Ortsverband Warburg des Kinderschutzbundes feiert 30-Jähriges
Eine Lobby für die Kleinsten

Warburg (WB). Der Ortsverband Warburg des Deutschen Kinderschutzbundes feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. In Corona-Zeiten hat der Kinderschutzbund dazu aufgerufen, Masken für Schüler zu nähen. Mit 15 Frauen wird aktuell fleißig genäht, damit die Grundschüler gut ausgestattet sind, wenn für sie der Schulalltag wieder losgeht.

Dienstag, 28.04.2020, 14:04 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 14:10 Uhr
Sie haben den Ortsverband Warburg des Kinderschutzbundes geprägt: Helena Schaeffer, Gründerin und Vorsitzende bis 1993, Hildegard Heikenfeld, Vorsitzende von 1993 bis 2012, sowie Maria Zimmermann, Vorsitzende von 2012 bis heute. Foto: Kinderschutzbund
Sie haben den Ortsverband Warburg des Kinderschutzbundes geprägt: Helena Schaeffer, Gründerin und Vorsitzende bis 1993, Hildegard Heikenfeld, Vorsitzende von 1993 bis 2012, sowie Maria Zimmermann, Vorsitzende von 2012 bis heute. Foto: Kinderschutzbund

1953, also vor fast 70 Jahren, wurde der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) ins Leben gerufen. Der Verband hatte sich die Aufgabe gestellt, eine kinderfreundliche Gesellschaft zu fördern. Unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder Nationalität sollten Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen eine Lobby bekommen.

Gegründet am 24. April 1990

1983 trugen Helena Schaeffer, Hannelore Hartmann, Christiane Roeper und weitere engagierte Frauen die Arbeit des DKSB-Kreisverbandes Höxter nach Warburg. Sie gründeten am 24. April 1990 mit insgesamt 15 Mitgliedern den Warburger Ortsverband des Kinderschutzbundes.

Helena Schaeffer leitete als Vorsitzende viele Jahre den Verein, Christiane Roeper und Hannelore Hartmann ergänzten den Vorstand. Hannelore Hartmann, die bis 2017 als Schatzmeisterin die Geschäfte des Vereins geführt hat, verstarb vor wenigen Wochen.

Kleiderladen in der Kalandstraße

Hildegard Heikenfeld war seit 1985 Schriftführerin und übernahm 1993 die Leitung des Warburger Ortsverbandes. Sie leitete von 1993 bis 2012 den Verein und wurde für ihr Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für Solidarität und Vorbild ausgezeichnet. Ein Dutzend ehrenamtlicher Mitarbeiter unterstützte ihre Arbeit.

Eine zentrale Rolle der Vereinsarbeit nahm der zunächst in der Kalandstraße 23 niedergelassene Kleiderladen ein. Er wurde durch private Sach- und Kleiderspenden ermöglicht. Familien und Alleinerziehende konnten hier kostengünstige Kleidung, Kinderwagen und Spielzeug erwerben. Die Einnahmen dienten den sozialen Aufgaben des Vereins. Kinderfeste wurden organisiert, Theateraufführungen mitfinanziert, Spielgeräte gesponsert und Sitzgelegenheiten auf Plätzen gespendet.

Umzug in die Sternstraße

Schon bald brauchte der Kleiderladen größere Räume. Der Umzug in die Sternstraße 41 erweiterte die Verkaufsfläche erheblich, außerdem verfügte der neue Standort über einen Innenhof, der für zahlreiche Kinderfeste genutzt werden konnte. Über viele Jahre war der Kleiderladen eine geschätzte Institution als Anlaufstelle für Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen.

Nach Verkauf des Hauses in der Sternstraße 41 verlegte der Kinderschutzbund seinen Kleiderladen in den Mönchhof. Die Stadt benötigte einige Jahre später die Räume für schulische Zwecke, so dass der Kleiderladen aufgelöst wurde.

Präsent ohne eigene Räume

Auch ohne eigene Räumlichkeiten ist der Verein weiterhin mit vielen Veranstaltungen präsent. Seit 2012 nutzt der Kinderschutzbund Räume bei Kirchen, der VHS oder privaten Anbietern, um seine Angebote durchzuführen, etwa Kochkurse im evangelischen Gemeindehaus in Rimbeck und in der Eisenhoitschule, Nähkurse im Haus Böttrich, interne Schulungen im Seminarraum Wandura.

Überhaupt wird die Arbeit des Warburger Kinderschutzbundes von zahlreichen Unternehmen und Institutionen geschätzt und durch Spenden tatkräftig unterstützt. Seit seiner Gründung vor 30 Jahren zählt der Kinderschutzbund Warburg zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Leben der Stadt Warburg.

Fahrten werden gesponsert

Seit vielen Jahren sponsert der Verein Fahrten zu den Karl-May-Festspielen nach Elspe für Kinder und Begleitpersonen. In den vergangenen Jahren konnte der Verein Ferienfreizeiten auf dem Internationalen Schulbauernhof in Hardehausen anbieten und so Kindern positive Erlebnisse vermitteln.

Der Verein hat sich zu allen Zeiten durch spontane, unbürokratische Hilfe ausgezeichnet, sei es während des Balkan-Krieges in den 90er -Jahren oder während der Flüchtlingskrise der vergangenen Jahre. Seit 2012 leitet Maria Zimmermann den Kinderschutzbund Warburg als Vorsitzende. Unterstützt wird sie durch ihre Stellvertreterin Hildegard Franco. Manfred Misselwitz ist seit seinem Ruhestand Schatzmeister.

Familienfest für Herbst geplant

Die Aufgaben sind für den Verein, in dem sich aktuell etwa ein Dutzend Mitgliede aktiv engagieren, nicht kleiner geworden, Ziel ist die Umsetzung von Teilhabe sozial benachteiligter Kinder. Der Kinderschutzbund stärkt seit Jahren in Ferienkursen Alltagskompetenzen von Kindern und Jugendlichen und setzt sich für deren Rechte und Schutz ein. Das Kapital dafür wird durch Aktionsstände auf der Oktoberwoche oder dem Waffelbacken in der Innenstadt erwirtschaftet.

Für den Herbst plant der Kinderschutzbund zum 30-jährigen Bestehen des Ortsverbandes ein großes Familienfest. Ob es stattfinden kann, steht noch nicht fest.

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