HPZ unterstützt Kampagne: Größere Anerkennung für Pflege-, Fach- und Hilfskräfte
Mehr wert als ein „Danke“

Warburg (WB). Nach der Corona-Krise ist vor der nächsten Krise: Knapp 40 Träger und Verbände aus der Sozialwirtschaft – unter ihnen die Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn, zu der auch das HPZ St. Laurentius in Warburg gehört, – haben die Initiative „Mehr-wert-als-ein-Danke“ auf den Weg gebracht.

Donnerstag, 28.05.2020, 11:00 Uhr
Mehr finanzielle und ideelle Anerkennung für die Arbeit ihrer Mitarbeiter fordern 23 große Sozialunternehmen in der Petition „Mehr wert als ein Danke“. Die Caritas Wohn- und Werkstätten, hier das HPZ St. Laurentius, beteiligen sich an der Aktion Foto: Ralf Benner
Mehr finanzielle und ideelle Anerkennung für die Arbeit ihrer Mitarbeiter fordern 23 große Sozialunternehmen in der Petition „Mehr wert als ein Danke“. Die Caritas Wohn- und Werkstätten, hier das HPZ St. Laurentius, beteiligen sich an der Aktion Foto: Ralf Benner

Mit der an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages gerichteten bundesweiten Aktion setzen sich die Beteiligten für bessere Arbeitsbedingungen, gerechten Lohn und mehr Wertschätzung für Pflege-, Fach- und Hilfskräfte ein.

50.000 Unterschriften sollen gesammelt werden

Mehr als 100.000 Mitarbeiter stehen hinter den Akteuren und verleihen den Forderungen damit Nachdruck. Ziel der Initiative ist, in einem ersten Schritt mindestens 50.000 Unterschriften zu sammeln, um damit eine entsprechende Eingabe in den Petitionsausschuss des Bundestages zu ermöglichen.

„Aktuell erhalten Krankenschwestern, Ärzte, Altenpfleger aber auch Sozialarbeiter, Heilerziehungspfleger, Heilpädagogen, die in unserem Unternehmen arbeiten, sehr viel gesellschaftliche Anerkennung, weil sie dringend gebraucht werden. Nach der Krise wird aber vor der Krise sein. Umso wichtiger ist es jetzt, genauer hinzuschauen“, sagt Karl-Heinz Vogt, Vorstandsvorsitzender des Unternehmensverbundes Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn und zugleich Geschäftsführer der Caritas Wohnen im Hochstift.

Gesundheits-, Pflege- und Sozialsystem in vielen Bereichen unterfinanziert

Die Krise zeige, dass das Gesundheits-, Pflege- und Sozialsystem in Deutschland in vielen Bereichen unterfinanziert sei und es an ausreichend Arbeits- und Fachkräften mangelt, sagt Vogt. „Über die Konkurse und Schließungen von kleineren Krankenhäusern wurde bereits vor der Corona-Pandemie diskutiert, allerdings ohne eine nennenswerte Kehrtwende in der Politik“, sagt er.

Ob das jetzt anders wird? „Auch die geringe Bezahlung von Pflegekräften ist schon lange ein Thema in der Politik. Wird die Bezahlung nach der Corona-Pandemie anders sein? Es gilt dem Gesundheits-, Pflege- und Sozialsystem nachhaltig einen angemessenen Wert zukommen zu lassen und es entsprechend zu stärken.“

Konkret fordern die Sozialunternehmen in der Initiative „Mehr-wert-als-ein-Danke“ eine an die erforderlichen Rahmenbedingungen angepasste Personalausstattung, damit mehr Zeit für und mit den anvertrauten Menschen bleibt.

Deutliche Anhebung des Mindestlohns und Tarifbindung gefordert

Zu verbesserten Rahmenbedingungen gehören zudem die deutliche Anhebung des Mindestlohns sowie eine Tarifbindung in der gesamten Sozialwirtschaft, mehr Wettbewerb um gute Ideen und Qualität in der Facharbeit sowie die Stärkung der Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Der Wert des Arbeitens für und mit Menschen muss generell in Politik und Gesellschaft nachhaltiger verankert werden, fordern die Unternehmen. Teilhabe, Inklusion, Solidarität und Gesundheit seien im Grundgesetz verankerte und nicht verhandelbare Werte. Deshalb setzen sich die Unternehmen für eine Kehrtwende in der Politik und im gesellschaftlichen Bewusstsein ein.

Petition noch bis zum 1. Juni online gestellt

Die Petition der bisher 37 Verbände und Unternehmen aus der Sozialwirtschaft ist unter der Internetseite www.mehr-wert-als-ein-danke.de noch bis Montag, 1. Juni, online zu finden. Jeder Interessierte kann die darin aufgeführten Anliegen mit seiner Unterschrift unterstützen und die Petition per ­E-Mail, Twitter, Facebook und WhatsApp weiterverbreiten. Unternehmen und Verbände aus der Sozialwirtschaft können sich darüber hinaus selbst an der Petition beteiligen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7426336?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Ein Ende und ein Anfang
Rheda-Wiedenbrück: Eine Luftaufnahme der Tönnies Holding. Foto: Guido Kirchner/dpa
Nachrichten-Ticker