Warburger Bürgermeisterkandidaten nehmen Stellung
Was muss für Familien getan werden?

Warburg (WB). Warburg ist eine wachsende Stadt. „Was muss in Zukunft konkret getan werden, damit sich Familien in Warburg wohl fühlen?“, fragt das WESTFALEN-BLATT die drei Warburger Bürgermeisterkandidaten.

Samstag, 29.08.2020, 03:00 Uhr
Eine gute Kinderbetreuung ist ein wesentlicher Aspekt, damit sich Familien in Warburg wohlfühlen können. Dieser Ansicht sind alle drei Kandidaten, die sich für das Bürgermeisteramt in der Hansestadt bewerben. Foto: dpa
Eine gute Kinderbetreuung ist ein wesentlicher Aspekt, damit sich Familien in Warburg wohlfühlen können. Dieser Ansicht sind alle drei Kandidaten, die sich für das Bürgermeisteramt in der Hansestadt bewerben. Foto: dpa

Tobias Scherf (CDU):

Mir ist es wichtig, dass Warburg und die Dörfer liebens- und lebenswert und attraktiv auch für junge Familien sind. Als Vater von vier Kindern weiß ich, wie wichtig Betreuungsangebote im Kindergarten, in der Grundschule und den weiterführenden Schulen sind. Ob im Elternbeirat oder im Eigenbetrieb Gebäudemanagement, seit Jahrzehnten setze ich mich ehrenamtlich für gute Bildung ein.

Warburg hat als starke Stadt und attraktives Mittelzentrum zwischen Paderborn und Kassel ein großes Potential, Menschen für die Region zu gewinnen, die ländliches Leben genießen wollen und dennoch eine gute Infrastruktur benötigen. Ich setze mich ein für ausreichend Bauplätze in den Dörfern und der Kernstadt, für gute, flexible, vielfältige und flächendeckende Kinderbetreuung, für gut ausgerüstete Grundschulen vor Ort, für optimal aufgestellte Gymnasien, weiterführende Schulen und ein Berufsschulangebot in Warburg, für Kinder- und Jugendfreundlichkeit, etwa durch Einrichtung eines Jugendbeirates, für ein attraktives Angebot in den Bereichen Kultur, Tourismus und Veranstaltungen, für eine aktive Bürgergesellschaft, Vereine und Initiativen, für eine Weiterentwicklung der Zukunftswerkstätten in den Dörfern, um das Mitgestalten vor Ort zu leben und zu fördern.

Das Warburger Land ist schön! Ich möchte die Menschen einladen, sich hier wohlzufühlen und die Region als ihre (neue) Heimat zu sehen.

Eric Volmert (SPD):

Um Warburg für junge Familien noch attraktiver zu machen, müssen wir die für diese Zielgruppe wichtigen Themen zu Standortfaktoren für Warburg werden lassen. Wir brauchen nicht nur genug Kitaplätze, sondern ein Überangebot, als Anreiz, Warburg als Ort für das Aufwachsen der eigenen Kinder auszusuchen. Kitaplätze sollen beitragsfrei sein. In NRW ist Dank des „Gute Kita“-Gesetzes von Ministerin Giffey (SPD) auch das vorletzte Kita-Jahr ab August 2020 frei. Das verbliebene erste Jahr lässt sich in Kooperation zwischen Stadt und Kreis finanzieren. Betreuung muss bedarfsgerecht sein. Durch flexible Öffnungszeiten können wir die Kitas besser an den Alltag junger Familien anpassen und mit einem optimierten Betreuungsschlüssel auch die Bedürfnisse der Erzieherinnen und Erzieher beherzigen.

Neben den Spielplätzen möchte ich mehr Raum für Jugendliche, ihre Freizeit und ihre Ideen in unserer Stadt schaffen. Am besten entstehen solche Räume gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen. Das soll ein neues Jugendparlament mit Antragsrecht an den Stadtrat ermöglichen. Um Familien Platz zur Entfaltung zu geben, müssen wir weiter dafür sorgen, dass genügend Bauplätze vorhanden sind – insbesondere in unseren Ortschaften. Bezahlbarer Wohnraum muss stärker in den Fokus rücken.

Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft ist ein Konzept, das ich mir für Warburg gut vorstellen kann. Um junge Familien zukünftig besser zu begleiten, möchte ich einen hauptamtlichen Familienbeauftragten einsetzen, der sich um Fragen der Versorgung und Bildung von Familien und insbesondere von Alleinerziehenden kümmern soll.

Tatjana Lütkemeyer (Bürger Union):

Tatjana Lütkemeyer (Bürger Union): Erst einmal muss man feststellen, dass sich in den letzten Jahren viel getan hat. Es wurden die Kinderbetreuungsangebote für U3 stetig ausgebaut, wenn auch der Bedarf noch lang nicht gedeckt ist. Man hat an verschiedenen Kindergärten Erweiterungen auf den Weg gebracht. Man hat den Schulstandort durch die Einrichtung einer Sekundarschule gestärkt. Alles das sind die richtigen Wege, damit sich Familien in unserer Stadt wohlfühlen.

Das reicht aber noch lang nicht aus. Wir müssen die Schaffung von innovativen, flexiblen familienfreundlichen Arbeitsplätzen unterstützen und die dafür benötigten Rahmenbedingungen einrichten. Dazu gehört der weitere Ausbau von Betreuungsplätzen – egal für welche Altersgruppen auch nach 17 Uhr. Zudem müssten Familien bei den Betreuungskosten unterstützt werden. Damit sich Familien zukünftig auch in Warburg wohlfühlen, muss das Angebot an bezahlbarem Wohnraum unbedingt ausgebaut werden. Es muss ausreichend Bauland zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt Warburg als Schulträger muss die Digitalisierung an den Schulen vorantreiben.

Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, damit jedes Kind sein Recht auf Lernen wahrnehmen kann. Hierzu gehört insbesondere auch die Einrichtung von digitalen Klassenzimmern. Die Einrichtung von Hotspots ist ein weiterer Schritt, um ein flächendeckendes WLAN-Netz zur Verfügung zu stellen.

 

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