28 infizierte Pfleger und Bewohner des Seniorenzentrums St. Johannes wieder genesen
Zeichen der Hoffnung

Warburg/Willebadessen (WB). Fünf Corona-Tote sind aktuell im Kreis Höxter zu beklagen. Wie berichtet, war einer von ihnen Bewohner der Pflegeeinrichtung Franz-Jordan-Haus in Warburg, die zum Seniorenzentrum St. Johannes gehört . Von dort gab es am Dienstag eine sehr gute Nachricht: 28 der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Bewohner und Pfleger sind mittlerweile wieder genesen. Das teilte Geschäftsführer Thomas Berens dem WESTFALEN-BLATT am Dienstag auf Anfrage mit. Weitere Angaben machte Berens nicht.

Dienstag, 21.04.2020, 21:00 Uhr
Die Sorge, dass das Coronavirus auch über die Schwelle ihrer Einrichtung gelangen könnte, treibt auch Pflegekräfte und Bewohne r des Altenheims St. Vincentius in Scherfede um. Doch sie trotzen Corona und halten in der Krise zusammen. Foto: Daniel Lüns
Die Sorge, dass das Coronavirus auch über die Schwelle ihrer Einrichtung gelangen könnte, treibt auch Pflegekräfte und Bewohne r des Altenheims St. Vincentius in Scherfede um. Doch sie trotzen Corona und halten in der Krise zusammen.

Noch Mitte vergangener Woche waren 23 Bewohner und 10 Mitarbeiter des Warburger Seniorenzentrums mit dem Virus infiziert. Aktuell gibt es nach Angaben des Kreises Höxter in Warburg 83 bestätigte Corona-Fälle (kreisweit 256). Inzwischen gelten 143 Personen im Kreis Höxter wieder als gesund. Allein in Warburg ist die Anzahl der Genesenen um 15 auf 41 angestiegen. Nicht alle Genesenen aus dem Warburger Seniorenzen­trum haben bereits Eingang in die Statistik gefunden. Damit dürfte frühestens Freitag zu rechnen sein.

Hoffen und Bangen in den Heimen des Warburger Landes

Die Sorge, dass das Coronavirus auch über die Schwelle ihrer Einrichtung gelangen könnte, treibt derzeit viele Pflegekräfte und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen im Warburger Land um. Aktuell gibt es im Altenheim St. Vincentius in Scherfede keine Corona-Fälle. Auch von einem Corona-Koller will man dort nichts wissen. „Nein, danke!“, sagt Stephanie Mai, Sprecherin des Vereins katholischer Altenhilfeeinrichtungen Paderborn (VKA). Der Verein betreibt 22 Einrichtungen und beschäftigt 2150 Mitarbeiter.

Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen seien getroffen und Auflagen der Behörden konsequent umgesetzt worden, um ein Eindringen des Virus in die Scherfeder Einrichtung zu verhindern: „Kontaktverbote? Definitiv und unumstritten! Aber trotzdem nicht kontaktlos. Isolation? Unumgänglich! Aber keine Vereinsamung. Schutzausrüstung? Natürlich und obligatorisch! Aber trotzdem persönlich und liebevoll. So erlebt man in der jetzigen Zeit den Alltag der Altenhilfe im Verbund des VKA und das Leben der Risikogruppe des Covid-19“, berichtet Stephanie Mai.

Es helfe nicht, sich jetzt damit zu trösten, dass man ja nur ein paar Wochen in den „vier Wänden“ aushalten müsse und dann die Einschränkungen sicher wieder vorbei seien. „Denn Wochen haben manche Bewohner nicht. Die letzte Lebensphase bedarf eines besonderen Augenmerks in der Gestaltung. Und auch wenn die Mitarbeiter aktuell bangen und hoffen, dass das Virus nicht die Pforten ihrer Einrichtung überquert, stecken sie den Kopf nicht in den Sand und werden kreativ in der Beschäftigung der Bewohner – ohne direkten Kontakt, halten zusammen, zeigen Nächstenliebe in einem unbeschreiblichen Maß,“ schildert die VKA-Sprecherin.

Videotelefonate spenden Trost

Die Tagesgestaltung im St. Vincentius erfolge in Einzelbetreuung: „Es werden Spaziergänge angeboten, Geschichten erzählt, spezielle Grüße für die Lieben zu Hause gebastelt.“ Weil Besuche aufgrund von strikten Besuchsverboten nicht möglich sind, können Videotelefonate Trost spenden. Der VKA hat hierfür in den Einrichtungen spezielle Tablets verteilt und die Mitarbeiter unterstützen dies vor Ort. Bei Bewohnern, die sich nicht mehr selbst artikulieren können, übernehmen die Betreuungskräfte die Gespräche mit den Familien und schildern, wie es Mama, Papa, Onkel oder Tante geht. An den jeweiligen Eingangsbereichen der Einrichtungen können Angehörige jederzeit Geschenke, Päckchen, Briefe für ihre Lieben abgeben.

Messen und Seelsorge finden per Live-Übertragung statt. Andachten auch in den Gartenanlagen der VKA-Einrichtungen.

Im Ev. Alten- und Pflegeheim Haus Phöbe in Rimbeck gibt es zurzeit ebenfalls noch keinen Corona-Fall. „Natürlich halten wird uns an alle vorgegebenen Schutzmaßnahmen und Auflagen, mehr können wir in dieser Situation nicht tun, um ein Eindringen des Coronavirus zu verhindern. Wir hoffen das Beste“, sagt Manuela Schunk, Referentin der Evangelischen Frauenhilfe Westfalen, die Träger der Einrichtung ist. Das Haus Phöbe verfügt über 68 Betten, davon 66 vollstationäre Plätze sowie fünf Kurzzeitpflegeplätze.

Die Gefahr einer Ansteckung ist immer da

„Die Gefahr, dass uns das Virus ereilt, ist immer da, trotz Kontaktsperre“, sagt Andrea Schröder, Leiterin der Seniorenwohnanlage Haus am Steingarten in Willebadessen , die vom Sozialnetzwerk Arche (Diakonie Bayern) getragen wird. Gänzlich ausschließen lasse sich eine Infektion nicht. „Da können die Sicherheitsvorkehrungen noch so groß sein.“ Das Haus hält 40 Plätze vor. „Bislang haben sich bei uns weder Pflegekräfte noch Bewohner infiziert“, freut sie sich. Die Corona-Krise habe auch auf bürokratischer Ebene zu einem erheblichen Mehraufwand geführt. „Täglich bekommen wir etwa Mails von der Heimaufsicht oder dem Gesundheitsministerium. Da benötigt man Stunden, um sich auf dem Laufenden zu halten“, so Schröder.

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