Do., 14.05.2020

Bis Juli wohl kaum Gäste an der Eversburg bei Warburg Camper aus Holland kommen nicht

Aufgrund der Corona-Krise kommen zurzeit keine Niederländer zum Warburger Campingplatz Eversburg. Inhaberin Karin Göbel bedauert das sehr. Normalerweise hätte die Gastgeberin mit ihnen schon den Königstag gefeiert.

Aufgrund der Corona-Krise kommen zurzeit keine Niederländer zum Warburger Campingplatz Eversburg. Inhaberin Karin Göbel bedauert das sehr. Normalerweise hätte die Gastgeberin mit ihnen schon den Königstag gefeiert. Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Warburg (WB). Zum Königstag am 27. April wäre es normalerweise voll geworden. 30 bis 40 Niederländer hätten dann auf dem Campingplatz Eversburg in Warburg den Geburtstag ihres Königs Willem-Alexander gefeiert. Doch Corona hat auch diese schöne Tradition behindert: Die Niederländer können nicht kommen.

„Das ist wirklich traurig. Zu vielen habe ich ein sehr gutes, freundschaftliches Verhältnis. Sie gehören quasi zur Familie“, sagt Campingplatzinhaberin Karin Göbel über die ausbleibenden Gäste. „Sie dürfen zurzeit nur aus beruflichen Gründen nach Deutschland einreisen, nicht aus touristischen. Erst ab 1. Juli soll sich das ändern.“ Das habe zur Folge, dass bisher kaum Camper da seien. Eine ungewohnte Situation.

Manche Camper seit vier Generationen in Warburg

Denn in der Eversburg haben viele Niederländer ihr zweites Zuhause gefunden. Die Wurzeln dafür reichen bis in die 1960er-Jahre zurück. Damals waren viele Niederländer als Soldaten bei Brakel stationiert. „Die kamen dann hierher“, erinnert sich Göbel. Per Fahrrad und Zelt, später per Faltwagen hätten sie sich in der Hansestadt erholt. Ab den 1970er- und 1980er-Jahren seien viele dann mit den ersten Mini-Wohnwagen vorgefahren. So entstand eine Verbundenheit, die bis heute anhält.

„Manche sind 80 Jahre alt und kommen schon ihr halbes Leben hierher. Manche Dauercamper sind sogar seit vier Generationen hier“, sagt Göbel. Viele niederländische Camper wurden dafür auch schon ausgezeichnet – und bekamen etwa von Bürgermeister Michael Stickeln Präsente überreicht. Entsprechend verbunden seien die Niederländer mit ihrer zweiten Heimat.

„Das Telefon klingelt die ganze Woche.“

„Das Telefon klingelt die ganze Woche“, erklärt Karin Göbel. Dauercamper sprechen mit der Inhaberin des Campingplatzes über die Situation. Manche bitten sie darum, ihr Vorzelt zu kontrollieren oder am Wohnwagen nach dem Rechten zu schauen. „Die meisten sagen mir: Wenn wir wieder einreisen können, dann kommen wir.“

Auch die spontanen Besucher fehlen zurzeit. Viele Niederländer machten sich etwa per Fahrrad von Nijmegen aus auf den Weg nach Prag. Auf der berühmten Route legten immer wieder Radler einen Halt an der Eversburg ein. Auch diese Übernachtungen fallen weg.

Café auf dem Campingplatz ist offen

Seit Montag darf Göbel zwar wieder das Café auf dem Campingplatz öffnen. Kaffee und Kuchen lassen sich dort aber weniger Gäste schmecken, als normalerweise um diese Zeit – auch weil die anderen Dauercamper fehlten. „Manche kommen mal für einen halben Tag vorbei, um den Rasen zu mähen oder sauber zu machen“, sagt Göbel. Das war es dann aber auch schon.

Umso mehr hofft Göbel, dass die Niederländer bald wieder nach Warburg kommen. Dann kann auch wieder traditionell die niederländische Fahne gehisst werden. „Normalerweise hätten wir die schon längst oben.“

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