Spatenstich mitten in der Corona-Krise – Zwei Firmengebäude entstehen in Warburg
Filltech investiert acht Millionen Euro

Warburg (WB). Großinvestition mitten in der Krise: Das Warburger Unternehmen Filltech baut ein Logistikzentrum und ein weiteres Bürogebäude. Am Donnerstag war der offizielle Spatenstich, bereits Ende des Jahres soll alles fertig sein. Für die Gebäude und die zugehörigen Anlagen werden acht Millionen Euro investiert. Eine Nachricht, die Mut macht.

Donnerstag, 26.03.2020, 21:11 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 21:20 Uhr
Spatenstich für zwei neue Gebäude: Christian Peine (von links, Prokurist Filltech), Florian Peine (Geschäftsführer Filltech) und Thimm ­Clever (Architekt) freuen sich über die Bauprojekte. Vor Ort ensteht ein Logistikzentrum und ein Bürogebäude. Foto: Daniel Lüns
Spatenstich für zwei neue Gebäude: Christian Peine (von links, Prokurist Filltech), Florian Peine (Geschäftsführer Filltech) und Thimm ­Clever (Architekt) freuen sich über die Bauprojekte. Vor Ort ensteht ein Logistikzentrum und ein Bürogebäude. Foto: Daniel Lüns

„Natürlich haben wir uns überlegt, ob das der richtige Zeitpunkt ist“, erklärt Florian Peine, Geschäftsführer von Filltech. „Aber wir brauchen die Gebäude. Wir sind extrem gewachsen.“ Filltech verdient sein Geld vor allem mit dem Befüllen und Liefern von CO 2 -Zylindern für heimische Trinkwassersprudler. „Wir versorgen die Konkurrenten von ‚Soda­Stream‘“, erklärt Peine. „Für dieses Produkt sind wir das größte unabhängige Werk in Europa.“

18 Millionen Euro Umsatz

18 Millionen Euro Umsatz machte die Firma im vergangenen Jahr. Tendenz steigend. In 2020 sollen etwa sieben Millionen Zylinder befüllt werden. Die doppelte Menge, also 14 Millionen Zylinder, sollen es im Jahr 2021 sein. Ein toller Erfolg, der mehrere Gründe habe. „Zum Beispiel spielt uns der Umweltaspekt in die Karten“, erklärt der Geschäftsführer.

So wollten immer mehr Menschen ihr Sprudelwasser zu Hause herstellen, anstatt es abgefüllt zu kaufen – womöglich auch noch in Plastikverpackungen. Und Corona kurble den Markt noch weiter an. „Immer mehr Menschen kaufen nun mehr Zylinder, um mehrere davon zu Hause zu haben. Auftragsprobleme haben wir nicht.“ So müssten die Menschen in der Krise seltener in Geschäfte gehen, um neue Zylinder zu kaufen. Mit einer Kartusche lassen sich etwa 60 Liter Sprudelwasser herstellen.

20 weitere Arbeitsplätze entstehen

Aufgrund der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit hat das Unternehmen diverse Sofortmaßnahmen ergriffen. „In der Produktion kam es anfangs zu organisatorischen Problemen. Wir müssen die Leute ja auseinanderhalten“, erklärt Peine. Das sei mittlerweile aber erledigt.

Gegründet wurde Filltech vor 22 Jahren von Florian Peines Vater Michael. Nach zwei Jahren wurde die heutige GmbH gegründet. Vor fünf Jahren wechselten Michael Peines Söhne in die Geschäftsführung. Florian Peine ist nun der Geschäftsführer von Filltech, sein Bruder Christian Peine ist Prokurist. Das Unternehmen beschäftigt 130 Mitarbeiter.

Dabei soll es aber nicht bleiben. Bis zum Ende des Jahres 2021 sollen etwa 20 weitere Arbeitsplätze entstehen. „Das stärkt nicht nur unser Unternehmen, sondern auch die Region, mit der ich mich sehr verbunden fühle“, sagt Christian Peine. Besonders stolz mache ihn, dass das aktuelle Erweiterungsprojekt im Jahr des 20-jährigen Bestehens der GmbH umgesetzt werden könne.

Produktion soll Anfang September anlaufen

Das neue, 2000 Quadratmeter große Distributionslogistikzentrum wird ergänzt durch einen 400 Quadratmeter großen Bürobau. Die Produktion soll ungefähr Ende August bis Anfang September anlaufen. In der letzten Ausbaustufe sollen bei Filltech dann 5000 Zylinder pro Stunde befüllt werden. Die emsigen Brüder arbeiten aber schon an der nächsten Erweiterung: „Wenn alles so weitergeht, dann sehen wir uns im nächsten Jahr zum Spatenstich wieder.“

Bürgermeister Michael Stickeln lobte das Engagement der Firma, die „in diesen schwierigen Zeiten mit einer absolut erfreulichen Nachricht“ aufwarte. Er freue sich, dass Unternehmer in Warburg optimistisch in die Zukunft blickten und eine Bekenntnis zum Standort abgeben. „Das ist ein gutes Zeichen“, sagte Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln.

Mit den eigens entwickelten und gefertigten Füllanlagen befüllt Filltech im Drei-Schicht-Betrieb übrigens auch Zylinder für die Industrie. „Mit dem Bau und Verkauf der Anlagen hat unser Unternehmen begonnen“, sagt Christian Peine. „Die Anlagen verkaufen wir weiterhin. Aber natürlich nicht für unsere Produkte.“

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