Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ – Geschäftsstelle beim Kreis Höxter
Bernadett Walker freut sich auf Anrufe

Höxter (WB/rob). Dieses neue Angebot beim Kreis Höxter wird von vielen Ehrenamtlichen sehr begrüßt. Als einer von nur 18 Landkreisen in ganz Deutschland nimmt der Kreis an dem Modellprojekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ teil. Dazu ist im Kreishaus in Höxter eine Geschäftsstelle „Ehrenamt“ eingerichtet worden. Die Stelle als Ehrenamtsmanagerin für den Kreis Höxter hat Bernadett Walker übernommen.

Dienstag, 14.04.2020, 08:00 Uhr
Mit der Geschäftsstelle Ehrenamt in der Kreisverwaltung Höxter ist das bundesweit angelaufene Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ gestartet. 27.000 Ehrenamtliche werden betreut. Darüber freuen sich (von vorne): Ehrenamtsmanagerin Bernadett Walker, Landrat Friedhelm Spieker, Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka und Kreisdirektor Klaus Schumacher. Foto: Kreis Höxter
Mit der Geschäftsstelle Ehrenamt in der Kreisverwaltung Höxter ist das bundesweit angelaufene Projekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ gestartet. 27.000 Ehrenamtliche werden betreut. Darüber freuen sich (von vorne): Ehrenamtsmanagerin Bernadett Walker, Landrat Friedhelm Spieker, Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka und Kreisdirektor Klaus Schumacher. Foto: Kreis Höxter

„Mehr als 20 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bei uns im Kulturland setzen sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen ein“, hebt Landrat Friedhelm Spieker das ausgeprägte bürgerschaftliche Engagement im Kreis Höxter hervor. „Rund 27.000 Ehrenamtliche engagieren sich in mehr als 1.400 Vereinen. Sie bereichern auf vielfältige Weise unser kulturelles, sportliches und soziales Leben“, betont Spieker. Für ihn war es deshalb ein konsequenter Schritt, die neue Geschäftsstelle Ehrenamt innerhalb der Kreisverwaltung dem Gemeinschaftsbüro Landrat zuzuteilen. „Damit wollen wir die Wichtigkeit des Ehrenamtes unterstreichen“, sagte Spieker. „Ehrenamt ist Chefsache!“

360.000 Euro Fördergeld

Mit großer Freude hatte Landrat Friedhelm Spieker im November 2019 in Berlin aus den Händen der Bundesministerin für die ländlichen Räume, Julia Klöckner, einen Förderbescheid in Höhe von fast 360.000 Euro entgegengenommen. „Mit Hilfe dieses Geldes kann unsere neue Geschäftsstelle Ehrenamt über eine Projektlaufzeit von drei Jahren für die Ehrenamtlichen im gesamten Kreisgebiet ein ständiger Ansprechpartner sein“, erläutert der Landrat. „Dabei wird sie für die freiwillig Aktiven eine vernetzende, koordinierende und beratende Funktion übernehmen. Dazu gehört es auch, analoge und digitale Strukturen aufzubauen und Austauschmöglichkeiten zu schaffen, um die Ehrenamtlichen bei ihrer Arbeit zu unterstützen“, so Spieker.

Mit Bernadett Walker als zuständiger Ehrenamtsmanagerin sei zudem die Idealbesetzung der Stelle gelungen. „Sie hat sich in ihrer Zeit als Kulturmanagerin während der Vertretung für Julia Siebeck bewährt und kann die dort gewonnenen Erkenntnisse zum großen Teil auch in ihrer neuen Funktion einsetzen“, erläutert Kreisdirektor Klaus Schumacher, der den Fachbereich Bildung und Kreisentwicklung leitet. Schließlich seien auch Vernetzungstreffen geplant, ähnlich der bewährten Netzwerktreffen der Kulturakteure. „Um eine Teilnahme der Ehrenamtlichen aus allen 124 Ortschaften zu ermöglichen, werden diese Treffen ebenfalls durch das Kreisgebiet wandern und immer unterschiedliche Schwerpunktthemen haben“, so Schumacher.

Digitale Plattform

Eine digitale Austauschplattform soll zukünftig die Vernetzung der Ehrenamtlichen im gesamten Kreisgebiet unterstützen. Dazu wird auch auf die Erfahrungen und vorhandenen Strukturen aus dem Projekt Smart Country Side zurückgegriffen. „Die ehrenamtliche Arbeit steht auch in ländlichen Räumen vor großen Herausforderungen“, weiß Bernadett Walker. „Insbesondere ändert sich die Struktur des Engagements vornehmlich bei den jüngeren Generationen von einem stetigen langfristigen Engagement hin zu kurzfristigem, projektbezogenem Einsatz.“ Gerade Vereine seien von diesem Generationswechsel stark betroffen und würden – insbesondere im Hinblick auf die Besetzung von Ämtern – mit Nachwuchsproblemen kämpfen. „Viele Ehrenamtliche fühlen sich durch rechtliche Vorgaben und bürokratischen Aufwand zunehmend überfordert, wie zum Beispiel beim Umgang mit der Datenschutzgrundverordnung“, so Walker. „Hier wollen wir mit unserer Geschäftsstelle Unterstützung und Hilfe anbieten.“

Mit einem regelmäßigen Newsletter sollen die Ehrenamtlichen mit wichtigen und aktuellen Informationen versorgen werden, unter anderem zur Ehrenamtskarte oder zu regionalen Fortbildungsangeboten und Förderprogrammen.

Sprechtage geplant

Zur direkten Kommunikation mit den Ehrenamtlichen ist es zudem geplant, regelmäßige Sprechtage in den Stadtverwaltungen anzubieten. Ergänzend stellt die Geschäftsstelle ein analoges und digitales Beratungs- und Fortbildungsangebot zur Verfügung, um die Ehrenamtlichen weiter zu qualifizieren. Zudem wird Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka seine große Erfahrung in die Arbeit einfließen lassen. Während der gesamten Projektlaufzeit wird die Geschäftsstelle in Höxter wissenschaftlich durch ein Institut begleitet und evaluiert.

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