„Santatra“ nimmt die Arbeit nach der Corona-Pause wieder auf
Mit Madagaskar im Gespräch

Warburg (WB). Mitglieder des Warburger Vereins „Santatra – Partnerschaft mit den Menschen in Madagaskar“ haben sich zu einer kleinen Versammlung in Warburg-Bonenburg getroffen. der ursprünglich für März geplante Termin ist aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen.

Mittwoch, 16.09.2020, 03:01 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 03:10 Uhr
Telefonat mit Tafita in Madagaskar: Dagmar Feldmann, Vorsitzende von Santatra, und ihre Mitstreiter. Foto:
Telefonat mit Tafita in Madagaskar: Dagmar Feldmann, Vorsitzende von Santatra, und ihre Mitstreiter.

Projekt in Farafangana

Der 2018 gegründete Verein unterstützt ein Projekt in Farafangana, in dem sich Tafitasoa Bertrand Ogilvie, kurz Tafita, mit vier anderen madagassischen Mitarbeitern für die Regeneration der Natur sowie die Verbesserung der Lebens- und Einkommenssituation von inzwischen 120 Bauernfamilien einsetzt.

Tafita war 2010/2011 für ein Jahr auf dem Jugendbauernhof Hardehausen tätig. Sein Traum schon damals: Weiterentwicklung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in seiner Heimat.

Telefonat mit Partner-Verein

Um mehr von der aktuellen Lage zu erfahren, hatte Michael Hartmann, Gründungsmitglied von Santatra aus Solingen, die Idee, gemeinsam ein Telefonat mit dem Partner-Verein zu führen. Tafita versammelte zeitgleich zu dem Treffen in Bonenburg seine Mitarbeiter zum Telefonieren in Madagaskar um sich.

Natürlich ging es auch um die Frage, welchen Einfluss Corona auf die Lage vor Ort hat. Doch seien die Nebenwirkungen von Corona (teilweise Lockdown, vermehrte Kriminalität, weniger Geld zur Bekämpfung anderer Krankheiten) schwerwiegender als die Pandemie.

„Medikamente nicht finanzierbar“

„Derzeit grassiert wieder Malaria in den Küstenregionen und lebensnotwendige Medikamente sind für die Mehrheit der Bevölkerung nicht finanzierbar. Außerdem hat gerade jetzt die schwierige Jahreszeit vor der Ernte weiterer Feldfrüchte begonnen, so dass viele Menschen zu wenig zu essen haben“, berichtet „Santatra“ in einer Pressemeldung.

Im Projekt in Farafangana wird Jams angebaut, der ab November geerntet wird. Viele Bauern haben ihren Gemüseanbau erweitert und sorgen so für eine vielfältigere Ernährung ihrer Familie. Ein Teil der Ernten wird auch auf den lokalen Märkten abgesetzt und trägt zu kleinen Bargeldeinnahmen (rund zwölf Euro pro Jahr) bei. Auch wenn sich die Lage der Familien durch das Projekt verbessert hat, bleibt sie schwierig.

Geld nach Madagaskar schicken

Für die Vereinsmitglieder in Deutschland war es wegen Corona kaum möglich, Info- und Verkaufsstände zu machen und Vorträge zu halten. „Dank einer Reihe von Spenden haben wir aber das diesjährige Jahresbudget nach Madagaskar überweisen können und haben auch schon einen Teil des Jahresetats 2021 (18.000 Euro) angespart. Im Januar möchten wir die Hälfte nach Madagaskar schicken. Dazu fehlen uns noch rund 3500 Euro“, berichtet die Vorsitzende Dagmar Feldmann. 

Um die Lücke zu schließen, ist am 14. November ist ein Verkaufsstand in Bad Driburg geplant. Der Verein sammelt auch Kronkorken, die an einen Schrotthändler verkauft werden. Einige Mitglieder haben Marmelade gekocht, die auf Wunsch sogar nach Hause geliefert wird. Weitere Infos gibt es im Internet .

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