Appell an die vielen Besucher in der Corona-Krise: „Bleiben Sie auf den Wegen“
Jäger und Förster hängen Schilder auf

Warburg (WB/vah). In Zeiten der Kontaktsperre spendet ein Besuch im Wald Trost und weckt die Lebensgeister. Und eine Tour durch den Forst steht in diesen Tagen bei vielen Leuten ganz oben auf der Liste der Freizeitbeschäftigungen. Doch das bleibt nicht ohne Folgen – wie die Kreisjägerschaft und die Förster des Landesbetriebs Wald und Holz berichten.

Sonntag, 03.05.2020, 23:05 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 23:10 Uhr
Solche Schilder sind an vielen Stellen an den Wegen durch die Wälder zu finden. Jagdpächter haben sie aufgehängt. Foto: Jürgen Vahle
Solche Schilder sind an vielen Stellen an den Wegen durch die Wälder zu finden. Jagdpächter haben sie aufgehängt. Foto: Jürgen Vahle

In Deutschland ist es nicht verboten, durch die Wälder zu gehen. Jeder darf ihn nach Bundeswaldgesetz frei, aber auf eigene Gefahr betreten. Natürlich gibt es einige Spielregeln (beispielsweise ist Campen verboten), doch prinzipiell ist es erlaubt, auch außerhalb der Wege durch die Bäume zu streifen. Doch genau dass möchte die Kreisjägerschaft mit Rücksicht auf die „Kinderstube“ der Tiere verhindern.

Besucher im Wald bedeuten Stress für die Tiere

Mit Schildern, die auch Mitglieder der Kreisjägerschaft Höxter nach Vorlagen des Landesjagdverbandes an vielen Waldwegen in der Region aufgehängt haben, machen sie auf das Problem aufmerksam: „Viele Waldtiere sind gerade trächtig oder haben kürzlich Nachwuchs bekommen. Die derzeit hohe Zahl an Besuchern im Wald bedeuten Stress für diese Tiere“, berichtet Achim Frohss, stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft.

In Einzelfällen könne das schlimme Folgen wie Fehlgeburten haben, wenn sich die Tiere fluchtartig vor Wanderern oder frei laufenden Hunden im Wald verstecken wollten. Er hofft darauf, dass Waldbesucher auf den Wegen bleiben und Hunde anleinen. Die Schilder seien kein Verbot, sondern eine Bitte. „Besucher, die ich im Wald auf das Problem angesprochen habe, sind sehr verständnisvoll“, berichtet Achim Frohss. Vielen sei das Problem so gar nicht bekannt gewesen.

Brandschutz bleibt ein Thema

Dass die Zahl der Menschen im Wald seit der Corona-Krise deutlich gestiegen ist, bestätigen nicht nur die Jäger. Jan Preller, Leiter des Hammerhofes, berichtet von gut genutzten Wanderparkplätzen und Autos, die an den Wirtschaftswegen oft bis tief in den Wald hinein abgestellt werden. „Wir spüren ein enormes Interesse am Wald. Das führt aber auch bei uns gelegentlich zu Problemen beispielsweise bei der Holzabfuhr.“ Auch der Brandschutz war zuletzt ein Thema. 100 Schilder hat der Landesbetrieb im Wald aufgehängt, um für das Thema zu sensibilisieren. Die Lage hat sich aber nach den Regenfällen der vergangenen Tage vorerst etwas entspannt.

„Der Wald ist derzeit auch Patient“

Die Förster vom Hammerhof freuen sich trotz aller Probleme über das gestiegene Interesse vieler am Forst. „Der Wald ist derzeit auch Patient, viel mehr als in den 80er Jahren“, berichtet Jan Preller. Die dramatischen Folgen von Trockenheit, Borkenkäferbefall und Baumsterben würde vielen erst in diesen Tagen bewusst, berichtet Jan Preller.

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