Auf die Vereine und die Stadt rollen große Investitionen zu – Brandschutz muss verbessert werden
Viel Arbeit nach dem Hallen-TÜV

Warburg -

Viele Schützen- und Hallenbetreibervereine in Warburg sind irritiert. Grund ist eine Prüfung der Schützen- und Gemeindehallen durch Mitarbeiter des Kreisbauamtes. In der Folge muss nun in vielen Ortschaften offenbar viel Geld vor allem in den Brandschutz investiert werden.

Montag, 22.02.2021, 03:00 Uhr
In der Weldaer Iberg-Halle mussten auf Anordnung des Kreisbauamtes acht Mängel unverzüglich beseitigt werden. Vereinsvertreter kritisieren die in diesem Jahr besonders scharfe Prüfung der Behörde.
In der Weldaer Iberg-Halle mussten auf Anordnung des Kreisbauamtes acht Mängel unverzüglich beseitigt werden. Vereinsvertreter kritisieren die in diesem Jahr besonders scharfe Prüfung der Behörde. Foto: Jürgen Vahle

Die Stadt Warburg hat sich eingeschaltet und will alle an einen Tisch holen. Landrat Michael Stickeln verspricht, dass in jedem einzelnen Fall tragbare Lösungen gefunden werden.

Turnusgemäß werden die Hallen alle drei Jahre vom Kreis überprüft. Grundlage ist eine Verordnung des Landes für Sonderbauten, zu denen auch Festhallen zählen. Das lief in der Vergangenheit auch immer relativ geräuschlos ab. Auftretende Mängel wurden besprochen und beseitigt.

Sehr viel wurde aber in der Regel auch nicht bemängelt, berichten die Vereinsvorsitzenden übereinstimmend. „Das war höchstens mal ein fehlender Erste-Hilfe-Kasten oder eine defekte Notbeleuchtung“, berichtet Weldas Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt über die Iberg-Halle.

Bei Begehung reichlich Punkte kritisiert

Doch in den vergangenen Coronamonaten wurden von den Bauexperten der Kreisbehörde bei der jetzt anstehenden Begehung reichlich Punkte kritisiert, die zum Teil unverzüglich behoben werden sollen. In Welda müssen beispielsweise verschiedene, seit Jahren von der Kolpingsfamilie, den Schützen oder dem Dorfarchiv genutzte Lagerräume leergeräumt oder mit Brandschutztüren versehen werden. Im Treppenhaus wurden Bierzeltgarnituren und eine Tischtennisplatte unter der Treppe gelagert. Das muss alles weg, weil sie im Brandfall Feuer fangen könnten oder im Fluchtweg stehen.

In Daseburg soll in die Behindertentoilette ein Rauchabzug nach draußen eingebaut werden. Außerdem sollen auch in der Desenberghalle Räume, die seit Jahrzehnten zur Lagerung von Materialien genutzt werden, ausgeräumt werden.

In Germete haben die Schützen einen alten Lagerraum im Dachgeschoss vor Jahrzehnten halb im Scherz als Sektbar an den Schützenfesttagen genutzt. Die Sektbar zum Fest gibt es im Luftkurort zwar schon 30 Jahre nicht mehr. Bei der Prüfung fiel jedoch ein altes Schild mit der Aufschrift „Sektbar“ auf. Jetzt sollen die Schützen als Inhaber nachweisen, dass der Lagerraum tatsächlich keine Sektbar ist. Auch in Bonenburg, Dössel und anderen Hallen gab es Probleme.

Auslegung der Verordnung ist eine andere geworden

Vereinsvorsitzende und Hallenwarte sind irritiert, dass Dinge, die Jahrzehnte kein Problem waren, plötzlich nicht mehr in Ordnung sein sollen, wie Weldas Ortsvorsteher und CDU-Fraktionschef Hubertus Kuhaupt berichtet. Er wundert sich gar nicht so sehr über die Anordnungen des Kreisbauamtes an sich. Wenn Änderungen der Sicherheit der Besucher dienten, müssten sie auch umgesetzt werden. Er sei vielmehr erstaunt darüber, dass offenbar „mit einem Personalwechsel in der Behörde die Auslegung der Verordnung eine andere geworden ist“.

Kuhaupt macht darauf aufmerksam, dass in den Dörfern alles getan werde, um die Gebäude auf Stand zu halten. Mit der Beseitigung vieler Mängel im Brandschutz, die jetzt festgestellt wurden, seien die Vereine aber finanziell überfordert, zumal es seit Monaten keine Einnahmen gegeben habe.

Mängel sehr kurzfristig behoben

Auch in der Weldaer Halle mussten Mängel jetzt sehr kurzfristig behoben werden, berichtet der Ortsvorsteher. „Mitten in der Pandemie. Ein Wahnsinn. Die Halle wird doch bis April sowieso nicht genutzt. Wo soll ich denn die Leute für einen Arbeitseinsatz herbekommen. Und wohin soll das Material kurzfristig überhaupt“, ärgert sich der Polizeibeamte.

Irgendwie hat es in Welda doch geklappt. Und die meisten Hallenbetreiber sehen die Vorgaben ein und wollen den Anordnungen auch schnell Folge leisten. Sie hoffen aber auf finanzielle Unterstützung der Stadt. Bei der Übernahme der einst städtischen Gebäude durch Vereine und Ehrenamtliche war vereinbart worden, dass größere Investitionen aus dem Stadtetat gestemmt werden. Und die dürften nun anstehen.

Warburgs Bürgermeister sagt Unterstützung zu

Warburgs Bürgermeister Tobias Scherf hat bereits Unterstützung zugesagt. Er setzt darauf, dass man sich die Maßnahmen in Ruhe anschaut und gemeinsam überlegt, wie und in welchem Zeitrahmen sie umgesetzt werden können. Die Stadt werde Wort halten. Dazu soll es Anfang März auch ein Treffen mit dem Kreisbauamt geben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7830967?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Nullnummer beim Kramer-Debüt
Torwart Stefan Ortega hielt in der Schlussphase den Bielefelder Punkt fest.
Nachrichten-Ticker