CDU stellt Schwerpunkte für die kommenden zehn Jahre vor
Warburg zu einer Marke machen

Warburg (WB). Mit einem inhaltlich dicken Programm gehen die Warburger CDU und ihr Bürgermeisterkandidat Tobias Scherf in den Kommunalwahlkampf. Am Donnerstag hat die Partei die Schwerpunkte und ihre Ziele für die Zeit bis 2030 vorgestellt.

Freitag, 26.06.2020, 23:37 Uhr aktualisiert: 27.06.2020, 05:03 Uhr
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Hubertus Kuhaupt und Bürgermeisterkandidat Tobias Scherf haben am Donnerstag das Wahlprogramm der CDU vorgestellt. Mit zum Wahlkampfteam gehören Birgit Kuchenreiter und Jennifer Spönlein (von links). Foto: Jürgen Vahle
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Hubertus Kuhaupt und Bürgermeisterkandidat Tobias Scherf haben am Donnerstag das Wahlprogramm der CDU vorgestellt. Mit zum Wahlkampfteam gehören Birgit Kuchenreiter und Jennifer Spönlein (von links). Foto: Jürgen Vahle

Wirtschaft

Kernthema der CDU auch in Warburg ist die Wirtschaft. Ziel sei es, dass sich an der neuen Anbindungsstraße Oberer Hilgen­stock/B252 ein neues Gewerbegebiet ansiedelt. Ab 2023 soll das möglich sein. Daneben will die CDU das Thema Innenstadtentwicklung vorantreiben. Das Konzept, bereits vom Rat verabschiedet, soll weiter forciert werden und die Bereiche Mobilität, Verkehrsführung und Stadtentwicklung beinhalten.

Deutlich nach vorne bringen will die CDU den Tourismus. Dazu solle auch die Verwaltung in diesem Bereich personell aufgestockt werden. Mit der deutlichen Erweiterung der Hotelkapazitäten in Warburg, Germete und Scherfede sei es nun auch möglich, das große Potential für neue Arbeitsplätze zu heben, macht CDU-Stadtverbandsvorsitzender Hubertus Kuhaupt deutlich. Warburg müsse zu einer Marke werden, der Schulterschluss auch mit den Touristikern im Sauerland, in Nordwaldeck und dem Kreis Kassel gesucht werden. Touristische Perlen wie die Innenstadt, der Desenberg, die Holsterburg oder auch Hardehausen müssten für Besucher zu Paketen zusammengeschnürt werden.

Hand in Hand mit dem Tourismus soll auch das Kulturangebot weiter entwickelt werden. Beispielsweise müsse ein Fest wie das „Bunte Warburg“ im Vorjahr auf neue Füße gestellt und auch mit Unterstützung der Stadt etabliert werden. Kulturschaffende sollen Unterstützung erhalten und deren Angebote in einem eigenen Veranstaltungskalender präsentiert werden.

Einsetzen will sich die CDU dafür, dass der ländliche Raum für Gründer und Freiberufler interessanter wird. Co-Working-Spaces, also Gebäude, in denen für kleines Geld voll ausgestattete Büros kurz und auch langfristig angemietet werden könnten, sollen ein Anreiz sein.

Ehrenamt

Das Ehrenamt und die Stärkung der Orte liegen der CDU besonders am Herzen. Ortsbeiräte sollen daher mit größeren und frei verfügbaren Budgets ausgestattet werden. „Wir müssen die Verantwortung für die Entwicklung der Orte zurück in die Dörfer geben. Die wissen vor Ort am besten, wo anzupacken ist“, sagt Hubertus Kuhaupt. Dadurch erhofft sich der Stadtverbandsvorsitzende auch, neues Interesse an der Kommunalpolitik wecken zu können. Gleiches Ziel habe die Einrichtung eines Jugendbeirates, der Rat und Verwaltung in bestimmten Fragen beraten soll.

Mobilität

Die Mobilität der Warburger nimmt im Programm der CDU einen großen Raum ein. Jedes touristische Ziel und jeder Ort müsse sicher per Rad erreicht werden können. Das gelte auch für die zuletzt diskutierten Radwege nach Daseburg und Herlinghausen. Hier müssten Lösungen gefunden werden. Auch die Beschilderung der Radwege soll in Zukunft eindeutiger werden.

In Sachen Bus- und Bahn will die CDU eine Schnellbusverbindung über Brakel nach Höxter vorantreiben und mit der Bahn über einen Haltepunkt in Bonenburg sprechen. Am Warburger Bahnhof müssten die Abstellmöglichkeiten für Rad und Auto verbessert werden. Außerdem müsste das Umfeld gepflegter und sicherer werden. Für Tobias Scherf geht es darum, dass alle Verkehrsmittel im Stadtgebiet attraktiver miteinander verknüpft werden. Auch neue Pendlerparkplätze an der A44 und den Bundesstraßen müsse man im Auge haben.

Attraktivitätssteigerung

Wie auch auf Kreisebene will die Warburger CDU den Ausbau des Internets vorantreiben. Glasfaser bis an jedes Haus und auch zu den Aussiedlerhöfen sei das Ziel. Ob das allerdings im Zeitraum von fünf Jahren realisierbar ist, wie sich das die Kreis-CDU vorgenommen hat, glaubt Hubertus Kuhaupt nicht. Aber: „Je schneller, desto besser!“ In jedem Fall schneller sollen öffentliche WLAN-Hotspots in Warburg und allen Dörfern kommen.

Zufrieden sollen vor allem Familien in Warburg sein. Daher denkt die CDU darüber nach, Betreuungszeiten in städtischen Kitas noch weiter an den Bedarf der Eltern anzupassen und auszuweiten. „Vielleicht zunächst als Pilotprojekt in Ossendorf und Scherfede“, sagt Hubertus Kuhaupt.

Am Schwimmbadkonzept müsse weiter gearbeitet werden. Wie berichtet gibt es Pläne, Hallen- und Freibad zu einem Kombibad auf dem Gelände des Waldbades zu vereinen. Die Kosten würden aber bei etwa 20 Millionen Euro liegen. Bei der Jugendarbeit müsse überlegt werden, ob mit Hilfe des Jugendzentrums Mönchehof das Angebot weiter ausgebaut werden könne.

In Warburg soll es für Familien weiter in jedem Dorf und der Kernstadt städtische Bauplätze geben. Leerstände und Schrottimmobilien sollen verstärkt aufgekauft, abgerissen und das Land als Bauplätze wieder angeboten werden. Der Zustand von Straßen und Wegen solle in einem Konzept erfasst und nach den jeweiligen Prioritäten verbessert werden.

Nachhaltigkeit

Die CDU stellt sich vor, dass Warburg bis 2050 klimaneutral wird. „Manchen geht das nicht schnell genug, aber wir brauchen bei allem auch ein gewisses Augenmaß“, sagt Hubertus Kuhaupt. Um das zu erreichen, will die Partei vor allem regionale Wirtschaftskreisläufe stärken. Ein Regionalmarkt (Feierabendmarkt) soll weiter angeboten werden, die Internetplattform für regionale Firmen (www.remapla.de) weiter ausgebaut werden. Der Stadtwald müsste schnellstens und vollständig aufgeforstet werden, außerdem soll es mehr Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden geben. Der Fuhrpark der Stadt müsse auf alternative Antriebe umgerüstet werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7470043?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Auch in der Bundesliga mutig sein
DSC-Trainer Uwe Neuhaus (blaues Shirt) begrüßte seine Bundesligamannschaft zum ersten Training. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker