Kurhessenbahn stoppt zwischen Volkmarsen und Külte – Bundespolizei fahndet nach dem Täter
Erneut Puppe auf Schienen gelegt

Warburg/Volkmarsen/Marsberg -

Einen Schock hat am Donnerstag gegen 21.30 Uhr ein 44-jähriger Lokführer der Kurhessenbahn erlitten. Weil er glaubte, einen Menschen überfahren zu haben, leitete er zwischen Volkmarsen und Külte eine Schnellbremsung ein. Das Unfallopfer war aber eine Puppe. Es ist der zweite Vorfall dieser Art in der Region.

Freitag, 22.01.2021, 20:02 Uhr aktualisiert: 23.01.2021, 06:22 Uhr
Nach der Kollision mit einer Puppe hat ein Lokführer die Kurhessenbahn zwischen Volkmarsen und Külte angehalten. Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art in den vergangenen Tagen. Zuletzt gab es einen solchen Unfall in Marsberg.
Nach der Kollision mit einer Puppe hat ein Lokführer die Kurhessenbahn zwischen Volkmarsen und Külte angehalten. Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art in den vergangenen Tagen. Zuletzt gab es einen solchen Unfall in Marsberg. Foto: Bundespolizeiinspektion Kassel

Nach dem Vorfall musste der Lokführer abgelöst werden. Auch die Reisenden im Zug wurden überrascht. Bei Schnellbremsungen können sich Fahrgäste durch Stürze oder umherfliegende Gegenstände schwer verletzten. Nach ersten Ermittlungen gab es aber keine Opfer.

„Solche Taten sind keine Dummejungenstreiche, sondern gravierende Straftaten“, ärgert sich Klaus Arend, Sprecher der Bundespolizei in Kassel: „Wer Gleise betritt, um dort beispielsweise Hindernisse zu deponieren, bringt nicht nur sich selbst, sondern auch Dritte in Gefahr. Bei Unfällen können, neben strafrechtlichen Konsequenzen, auch zivilrechtliche Folgen, in Form von Schadensersatzansprüchen, auf die Verursacher zukommen.“

Diese lebensgroße Puppe war mit dem Rücken zum Zug auf die Gleise bei Volkmarsen gesetzt worden.

Diese lebensgroße Puppe war mit dem Rücken zum Zug auf die Gleise bei Volkmarsen gesetzt worden. Foto: Bundespolizeiinspektion Kassel

Nach der ersten Aufregung im Bereich des Bahnüberganges an der L3080 (zwischen Volkmarsen und Külte) stellte sich heraus, dass es sich um eine selbst gebaute Puppe handelte. „Das war aber für den Lokführer nicht zu erkennen. Die Puppe war mit echter Kleidung versehen und saß mit dem Rücken zur Fahrtrichtung auf den Gleisen“, berichtet Klaus Arend weiter. Wegen des Vorfalles war der Streckenabschnitt für eine Stunde gesperrt. Zwei Züge waren dadurch erhebliche verspätet.

Es war der zweite Fall dieser Art in der vergangenen Woche in der Region. Wie berichtet, hatte ein 49-jähriger Lokführer am Mittwochabend auf der Linie RE17 von Warburg nach Meschede auf Höhe der Straße Lange Ricke in Marsberg ebenfalls eine lebensgroße Puppe überfahren und anschließend den Zug angehalten.

Diese lebensgroße Puppe war mit dem Rücken zum Zug auf die Gleise bei Volkmarsen gesetzt worden.

Diese lebensgroße Puppe war mit dem Rücken zum Zug auf die Gleise bei Volkmarsen gesetzt worden. Foto: Bundespolizeiinspektion Kassel

Bundespolizei, Feuerwehr sowie die Polizei des Hochsauerlandkreises waren zum Unfallort geeilt. Auch in diesem Fall stellte sich heraus, dass es sich um eine aus Holz, Füllmaterial und Bekleidung gebaute Puppe handelte.

Auch in Marsberg erlitt der Lokführer einen Schock und gab an, dass die Puppe so auf die Gleise gesetzt worden war, dass er nur ihren Rücken habe sehen können. Verletzt wurde auch dort niemand. Die Fahrgäste mussten aber von der Feuerwehr zu einem nahe gelegenen Bahnübergang gebracht werden und mit einem Taxi weiterreisen.

Die Bundespolizei in Dortmund ermittelt nun im Marsberger Fall. Für den Vorfall bei Volkmarsen ist die Bundespolizeiinspektion Kassel zuständig. Sie hat ein Strafverfahren eingeleitet. Zeugen sollen sich unter Telefon 0561/816160 melden.

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