „Die Risikogruppe haben wir außen vorgelassen. Die Mindestbesetzung reicht, da auch weniger Betten bereitstehen“, erklärte Annemarie Papenkordt.

Das Buffet zur Stärkung nach dem Spenden fiel aus. Dafür bekamen alle ein Lunchpaket (mit Müsliriegel, Schokolade und Bananen) mit nach Hause. „Durch diese Maßnahme halten sich die Spender nicht noch länger in geschlossenen Räumen auf“, erklärte Joachim Rempe.

„Gerade in Zeiten von Covid-19 ist es wichtig, dass Blutspendetermine durchgeführt werden, denn Blut wird ständig gebraucht“, sagte Rempe. Er freute sich, dass diesmal sogar 22 Neuspender dabei waren. „Sie haben einen holprigen Start erlebt, aber wir lernen auch alle aus dieser neuen Situation“, sagte Rempe.

Wie gewohnt gelte bei Blutspenden: Nur wer gesund und fit ist, sollte hingehen. „Für eine Übertragbarkeit des Erregers durch Blut und Blutprodukte gibt es keine gesicherten Hinweise“, schreibt der DRK-Blutspendedienst West auf seiner Internetseite. Dort wird auch auf die Verhaltensmaßnahmen wie gute Handhygiene oder Nies- und Hustenetikette hingewiesen.

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