Beratung für Landwirte und ihre Angehörigen
Konflikte in Familien lösen

Warburg (WB). Dort, wo Menschen zusammen leben und arbeiten, bleiben Konflikte nicht aus. Streitigkeiten kennen auch viele Familien auf Bauernhöfen. Dass sich ein Gespräch lohnt, wissen die Experten von der Ländlichen Familienberatung Hardehausen.

Mittwoch, 17.06.2020, 09:00 Uhr
Wenn es Konflikte auf dem Bauernhof gibt, sollte die betroffene Familie nicht warten, bis es zu spät ist, sondern sich rechtzeitig Hilfe und Beratung holen. Das wünscht sich Maria Höschen als Geschäftsführerin der Ländlichen Familienberatung Hardehausen. Foto:
Wenn es Konflikte auf dem Bauernhof gibt, sollte die betroffene Familie nicht warten, bis es zu spät ist, sondern sich rechtzeitig Hilfe und Beratung holen. Das wünscht sich Maria Höschen als Geschäftsführerin der Ländlichen Familienberatung Hardehausen.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Familien aus dem ländlichen Bereich einen Raum zu geben, in dem sie offen und ehrlich miteinander reden können“, sagt Maria Höschen.

Als Geschäftsführerin der Ländlichen Familienberatung (LFB) Hardehausen gehen bei ihr die „Hilferufe“ ein.

Generationenkonflikte und Hofübergabe

Seit 2015 ist die LFB beratend tätig. „Der häufigste Grund für den Griff zum Hörer sind Generationenkonflikte auf den Höfen“, schildert sie. Dort, wo Menschen tagtäglich gemeinsam arbeiten, komme es häufig zu Auseinandersetzungen.

Auch das Thema Hofübergabe werde in den Beratungsgesprächen häufig beackert. „Entweder sind es die Eltern, die sich an uns wenden, weil sie nicht wissen, wem sie den Hof übergeben sollen, oder es sind die Kinder, die anrufen, um Ärger zu vermeiden“, sagt Höschen.

Weitere Themenfelder seien Eheprobleme und die Sorge um den Betrieb. „Der wirtschaftliche Druck auf den Höfen steigt“, schildert sie. „Hinzu kommen aber auch Versagensängste oder die psychische Last, eine hohe Investition zu schultern“, erzählt Maria Höschen.

Rechtzeitig alle an einen Tisch holen

Ihre Vision ist ein ehrlicher und sorgsamer Umgang innerhalb der Familien. Sie wünscht sich mutige Menschen, die nicht warten, bis es zu spät ist, sondern rechtzeitig alle an einen Tisch holen.

Sie weiß, dass der Schritt die Personen, die sich bei ihr melden, oft Überwindung kostet. Genau das sei aber der erste Schritt in die richtige Richtung.

Die LFB-Geschäftsführerin weiß, wie Menschen vom Hof ticken: Die studierte Landwirtin ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden und lebt inzwischen mit ihrem Mann, ihren beiden gemeinsamen Kindern und ihren Schwiegereltern auf dem Hof ihres Mannes. Dort betreiben sie Ackerbau und Schweinemast. Zusätzlich ist sie als Geschäftsführerin der LFB tätig.

Berater und Familie kennen sich nicht

Nach einem „Hilfeanruf“ vermittelt sie ehrenamtliche Berater an die Rat suchende Familie. Dabei achtet sie darauf, dass sich Berater und Familie nicht kennen.

Sie selbst berät nicht. Die 17 Berater und Beraterinnen haben ebenfalls alle landwirtschaftlichen Bezug oder kommen von einem Hof.

„Es ist den Anrufern sehr wichtig, dass die Berater wissen, was es heißt, in einem landwirtschaftlichen Betrieb groß zu werden“, erklärt Maria Höschen.

Ob die Beratung der Familie hilft, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen? Das kann auch Maria Höschen nicht versprechen.

„Für eine gute Lösung ist es wichtig, dass die Familien in den Gesprächen offen und ehrlich sind“, erklärt sie. Und weiter: „Manchmal gehören auch Wut und Tränen dazu.“ Oft kommen während der Sitzungen Themen auf den Tisch, die jahrelang verschwiegen wurden. Obwohl das oft unangenehm ist, helfe genau das aber, einen Konflikt zu lösen.

Maria Höschen ist überzeugt, dass die Beratung einen Raum gibt, in dem alle Familienmitglieder zu Wort kommen und ihre Wünsche, Ängste und Sorgen formulieren können. Das helfe, einander besser zu verstehen.

Mehr über die Ländliche Familienberatung Hardehausen im Erzbistum Paderborn erfahren Interessierte im Internet (www.lfb-hardehausen.de) oder per Telefon (05642/982366).

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