Großeinsätze bei Essentho – Hunderte Helfer im Einsatz
Zwei Waldbrände an einem Tag

Marsberg (WB). Zwei Waldbrände an einem Tag musste die Feuerwehr Marsberg bekämpfen. Nachdem am frühen Sonntagmorgen in einem Waldstück bei Essentho bereits ein halber Hektar Wald in Flammen stand, brach am Sonntagnachmittag ein weiteres Feuer aus.

Sonntag, 20.09.2020, 19:48 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 19:52 Uhr
Zwei Großbrände mussten die Marsberger Einsatzkräfte am Sonntag stemmen. Morgens und abends brannte es im Wald bei Essentho. Hunderte Helfer waren dabei im Einsatz, darunter auch viele aus dem Kreis Paderborn. Foto: Daniel Lüns
Zwei Großbrände mussten die Marsberger Einsatzkräfte am Sonntag stemmen. Morgens und abends brannte es im Wald bei Essentho. Hunderte Helfer waren dabei im Einsatz, darunter auch viele aus dem Kreis Paderborn. Foto: Daniel Lüns

Der erste Brand wütete im einem Wald nahe des Missionsheims in Essentho. Gegen 5.30 Uhr war zuerst die Löschgruppe Essentho aufgrund einer unklaren Rauchentwicklung in der Goldbuschstraße in Nähe des Missionsheims alarmiert worden. Die Meldung entpuppte sich vor Ort als Flächenbrand: Etwa ein halber Hektar Wald stand in Flammen.

Erstes Feuer schnell unter Kontrolle

Die Löschgruppen aus Meerhof, Westheim und Oesdorf und der Löschzug Marsberg wurden daher nachalarmiert. Auch der Löschzug aus Fürstenberg wurde mit seinem Tanklöschfahrzeug TLF 2000 angefordert, das speziell bei Waldbränden zum Einsatz kommt. Die Wehr brachte den Brand dank eines umfangreichen Löschangriffs schnell unter Kontrolle. Das Feuer breitete sich nicht weiter aus.

An der Einsatzstelle wurden drei Abschnitte gebildet: Die Brandbekämpfung, die Wasserversorgung und die Bereitstellung. Zur Brandbekämpfung wurden zunächst mehrere Strahlrohre eingesetzt, später auch ein Wasserwerfer des Löschzuges Fürstenberg. Dem Löschwasser wurde Schaummittel beigemischt, um die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen. So kann Wasser tiefer in den Brand eindringen. Der Löscheffekt kann so noch größer sein. „Diese Maßnahme zeigte einen schnellen Einsatzerfolg“, erklärt die Wehr.

Mehrere Trupps unter Atemschutz

Zu Einsatzbeginn gingen mehrere Trupps unter Atemschutz vor. Dabei waren zunächst die Einsatzkräfte aus Essentho und Meerhof im Einsatz. Um auch Glutnester in Baumkronen und Baumwipfeln löschen zu können, wurde der Wasserwerfer des Löschzugs Fürstenberg eingesetzt. Die Wasserversorgung wurde durch Hydranten und eine Zisterne sichergestellt. Einsatzkräfte aus Oesdorf und Westheim standen bereit, die ihre Kameraden bei der Brandbekämpfung ablösen konnten.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) rückte aus, um die Einsatzkräfte mit Essen und Getränken zu versorgen und den Eigenschutz der Einsatzkräfte sicherzustellen. Der Einsatz dauerte bis in den späten Morgen. Die Löschgruppe Essentho kontrollierte den ganzen Sonntag über die Einsatzstelle auf eventuelle Glutnester. Unter der Leitung von Wehrleiter Josef Straub waren 75 Einsatzkräfte der Feuerwehr und 15 Einsatzkräfte des DRK im Einsatz, ebenso die Polizei.

200 Feuerwehrleute waren am späten Sonntagnachmittag im Einsatz, um den zweiten Waldbrand bei Essentho zu löschen.

200 Feuerwehrleute waren am späten Sonntagnachmittag im Einsatz, um den zweiten Waldbrand bei Essentho zu löschen. Foto: Daniel Lüns

Für die Löschgruppe Essentho war das übrigens der dritte Einsatz innerhalb von zwölf Stunden: Am Samstagabend waren sie bereits zu einem Verkehrsunfall und einer unklaren Rauchentwicklung alarmiert worden. Am späten Sonntagnachmittag folgte dann Einsatz Nummer vier: In einem Waldstück nahe Essentho war ein weiteres Feuer ausgebrochen. 2000 Quadratmeter Wald und ein Haufen mit 150 Festmetern Holz standen in Flammen.

Dieser Brand war zwar kleiner, als der erste. Aber die Versorgung mit Löschwasser war viel schwieriger, erklärte Ralph Pohle, stellvertretender Sprecher der Feuerwehr Marsberg. 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Retter kamen aus Marsberg, Brilon und Olsberg.

Kreis Paderborn schickt sieben Tanklöschfahrzeuge

Zudem schicke der Kreis Paderborn sieben Tanklöschfahrzeuge und etwa 25 Einsatzkräfte zur Unterstützung in den Hochsauerlandkreis. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz, um die Brandherde zu lokalisieren.

Tanklöschfahrzeuge fuhren im Pendelverkehr zur Einsatzstelle, um vor Ort ein Wasserreservoir zu speisen. Auch Kräfte des DRK waren wieder im Einsatz. Der Einsatz zog sich aufgrund des schwierigen Geländes und der Löschwassersituation bis 19 Uhr hin. Zudem war das Einrichten einer Brandwache angedacht.

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