Künstler in Warburg singen für Beirut
Streben nach Frieden

Warburg (WB). Einem außergewöhnlichen Klang haben die Besucher des Benefizkonzerts „Ein Lied für Beirut“ am vergangenen Sonntag in der evangelischen Pfarrkirche Maria im Weinberg gelauscht. Die Melodie dieser Sprache ist selten in Warburg zu hören.

Montag, 21.09.2020, 22:13 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 22:40 Uhr
Libanesische Musik gemischt mit Jazz-Klängen von Georg Rox (links) waren am Sonntag in der evangelischen Pfarrkirche Maria im Weinberg zu hören. Medo Al Tenawi (Mitte) übersetzte die Texte für das Publikum ins Deutsche. Foto: Verena Schäfers-Michels
Libanesische Musik gemischt mit Jazz-Klängen von Georg Rox (links) waren am Sonntag in der evangelischen Pfarrkirche Maria im Weinberg zu hören. Medo Al Tenawi (Mitte) übersetzte die Texte für das Publikum ins Deutsche. Foto: Verena Schäfers-Michels

Unterstützt von der Familie Ahmad und Mitgliedern der Chorgemeinschaft Cantus Novus entführten Medo Al Tenawi an der Oud – einer Kurzhalslaute – und Jazzmusiker Georg Rox am Piano in die musikalische Welt des Libanon. Untermalt wurde das Konzert von einer Bildinstallation des Fotografen Johannes Müller, der seit fast zehn Jahren freiberuflich in Kriegs- und Krisengebieten fotografiert.

„Es ist ein nicht ganz gewöhnliches Konzert“, erklärte Karl-Heinz Bartsch, Pfarrer i.R., zu Beginn und wies darauf hin, dass er froh sei, dieses unter den gegebenen Umständen und mit den vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen umsetzen zu können.

Anlass des Benefizkonzerts war die Explosionskatastrophe in Beirut Anfang August dieses Jahres, bei der 300.000 Menschen ihr Zuhause verloren. In diesem Sinne hoffe er, so Bartsch, „dass der Abend die Anwesenden nachdenklich stimmen wird. Wie wenig müssen wir hier ertragen und wie klein sind unsere Einschränkungen im Vergleich zu anderen.“

Mitorganisator Hans Hermann Jansen von der Kulturstiftung Marienmünster formulierte diesen Aspekt weiter aus: „Wir kennen diese Katastrophe nur vom Fernsehen. Öffnen wir unsere Herzen und gehen nicht einfach weiter.“

Weiterhin lud er ein, die Bilder von Johannes Müller, die im Chorgestühl aufgestellt waren, nach dem Konzert aus der Nähe zu betrachten und auf sich wirken zu lassen.

In diversen Textimpulsen, die auf Deutsch oder Libanesisch mit deutscher Übersetzung wiedergegeben wurden, brachten die Sprecher das vorderasiatische Land am Mittelmeer den Zuhörern näher. Bereits im Alten Testament wurde es 45 Mal genannt, wobei sein Duft und seine Landschaft gepriesen wurden.

Mit einer Improvisation, die der Musiklehrer Medi Al Tenawi aus Kleve als „Streben nach Al Salam“ – Streben nach Frieden – betitelte, eröffneten er und der Brakeler Jazz-Pianist Georg Rox den musikalischen Teil, der eine Verbindung traditioneller, libanesischer Klänge verschiedener Epochen und deutscher Rhythmen schuf.

Von der Suche nach dem Liebsten in gesperrten Straßen und unter vertriebenen Menschen sangen Douha Asfour und Medo Al Tenawi in dem „Lied aus dem Libanon“.

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