Friseure arbeiten nach Corona-Zwangspause unter strengen Hygiene-Auflagen
Schnipp, schnapp, Haare ab

Warburg (WB). Der Haaransatz müsste dringend mal nachgefärbt werden? Der Kurzhaarschnitt wieder in Form gebracht oder einfach nur der Pony gekürzt werden? All diese haarigen Probleme dürfen Friseure jetzt wieder lösen – mit Mundschutz und unter strengen Hygiene-Auflagen.

Montag, 04.05.2020, 21:00 Uhr
Die Abläufe beim Friseurbesuch sind für Kunden neu: Draußen vor dem Geschäft die Hände waschen und desinfizieren, mit Mundschutz auf Einlass warten, seinen Namen in eine Liste eintragen – erst dann geht es auf den Frisierstuhl. „Wir werden uns alle daran gewöhnen“, meint Uwe Beine vom Friseursalon Beine in Warburg. Ein bisschen Humor und Improvisation gehört nach seiner Meinung aber auch dazu: Für das Problem der beim Haareschneiden störenden Mundschutz-Gummis hinter dem Ohr der Kunden hat Uwe Beine schon eine Lösung gefunden: mit Kartontragegriffen aus Plastik klemmt er die Gummibänder im Nacken fest. Foto: Silvia Schonheim
Die Abläufe beim Friseurbesuch sind für Kunden neu: Draußen vor dem Geschäft die Hände waschen und desinfizieren, mit Mundschutz auf Einlass warten, seinen Namen in eine Liste eintragen – erst dann geht es auf den Frisierstuhl. „Wir werden uns alle daran gewöhnen“, meint Uwe Beine vom Friseursalon Beine in Warburg. Ein bisschen Humor und Improvisation gehört nach seiner Meinung aber auch dazu: Für das Problem der beim Haareschneiden störenden Mundschutz-Gummis hinter dem Ohr der Kunden hat Uwe Beine schon eine Lösung gefunden: mit Kartontragegriffen aus Plastik klemmt er die Gummibänder im Nacken fest. Foto: Silvia Schonheim

Warteschlangen vor Geschäften

Bei einigen Salons, die ohne Voranmeldung arbeiten, bildeten sich am Montagmorgen vor den Geschäften Warteschlangen. „Die Kunden sind aber sehr verständnisvoll, nehmen beim Warten Rücksicht und halten Abstand“, sagt Uwe Beine vom Friseursalon Beine in Warburg. Schließlich dauere auch alles länger – der Sitzplatz müsse für den nächsten Kunden gereinigt werden genauso wie Kämme oder Scheren. Beine: „An die neuen Abläufe werden wir uns alle gewöhnen.“

Um dem verstärkten Kundenaufkommen nach der wochenlangen Corona-Zwangspause gerecht werden zu können, hat Uwe Beine mit einem kleinen Team aus zwei Mitarbeitern am Montag einen Sonderöffnungstag ausschließlich für Männer angeboten. „So können wir etwas Druck rausnehmen“, erklärt er. Männerhaarschnitte seien trotz der geltenden Vorgabe, die Haare vor dem Schnitt waschen zu müssen und anschließend zu föhnen, zügiger erledigt. Ab Dienstag dürften wieder alle Kunden vorbeikommen.

Terminbuch voll bis Ende Mai

Während Beine mit seinem Team in der Berliner Straße ohne Terminvereinbarung arbeitet, werden in seinem zweiten Salon im Warburger Krankenhaus Termine vergeben: „Fast bis Ende Mai ist das Buch voll.“

Die größte Arbeitserschwernis sei für ihn der Mundschutz: „Diesen den ganzen Tag über tragen zu müssen, das habe ich wohl unterschätzt.“

Mundschutz ist größte Arbeitserschwernis

Ähnlich sieht das Cornelia Hoffmann, Chefin von „Planet Hair“: „Aber ich will mich nicht beschweren. Ich bin froh, dass wir heute hier wieder stehen und arbeiten dürfen.“

Obwohl ihr Geschäft sechs Wochen geschlossen war, sei sie jeden Tag vor Ort gewesen: „Ich habe renoviert, gestrichen und alte Möbel gegen neue ausgetauscht.“ Jetzt läuft der Laden wieder: „Wir arbeiten so viel wir dürfen“, sagt die Friseurmeisterin. Denn aufgrund der geltenden Abstandsregelung fallen in ihrem Geschäft von zehn Kundenplätzen vier weg.

Kaum verunglückte Selbstversuche

Verunglückte Selbstversuche habe sie am ersten Öffnungstag nach der Zwangspause kaum gesehen: „Eine Haarfärbung war misslungen, die Haare waren orange anstatt rot. Der Kundin konnten wir aber schnell helfen.“ Die meisten hätten geduldig auf die Öffnung der Friseurläden gewartet – so auch Marita Jakob aus Warburg. Nach zwei Stunden bei „Planet Hair“ saß ihre Kurzhaarfrisur perfekt und auch die Haarfarbe leuchtete wieder.

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