Hausnummer eins: Initiative aus Bad Driburg unterstützt den ländlichen Raum in Südafrika seit 2002
Yebo schenkt Hoffnung in der Krise

Bad Driburg/Dringenberg -

Mit Herzblut und Leidenschaft engagiert sich Edeltraud Parensen als Vorsitzende der Yebo-Zululand-Initiativen seit 2002 für Menschen in der ländlichen Region Südafrikas. Gemeinsam mit dem WESTFALEN-BLATT blickt sie auf ein Jahr mit besonderen Herausforderungen zurück – denn die Corona-Pandemie hat die Situation in Südafrika noch einmal verschärft.

Dienstag, 01.12.2020, 06:20 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 08:14 Uhr
Kinder begrüßen Edeltraud Parensen bei ihrer Ankunft am Kindergarten in Dumayo – Dankbarkeit sei eine große Motivation, sagt sie.
Kinder begrüßen Edeltraud Parensen bei ihrer Ankunft am Kindergarten in Dumayo – Dankbarkeit sei eine große Motivation, sagt sie. Foto: Yebo

Edeltraud Parensen wohnt seit ihrem Umzug von Dringenberg nach Bad Driburg in der Leipziger Straße 1 – eine Hausnummer, die für sie eine Botschaft enthält: „Die Eins steht für mich für Neuanfang, Herausforderung, Hoffnung und Vision. Das passt ganz gut zu meinem Leben und zur derzeitigen Corona-Situation“, sagt die 75-Jährige mit einem Augenzwinkern. Gemeinsam mit „einem wunderbaren Team“ unterstützt sie bereits seit 2002 Initiativen, die das Leben auf dem Land in Südafrika zukunftsfähig machen. „Die Region KwaZulu/Natal ist von hoher Arbeitslosigkeit und mangelnder Infrastruktur betroffen. Und dennoch gibt es dort junge Menschen mit Schulbildung und Unternehmensgeist, denen wir mit unserem Einsatz eine echte Chance geben möchten“, erläutert sie.

Edeltraud Parensen ist Vorsitzende der Yebo-Initiativen. Die Hausnummer eins hat für sie eine besondere Bedeutung.

Edeltraud Parensen ist Vorsitzende der Yebo-Initiativen. Die Hausnummer eins hat für sie eine besondere Bedeutung. Foto: Dennis Pape

Das erste Projekt der Initiative, die in Dringenberg gegründet worden und dort immer noch fest verwurzelt ist, war der Aufbau einer Sonderschule für Kinder mit Behinderungen. Sie wird nun in staatlicher Trägerschaft weiter entwickelt. „2010 haben wir dann den Bau eines Kindergartens im Hinterland von Eshowe ermöglicht. Nicht selten leben dort bereits kleine Kinder in einem schwierigen sozialen Umfeld. Dort können sie nun unbeschwert spielen und lernen. Außerdem erhalten sie ein Mittagessen – das ist keine Selbstverständlichkeit“ erklärt Parensen.

Darüber hinaus werden Kinder, die zum Teil ohne Eltern aufwachsen müssen, mit Lebensmitteln und Schulkleidung versorgt. „Wir fördern auch Schüler und Studenten, die Gebühren und Fahrtkosten nicht bezahlen können“, sagt sie. Weitere Schwerpunkte der Helfer aus dem Kreis Höxter sind die Förderung von landwirtschaftlichen Projekten für den Eigenbedarf und den Verkauf sowie Nähkurse für Frauen, die so zum Unterhalt der Familie beitragen können – Hilfe zur Selbsthilfe ist die Devise.

Landwirtschaftliche Projekte werden gefördert.

Landwirtschaftliche Projekte werden gefördert. Foto: Yebo

Edeltraud Parensen ist Anfang des Jahres selbst einmal mehr in Südafrika gewesen, für August war eine weitere Reise geplant – Corona hat ihr jedoch einen Strich durch diese Rechnung gemacht. „Das bedaure ich sehr. Den Menschen dort unten ist es extrem wichtig, dass wir präsent sind – es ist für sie ein Zeichen der Wertschätzung.“ Den ländlichen Raum, in dem Yebo seit 2002 wirkt, habe die Pandemie besonders hart getroffen. „Es sterben viele Menschen, die gar nicht in die Statistik einfließen. Über einen langen Zeitraum wurde das öffentliche Leben praktisch komplett heruntergefahren, viele müssen sich seitdem ohne Arbeit über Wasser halten“, so die pensionierte Lehrerin.

Begegnungen mit den Menschen sind für Edeltraud Parensen etwas Besonderes – nicht zuletzt mit den ganz jungen Südafrikanern.

Begegnungen mit den Menschen sind für Edeltraud Parensen etwas Besonderes – nicht zuletzt mit den ganz jungen Südafrikanern. Foto: Yebo

In diesen besonders schweren Zeiten sind es die Yebo-Initiativen, die Hoffnung spenden, wie Edeltraud Parensen erläutert: „Es gibt auch gute Nachrichten in diesem so besonderen Jahr. Wir haben beispielsweise Mittel vom Entwicklungshilfe-Ministerium generieren können – damit stehen uns für Projekte 60.000 Euro zur Verfügung, von denen wir als Verein zehn Prozent aufbringen müssen.“ So konnten im Juli erste Spenden an die Ärmsten in Form von Lebensmittelpaketen und Wolldecken verteilt werden. Mütter und Großmütter bedankten sich mit einem herzlichen „Ngiyabonga“ für die Unterstützung, die unter anderem von Pfarrer Zuma organisiert worden war. „Die Zusammenarbeit mit der Diözese und unseren einheimischen Koordinatoren vor Ort ist extrem wichtig. So können wir garantieren, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, sagt die Bad Driburgerin. Ebenfalls positiv sei die Entwicklung im Bereich der landwirtschaftlichen Entwicklung und der Nähkurse. „Es gibt mittlerweile acht Gemeinschaftsgärten und zehn Nähgruppen. Das zeigt auch, dass die Menschen gewillt sind, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Man muss ihnen nur die Möglichkeit dazu geben.“

Mütter und Großmütter freuen sich über Lebensmittelspenden, die sie als Corona-Rettungsschirm von den Yebo-Initiativen erreicht haben. Getragen werden sie traditionell auf dem Kopf.

Mütter und Großmütter freuen sich über Lebensmittelspenden, die sie als Corona-Rettungsschirm von den Yebo-Initiativen erreicht haben. Getragen werden sie traditionell auf dem Kopf. Foto: Yebo

Unterstützung erfährt Yebo auch vom Dorfladen Dringenberg: Da der traditionelle Adventsbasar, durch den Mittagessen für Kinder finanziert werden, in diesem Jahr nicht stattfinden kann, wird Handgemachtes der Grundschule und Caritas im Geschäft an der Burgstraße angeboten.

Dankbarkeit und grenzenlose Zuversicht sei die größte Motivation für Edeltraud Parensen und ihr starkes Team. Was die Initiative aus Deutschland für die Hilfsbedürftigen bedeutet, erläutert B.D. Xulu aus Südafrika: „Ein Mensch ist ein Mensch durch andere. Auch, wenn wir zuweilen kämpfen, es gibt Freunde, die uns mögen. Ihr seid ein Zeichen der Hoffnung für uns. Ihr habt Menschen ermöglicht, ihren Wert und ihre Würde zu erkennen. Sie können in eine hellere Zukunft blicken.“

www.yebo-initiativen.de

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