Rotarier in Warburg setzten sich für weitere Impfungen ein – SMS-Spendenaktion vorgestellt
Ziel: Kinderlähmung weltweit ausrotten

Warburg (WB/vah). Das Corona-Virus hält die Welt in Atem. Aber es ist nicht der einzige Erreger, der zu schweren Krankheiten führen kann. Polioviren waren Jahrhunderte lang eine Geißel der Menschheit und Auslöser für die gefürchtete Kinderlähmung. Doch mittlerweile gilt das Poliovirus dank weltweiter Impfung als nahezu ausgerottet. Dass es auch in den letzten Winkeln der Erde besiegt werden kann, daran will der Warburger Rotary-Club mitarbeiten.

Samstag, 24.10.2020, 03:03 Uhr aktualisiert: 24.10.2020, 03:20 Uhr
Die beiden Warburger Chefärzte Martin Troeltsch (rechts) und Martin Becker werben für ein Projekt von Rotary International. Die Warburger wollen mithelfen, dass die Kinderlähmung weltweit ausgerottet wird. Foto: Jürgen Vahle
Die beiden Warburger Chefärzte Martin Troeltsch (rechts) und Martin Becker werben für ein Projekt von Rotary International. Die Warburger wollen mithelfen, dass die Kinderlähmung weltweit ausgerottet wird. Foto: Jürgen Vahle

Zum internationalen Welt-Polio-Tag an diesem Samstag haben Chefarzt Martin Troeltsch, Präsident des Rotary-Clubs Warburg, und Martin Becker, Chefarzt der Schmerz-Klinik am Helios Klinikum, eine besondere Spendenaktion vorgestellt, von der sie sich eine gute Resonanz erhoffen.

Impfung kostet einen Dollar

Seit zehn Jahren gibt es die Warburger Rotarier. Und seit zehn Jahren sammeln sie bei verschiedenen Anlässen und mit Aktionen Geld, das für die Schluckimpfung von Kindern in aller Welt gegen Kinderlähmung eingesetzt wird. „1000 bis 1200 Euro stellen wir aus Warburg jährlich dafür zur Verfügung“, berichtet Martin Troeltsch.

Eine Impfung koste etwa einen Dollar (derzeit 85 Cent). Mit dem Geld aus Warburg können also jährlich weltweit bis zu 1400 Kinder geschützt werden. Die Bill- und Melinda-Gates-Stiftung vervielfacht jeden gespendeten Dollar. 2,1 Milliarden Dollar habe Rotary International seit 1988 bereits für Polio-Impfungen gesammelt.

Der Anteil aus Warburg stammt aus privaten Spenden der 26 Mitglieder und aus den Erlösen der verschiedenen Veranstaltungen. Die Rotarier richten seit Jahren mit großem Erfolg beispielsweise einen Bücherflohmarkt in der Volksbank aus und sind mit Ständen auf der Oktoberwoche und beim Weihnachtsmarkt vertreten. Doch in diesem Jahr fällt alles aus. Und so hoffen die Rotarier in Warburg auf einen guten Erfolg einer einfachen Spendenmöglichkeit: der Charity-SMS.

Weltweit 173 Fälle bekannt

Wer beim Kampf gegen die furchtbare Kinderlähmung mithelfen will, kann einfach eine SMS an die Telefonnummer 81190 schicken. Über ein mitgesendetes Stichwort legen die Spender die Summe fest, die sie geben möchten und die dann ganz einfach mit der Telefonrechnung abgebucht wird.

Beim Stichwort „POLIO“ werden fünf Euro gespendet, beim Stichwort „POLIO1“ ist es ein Euro und beim Stichwort „POLIO10“ sind es 9,99 Euro. Pro SMS kommt noch die normale Sendegebühr des Mobilfunkvertrags hinzu (bei vielen Verträgen ist das inklusive). Das Geld geht mit geringen Abzügen für den Anbieter direkt an das Polio-Projekt der Rotarier.

Seit Ende August gelte die Kinderlähmung in Afrika als ausgerottet, weltweit seien noch 173 Fälle bekannt – in Pakistan und Afghanistan. Bis 2023 soll das Poliovirus vollends vom Erdball verschwunden sein, hoffen die beiden Warburger Mediziner.

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