Partei macht beim Thema Fahrradsicherheit im Stadtrat weiter Druck
Grüne fordern orange Linien

Warburg (WB). Bündnis 90/Die Grünen lassen nicht locker, um die Situation für Radfahrer in Warburg auch kurzfristig zu verbessern. Nachdem ihr Antrag auf Pop-up-Radwege vom Bahnhof zum Diemelradweg (Radwege auf Zeit) in der jüngsten Ratssitzung aus grundsätzlichen Erwägungen mehrheitlich abgelehnt worden ist, geht die Partei für die nächste Sitzung des Rates am 18. August mit zwei weiteren Vorschlägen in die Offensive.

Freitag, 14.08.2020, 21:20 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 21:50 Uhr
Nur wenige Fahrradübergänge – wie an der Ecke Paderborner Tor/Am Heidweg/Kuhtrift – haben Schutzmarkierungen. Das wollen die Grünen möglichst schnell ändern und machen die Angelegenheit in einem Antrag an den Rat dringend. Foto: Jürgen Vahle
Nur wenige Fahrradübergänge – wie an der Ecke Paderborner Tor/Am Heidweg/Kuhtrift – haben Schutzmarkierungen. Das wollen die Grünen möglichst schnell ändern und machen die Angelegenheit in einem Antrag an den Rat dringend. Foto: Jürgen Vahle

Gefahrenstellen beseitigen

Die Bündnisgrünen sehen sich nach Abschluss der kreisweiten Aktion Stadtradeln, bei der Warburg mit 50.429 Kilometern den ersten Platz belegt hat, in ihren Bemühungen bestätigt: Sie fordern, dass dem Radverkehr in der Stadt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Beim Stadtradeln haben die teilnehmenden Bürger auch auf Gefahrenstellen hingewiesen, die die Grünen nun beseitigt sehen wollen – und das unabhängig von der Wahl und möglichst zeitnah.

Vor allem geht es den Bündnisgrünen zunächst um die Beseitigung von Gefahrenstellen am Paderborner Tor und an der Indus­triestraße. Dort ist es ihnen ein Dorn im Auge, dass die Radwege von Einfahrten oder Straßen gekreuzt werden, ohne dass dies als Gefahrenquelle deutlich kenntlich gemacht wird. Auch bei der Stadtradel-Aktion hatten einige Teilnehmer genau diesen baulichen Zustand kritisiert und als große Gefahrenquelle markiert.

Mit oranger Signalfarbe und Rad- und Fußweg-Symbol

Die Grünen wollen nun, dass die Radwege mit einer orangen Signalfarbe und einem Rad- und Fußweg-Symbol an den entsprechenden Stellen gekennzeichnet werden. Autofahrer würden in der Regel unbewusst bis zur Straße durchfahren, ohne auf Radler von links oder rechts zu achten, begründet Ratsherr Josef Schrader in seinem Antrag an den Rat. Die geforderten Markierungen, die den Verlauf des Radweges noch einmal verdeutlichen, seien mit wenig Aufwand rasch realisierbar, schreibt Josef Schrader weiter.

Der Vermessungstechniker hat seinem Antrag einige Fotos angehängt, die Gefahrenstellen zeigen und deutlich machen, wo solche Linien notwendig seien. Dazu gehören am Paderborner Tor beispielsweise stadtauswärts die Einfahrt zum Lidl-Markt oder zur Shell-Tankstelle. An der Industriestraße bemängelt Josef Schrader vor allem den Übergang zum Heidweg. Vorbildlich gelöst sei das Thema übrigens am Übergang Paderborner Tor zur Straße Am Heidweg/Kuhtrift.

Situation an der Desenbergstraße unbefriedigend

Unzufrieden sind die Grünen weiterhin auch mit der Situation an der Desenbergstraße. In einem zweiten Antrag für den Rat fordern sie dort Lösungen für Fuß- und Radfahrer. So soll der gerade erst erneuerte Fußweg als Rad- und Fußweg umgestaltet und mit entsprechenden Symbolen versehen werden. Auch dort sollten Zufahrten zu Grundstücken und Straßenabzweigungen mit oranger Farbe und weißen Symbolen markiert werden. Der hohe Bordstein an der Eisenbahnbrücke sollte gegen eine Absenkung ausgetauscht werden. Auch an der Desenbergstraße fordern die Grünen, dass die Arbeiten „kurzfristig umgesetzt werden“.

Kommentar

Jeder, der einmal mit dem Fahrrad das Paderborner Tor hochgeradelt ist, kennt die Situation. Beim Lidl überfährt jemand nach dem Einkaufen mit dem Auto den Radweg, um näher an die Straße zu kommen und einen besseren Blick auf den Verkehr zu haben. Den Radler beachtet der Autofahrer natürlich nicht. Wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss man dort eben vor dem Auto bremsen und anschließend gegen den Berg wieder langsam in Gang kommen.

Der Schwung ist weg. Aber das ist das kleinste Problem: Brenzliche Situationen gibt es dort bald täglich. Passiert ist allerdings noch nicht sehr viel. Das liegt wohl daran, dass die Radler damit rechnen, nicht erkannt zu werden – und einfach entsprechend vorsichtig sind.

Die Grünen wollen schon lange erreichen, dass Rad und Auto als gleichberechtigte Verkehrsmittel wahrgenommen werden. Wünschen kann man sich das schon. In dem von Autos dominierten ländlichen Raum wird es noch lange dauern, bis es so kommt. Aber Radfahrern mit ein paar Strichen mehr Sicherheit und Aufmerksamkeit zu verschaffen, ist sicher eine ganz gute Idee. Und vernünftige Vorschläge sollte man ja immer machen dürfen. Ob dieser der Grünen kurz vor der Wahl aber auch ein bisschen Wahlkampf ist, kann jeder für sich selbst beantworten. Jürgen Vahle

 

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