Wasserverband hofft auf einen Baubeginn im Mai 2021 bei Germete
Diemel fließt bald in neuem Bett

Warburg-Germete (WB). Die Renaturierung der Diemel zwischen Ossendorf und Germete könnte im Mai 2021 beginnen. Das haben Ulrich Klare (Diemelwasserverband/Bauamt der Stadt) und Anja Siekmann vom Planungsbüro UIH aus Höxter bestätigt. „Das wäre dann der Start eines Pilotprojektes, das es so im Warburger Land noch nicht gegeben hat“, berichtet Anja Siekmann.

Samstag, 18.04.2020, 11:07 Uhr aktualisiert: 18.04.2020, 11:10 Uhr
Friedlich fließt die Diemel derzeit unterhalb des Heinbergs. Auf einer Länge von 850 Metern soll sie an dieser Stelle renaturiert werden. Foto: Jürgen Vahle
Friedlich fließt die Diemel derzeit unterhalb des Heinbergs. Auf einer Länge von 850 Metern soll sie an dieser Stelle renaturiert werden. Foto: Jürgen Vahle

Fluss wurde um 1860 begradigt

Die Diemel soll in den kommenden Jahren, wie bereits am 11. Januar 2019 berichtet , auf einer Länge von 850 Metern ein neues Bett bekommen. Betroffen ist der Abschnitt vom Segelflugplatz unter dem Heinberg bis etwa 200 Meter vor der Germeter Diemelbrücke (Rottheimer Straße). Das Land gehört mittlerweile der Stadt Warburg.

Die Diemel ist an dieser Stelle um das Jahr 1860 begradigt worden, um mehr Ackerland zu gewinnen. Aus Sicht des heutigen Naturschutzes war das ein Fehler, denn durch den Verlust von Überschwemmungsflächen ist die Zahl der Tier-, Pflanzen-, Baum und Vogelarten stark zurückgegangen. Mehr noch: Das Diemeltal wurde anfälliger für Hochwasser, weil Ausdehnungsflächen fehlten.

Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 1990

Schon in den 1990er Jahren hat der Kreis Höxter beschlossen, Flüsse wie die Diemel zumindest in Abschnitten wieder zu renaturieren. Jetzt setzt auch eine Richtlinie der Europäischen Union die Städte und Gemeinden unter Druck. Bis 2027 soll die Durchlässigkeit aller Gewässer für Fische erreicht sein.

Für die Renaturierung der Diemel bei Germete wurden bereits im Haushalt 2019 entsprechende Mittel eingestellt. Jetzt scheint ein Baubeginn im Frühsommer kommenden Jahres realistisch.

Bei der jetzt gewählten Variante liegen die geschätzten Kosten bei 400.000 Euro. 85 Prozent trägt das Land NRW. Der Flusslauf soll so verändert und geschwungen werden, dass seine Länge in diesem Abschnitt von 850 auf 970 Meter anwächst. In der Diemel, die jetzt fast durchgehend eine Tiefe und ein Gefälle hat, würden sich dann auch Kiesbänke, Totholzzonen und tote Nebenarme befinden.

Zweite Variante war fast doppelt so teuer

Diskutiert wurde auch eine fast doppelt so teure Variante, die allerdings sowohl vom Germeter Bezirksausschuss, als auch von den Experten in den vergangenen Monaten wieder verworfen wurde. Mit dieser nun zur Genehmigung durch den Kreis Höxter vorgelegten Variante könnten auch in dem Gebiet verlaufende Wasser-, Strom und Abwasserleitungen sowie Kanäle vor allem der Firma „Germeta“ unangetastet bleiben. Wertvolle Erlen- und Weidenbestände blieben unangetastet. Ein Teil der Flächen könnte weiter an Landwirte verpachtet werden, berichtet Projektplanerin Anja Siekmann.

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