Der neue Mobilitätsmanager Jan Kolditz hat 2021 viele Themen auf der Liste
Verkehrsfäden in Warburg zusammenbinden

Warburg -

Jan Kolditz aus Trendelburg ist der neue Mobilitätsmanager der Stadt Warburg. Er möchte die Stadt in Sachen Mobilität weiter nach vorne bringen.

Samstag, 28.11.2020, 03:26 Uhr aktualisiert: 28.11.2020, 03:30 Uhr
Warburgs Mobilitätsbeauftragter Jan Kolditz will dafür sorgen, dass die Stadt in Sachen Verkehr gut vernetzt ist.
Warburgs Mobilitätsbeauftragter Jan Kolditz will dafür sorgen, dass die Stadt in Sachen Verkehr gut vernetzt ist. Foto: Jürgen Vahle

Monatelang ist in Warburg nach einem Mobilitätsmanager gesucht worden. Und monatelang sind auf dem Schreibtisch dieses neuen Verkehrsexperten Themen und Probleme abgelegt worden, um die er sich kümmern soll – wenn er denn erst einmal da ist. Im März ist die vakante Stelle mit Jan Kolditz aus Trendelburg besetzt worden. Und der hat jetzt ordentlich zu tun.

Dem 29-Jährigen ist schnell klar geworden: Um den vielen Wünschen gerecht zu werden und die Probleme zu lösen, braucht es einen langen Atem. Aber Bange machen gilt nicht. Und so hat sich der Trendelburger, der in Dresden Kartographie studiert hat, an die Arbeit gemacht – und für das kommende Jahr einiges vor, um die Stadt in Sachen Mobilität weiter nach vorne zu bringen.

Schon viel Erfahrung gesammelt

Allein ist er nicht, denn mit dem Thema Mobilität sind auch andere Abteilungen der Stadtverwaltung, wie die Tourismusexperten und natürlich das Bauamt, betraut. Nicht zuletzt spielt es eine große Rolle beim neuen Innenstadtkonzept, das auch auf der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung Mitte Dezember steht.

Der „Mobilitätsbeauftragte der Stadtverwaltung“, das ist Jan Kolditz‘ offizielle Dienstbezeichnung, soll bei den vielen Verkehrsthemen „den Überblick behalten, die Fäden zusammenbinden, die Vernetzung verschiedener Systeme voranbringen“, wie Bürgermeister Tobias Scherf es beschreibt.

Und darin hat Jan Kolditz schon viel Erfahrung gesammelt. Parallel zu seinem Studium hat er den Aufbau und die Ausgestaltung des neuen Wanderwegs Schmetterlingssteig mit begleitet und die Vernetzung der Anrainerkommunen koordiniert. Auch die Ausschilderung im vergangenen Jahr lag in seiner Verantwortung.

Manches Thema auf der Liste

Nach seinem Amtsantritt in Warburg hatte Jan Kolditz in den ersten Monaten schon manches Thema auf der Liste, an dem er mal mehr, mal weniger intensiv beteiligt war. Den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen in Daseburg, Wormeln, Warburg und Bonenburg beispielsweise.

Die Anlage von Radschutzstreifen in Warburg (Calenberger Straße) und in Dössel, die Erneuerung von Radwegen in der Diemelaue (Austausch Pflaster), zwischen Scherfede und Bonenburg, zwischen Scherfede und Wrexen sowie zwischen Dalheim und Daseburg (Brauerei). Auch die Auswertung der Aktion Stadtradeln und das Aufstellen eines Mobilitätskonzeptes für die Holsterburg ist auf seinem Schreibtisch gelandet.

Gerne hätte sich Jan Kolditz auch mit den Experten in den Orten getroffen, den Ortsvorstehern und Ortsheimatpflegern, um zu hören, wo der Mobilitätsschuh drückt. „Das ging natürlich wegen der Corona-Pandemie nicht. Ich hoffe, dass das 2021 besser möglich ist“, sagt der Kartograph.

Warburg besser anbinden

Denn eines steht für den Trendelburger fest: Wenn man in Sachen Mobilität etwas erreichen will, muss man nicht nur Verkehrssysteme, sondern auch die Menschen in den Verkehrsbetriebe und Behörden mit der Bürgerschaft verknüpfen. Also hat sich Jan Kolditz aufgemacht, um sich ein Netzwerk an Ansprechpartnern aufzubauen. Denn auch seinem neuen Chef, Bürgermeister Tobias Scherf, liegt das Thema Mobilität am Herzen.

Der will, dass Warburg als größtes Mittelzentrum zwischen Paderborn und Kassel besser angebunden ist. Beim Bahnverkehr sollte es jede Stunde eine Verbindung nach Paderborn und Kassel geben. Dem Problem der spärlichen Buslinien in die Dörfer könne man womöglich mit einer flexiblen Vernetzung von ÖPNV, Anruf-Sammel-Taxis und Car-Sharing-Modellen begegnen.

Und beim Thema Radverkehr will Scherf sich nicht durch „die Betroffenheit einzelner Parteien treiben lassen, sondern in Ruhe ansehen, was man verbessern kann“, sagt der Bürgermeister. Und da setzt wiederum Jan Kolditz‘ Arbeit ein. Die bereits beschlossene Einrichtung einer Mobilstation für Radler am Bahnhof hat er für 2021 auf seiner Tätigkeitsliste. Den barrierefreien Ausbau der Haltestellen in Menne, Nörde, Germete, Calenberg, Dalheim und Dössel ebenfalls.

Verbindung zu anderen Netzen

Um in Zukunft auch bei Förderprogrammen von Bund und Land bessere Chancen zu haben, will er ein Radverkehrskonzept aufstellen – ein erster Schritt für das Mobilitätskonzept, das wiederum auch Teil des Innenstadtkonzeptes ist. Auch die Bahnhaltestelle Scherfede nimmt Kolditz in den Fokus. Sie soll besser an das Radwegenetz angebunden werden.

Besonders am Herzen liegt dem 29-Jährigen, die Radwege in Warburg an die bestehenden Netze in den Nachbarstädten anzubinden. 2021 soll daher eine neue Radroute zwischen Warburg und Breuna über Calenberg und Oberlistingen ausgewiesen werden. „Von Breuna aus hat man dann Anschluss an das gut ausgebaute nordhessische Netz“, berichtet Jan Kolditz.

Auch eine Verknüpfung der Radwege an die Verbindungen in Willebadessen und Lichtenau stehen auf seinem Plan, denn in diesen Kommunen sei man mit der Ausweisung von Radwegen deutlich weiter als in Warburg. Aber Jan Kolditz ist ja auch angetreten, damit die Hansestadt genau hier wieder Boden gutmacht.

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