Stadt Warburg vermutet im Jahr 2020 noch größeren Schaden – Steuerzahler zahlt
Wilde Müllhalden kosten 10.000 Euro

Warburg -

10.000 Euro sind viel Geld. Die Luxusreise lässt sich damit bezahlen, die neue Küche oder ein Auto. Stattdessen haben die Warburger diesen Betrag im vergangenen Jahr aber verloren. 10.000 Euro – so viel hat den Steuerzahler 2019 nämlich die Entsorgung wilder Müllkippen gekostet.

Dienstag, 24.11.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 21:10 Uhr
Natur, Wegekreuz, Müllsäcke: Dieser Müll wurde neben einem Wirtschaftsweg entsorgt.
Natur, Wegekreuz, Müllsäcke: Dieser Müll wurde neben einem Wirtschaftsweg entsorgt. Foto: Stadt Warburg

Die Abfallberge seien ein Dauerthema, sagt Wolfgang Voss, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes. Immer wieder tauche irgendwo einer auf, an den unmöglichsten Orten und mit dem denkwürdigsten Inhalt. „Das fängt beim Sack Hausmüll im Straßengraben an, geht über Altreifen, die in die Feldflur gelegt wurden, und endet bei einer kompletten Wohnzimmereinrichtung, die wir an der Kuhlemühle gefunden haben.“

In den meisten Fällen werde die Stadt durch aufmerksame Spaziergänger auf die Müllberge hingewiesen. Liegen bleiben könne der Unrat natürlich nicht. Daher rücke der städtische Bauhof aus und kümmere sich um die Entsorgung des Mülls. Auf den Kosten, die dadurch entstehen, „bleiben wir im Großen und Ganzen sitzen – beziehungsweise der Steuerzahler“, erklärt Voss.

Unrat enthält Hinweise auf alten Besitzer

Verursacher ausfindig zu machen gelinge etwa dann, wenn sich am Unrat ein Hinweis auf den alten Besitzer wiederfinde. „Dafür müssen unsere Mitarbeiter den stinkenden Abfall manchmal durchsuchen.“ Eine wirklich widerliche Tätigkeit, die aber mitunter zum Erfolg führe. „Wenn wir etwas gefunden haben, dann informieren wir die Abfallbehörde des Kreises Höxter. Die leitet ein Bußgeldverfahren ein. Und dann wird es teuer“, erklärt Voss.

Zusätzlich zur finanziellen Belastung ärgert den stellvertretenden Ordnungsamtschef die Skrupellosigkeit der Menschen. „Manchmal liegt auch ein Haufen Steine im Graben. Ein ganzer Anhänger voll. Total irre“, sagt Wolfgang Voss. „Und im Wäldchen zwischen Germete und Wormeln haben wir mal drei große Industriekühlschränke gefunden. Die waren schön in Reih‘ und Glied nebeneinander aufgestellt worden.“

Zum Abladen des Unrates in der Natur würden sich manche Menschen richtig Arbeit machen. Zum Transport der sperrigen Kühlschränke müssten mehrere Personen mit einem großen Fahrzeug oder Anhänger heimlich über die Nebenstraßen gefahren sein. Mitunter sei dieser Müll auch gefährlich. „Gerade bei alten Kühlschränken kann ja FCKW-haltiges Material auslaufen“, erklärt Wolfgang Voss. „Farbpötte, Verdünner und ähnliches sind auch immer wieder dabei.“ Alles Stoffe, die auf keinen Fall in die Natur gelangen sollten.

Viele Wege, Müll richtig zu entsorgen

Trotzdem täten sie es. Und zwar mit steigender Tendenz. „Langsam aber stetig nehmen die wilden Müllhalden zu“, sagt Voss mit Blick auf die vergangenen Jahre. „Und in 2020 werden wir den Betrag von 10.000 Euro sogar wohl überschreiten.“

Dabei gebe es mittlerweile so viele Wege, seinen Müll richtig, sicher und bequem loszuwerden. Je nach Art und Größe des Abfalls funktioniere das über den Hausmüll. Auch die Annahmestellen für Abfälle und Wertstoffe im Kreis Höxter seien zuständig – wie zum Beispiel für das Stadtgebiet Warburg die Firma Stratmann, Auf der Hellbecke 2, in Scherfede.

Abfallservice des Kreises

Den Abfallservice des Kreises und Tipps und Termine zum Thema erreichen Bürger über die kostenfreie Hotline 0800/1000637, per E-Mail an abfallservice@kreis-hoexter.de oder im Internet . Die Firma Stratmann ist erreichbar über Telefon 05642/ 98140 oder www.stratmann.de/de/standort/warburg-scherfede/

Der beste Müll aber sei der, der erst gar nicht entstehe. „Im Abfallkalender, den die Haushalte ein Mal im Jahr bekommen, stehen daher auch Tipps zur Müllvermeidung“, sagt Wolfgang Voss.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7692561?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
„Die Lage ist katastrophal“
Geschlossene Geschäfte, fast menschenleere Einkaufsstraßen – so wie hier in der Bielefelder Obernstraße sieht es in vielen deutschen Shoppingmeilen aus
Nachrichten-Ticker