Abschlussklassen dürfen ab Donnerstag wieder Schulen besuchen
Zurück auf der Zielgeraden

Beverungen/Höxter/Warburg (WB). Sie haben einen kleinen Umweg über das Homeschooling genommen, aber jetzt können sich die Abschlussklassen wieder wie gewohnt auf Abitur und Abschlussprüfungen vorbereiten – in der Schule, im Beisein von Lehrern und Mitschülern. Am Donnerstag, 23. April, dürfen sie zurück in die Schulen. Auf dem Stundenplan stehen nur die Fächer, in denen geprüft wird.

Samstag, 18.04.2020, 14:15 Uhr aktualisiert: 18.04.2020, 14:30 Uhr
Schüler des Berufskollegs Kreis Höxter haben in den Ferien Gesichtsmasken genäht, um den Abschlussklassen einen sicheren Schulstart zu bieten (von links): Farhzaneh Delawari, Lucas Heinze, Kira-Emily Bourtra Mansour, Janina Sandner, Melek Derya und Mariella Schultze. Foto:
Schüler des Berufskollegs Kreis Höxter haben in den Ferien Gesichtsmasken genäht, um den Abschlussklassen einen sicheren Schulstart zu bieten (von links): Farhzaneh Delawari, Lucas Heinze, Kira-Emily Bourtra Mansour, Janina Sandner, Melek Derya und Mariella Schultze.

An der Realschule Höxter sind das Englisch, Deutsch, Mathe sowie ein weiteres Hauptfach. Damit die Schüler ihr Ziel auch erreichen, fahren ab Donnerstag die Schulbusse nach dem regulären Fahrplan. Das teilt Stadtsprecher Sebastian Vogt mit.

Das Tragen eines Mundschutzes wegen des Coronavirus sei nicht vorgeschrieben, werde aber empfohlen. Auch die Abstandsregeln sollten so gut es geht eingehalten werden. Dieses Thema beschäftigt auch die weiterführenden Schulen im Kreis Höxter.

Unterricht in kleinen Gruppen

„Wir teilen die Klassen in kleine Gruppen mit nicht mehr als 15 Schülern“, erklärt Monika Krekeler, Leiterin der Realschule . Eigentlich herrsche das Lernraumprinzip: die Schüler kommen zum Lehrer. Jetzt hat jeder Schüler seinen festen Platz. „Wir brauchen mehr Putzpersonal. Alle Tische müssen gereinigt werden.“ Die Stadt Höxter hatte Desinfektionsmittelspender geordert und an die Schulen verteilt.

Für das Coronavirus sind Risikogruppen definiert. Auch im Kollegium gebe es solche Personen. Diese Lehrer blieben vorerst zuhause, erklärt Monika Krekeler. Der Lehrer bereite den Unterricht vor und gebe das Material einem Kollegen des gleichen Fachs, der die Schüler vor Ort unterrichte.

Aufsicht für die Pausen

Am König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter wird zurzeit ein Raumkonzept erstellt. Das sieht vor, dass Kurse geteilt werden oder in größere Räume umziehen, erklärt Schulleiterin Heike Edeler. Um die Abstandsregeln einzuhalten, müssten die Kurse auf zwei Räume aufgeteilt werden.

Heike Edeler plant, dass alle Schüler zurück in die Schule kommen. Da es sich um ein freiwilliges Angebot handele, sei es auch möglich, dass sich kleinere Lerngruppen bilden.

Mit der Lösung für Klassenräume ist das Problem der Abstandsregelung noch nicht vom Tisch. Schließlich haben die Schüler auch Pausen. „Kommende Woche werden wir das mit Aufsichten händeln.“ Sollten am 4. Mai weitere Schüler dazu kommen, müsse über versetzte Pausen gesprochen werden. Edeler: „Wir alle müssen damit leben, dass man nicht zu lange im Voraus Entscheidungen treffen kann.“ Deswegen werde nur für zwei Wochen geplant.

Hygieneplan wird umgesetzt

Am Gymnasium Beverungen wird mit Lerngruppen von bis zu sechs Schülern geplant. „So können wir einen Abstand von drei Metern gewährleisten“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Thorsten Kittel. Gerade wenn sie sich lange nicht gesehen haben seien junge Menschen bereit, die Abstandsregeln zu missachten. Die Regelung in den Pausen werde kommende Woche besprochen.

In puncto Hygiene ist die Schule vorbereitet: Man orientiere sich in Abstimmung mit dem Schulträger am Hygieneplan des Robert-Koch-Instituts. „Alle Räume werden jeden Tag nach der Nutzung gründlich gereinigt und Arbeitsmaterialien desinfiziert.“ Das gilt auch für die Schulen in Höxter.

550 Schüler kommen zurück

Vor eine große Herausforderung stellt die Schulöffnung das Berufskolleg Kreis Höxter . Etwa 550 Schüler werden an die beiden Standorte Höxter und Brakel zurückkehren – aus den Vollzeitbildungsgängen und der dualen Ausbildung. „Wir haben damit gerechnet, dass wir nur mit den Vollzeitbildungsgängen beginnen“, sagt Schulleiter Michael Urhahne.

Nun sei der Mai ein kritischer Monat. Fast alle Prüfungen würden sich dort ballen. „Wenn wir im Mai an Kapazitätsgrenzen stoßen, führen wir den Unterricht online weiter“, sagt er mit Blick auf den 4. Mai.

Um die Abstandsregeln einzuhalten, sieht das neue Raumkonzept vor, dass sich maximal neun Schüler in einem Raum aufhalten. So müssten manche Klassen zwei, andere drei Mal geteilt werden. Geplant werde schon, die Sporthalle zu integrieren, sagt Urhahne.

Vorgeschriebener Weg durch die Gebäude

Außerdem sei eine Wegführung durch das Berufskolleg entwickelt worden, die einen Eingang und einen Ausgang zulässt und verhindert, dass sich Schüler im Treppenhaus begegnen. Auch werde ein neuer Stundenplan erstellt. „Ich bin optimistisch, dass uns das gelingt.“ Im Notfall sei es für Prüfungen möglich, auf den anderen Standort auszuweichen.

Für Fachlehrer, die zur Risikogruppe gehören, aber Prüfungen begleiten müssen, werde über eine Videokonferenz nachgedacht. Auch Lehrerkonferenzen liefen momentan über das Internet ab. „Man merkt, dass da ein Zusammenhalt ist“, freut sich Urhahne. Den gibt es auch zwischen Schülern und Lehrern. Um den Abschlussklassen einen möglichst sicheren Schulstart zu ermöglichen, haben 20 Schüler sowie einige Lehrkräfte in den Osterferien etwa 300 Gesichtsmasken genäht.

Schulen in Warburg sind gerüstet

Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln hätte sich mehr Zeit für die Vorbereitungen zur Rückkehr zum Unterricht gewünscht. Allerdings sei die Verwaltung ohnehin in regelmäßigem Gespräch mit den Schulleitungen, weil mit einer schrittweisen Öffnung zu rechnen gewesen sei.

Er sieht die Schulen in Warburger Stadtgebiet gut aufgestellt. In den vergangenen Jahren habe man beispielsweise darauf geachtet, dass es in den Klassenräumen Waschbecken, Seifenspender und Vorrichtungen für Papierhandtücher gebe.

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