Lebensgroße Puppen bei Volkmarsen und Marsberg auf die Gleise gesetzt
Junge Männer unter Verdacht

Warburg/Volkmarsen/Marsberg -

Was sich Ende Januar als Schockmoment für zwei Lokführer darstellte, endete inzwischen in einem Ermittlungserfolg für die Bundespolizei in Kassel. Die Beamten haben in der vergangenen Woche einen 20-Jährigen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und einen 22-Jährigen aus dem Hochsauerlandkreis (NRW) als mögliche Täter ermittelt.

Montag, 22.02.2021, 21:30 Uhr
Solche selbst gebastelten und lebensgroßen Puppen sollen zwei junge Männer auf die Gleise gelegt haben.
Solche selbst gebastelten und lebensgroßen Puppen sollen zwei junge Männer auf die Gleise gelegt haben. Foto: Bundespolizei

Beide sind dringend verdächtig, in zwei Fällen menschenähnliche Puppen auf den Gleisen deponiert zu haben. Die Lokführer auf den betroffenen Bahnstrecken glaubten jeweils, einen echten Menschen zu überfahren und leiteten daher eine Schnellbremsung ein. Die Bahnbediensteten erlitten beide einen Schock und mussten arbeitsunfähig abgelöst werden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Die Bundespolizeiinspektion Kassel führte daher die Ermittlungen wegen des Verdachts eines gemeinschaftlich begangenen „Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“.

Die erste Tat ereignete sich am 20. Januar im Bereich Marsberg. Ein 49-jähriger Lokführer der Linie RE17, die von Warburg nach Meschede fährt, hatte angegeben, dass er womöglich eine im Gleis sitzende Person erfasst habe.

Einsatzkräfte der Bundespolizei, der Feuerwehr Obermarsberg sowie die Polizei des Hochsauerlandkreises rückten aus. Bei der Bergung der vermeintlichen Person stellte sich dann heraus, dass es sich hier um eine aus Holz, Füllmaterial und Bekleidung gebaute Puppe, ähnlich einer Vogelscheuche, handelte, die in Höhe der Straße Lange Ricke bei Marsberg auf die Gleise gesetzt worden war.

Nur einen Tag später gab es einen ähnlichen Vorfall im Bereich Volkmarsen. Ein 44-jähriger Lokführer der Kurhessenbahn erlitt einen Schock, weil er glaubte, bei Volkmarsen einen Menschen überfahren zu haben.

Auch dort war eine Puppe auf die Gleise gesetzt worden. Bundespolizisten durchsuchten nun im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kassel die Wohnungen der beiden Männer. Dabei stellten die Beamten zahlreiches Beweismaterial sicher, unter anderem auch Gegenstände, die bei der Tatausführung verwendet wurden. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen beide Männer jeweils ein Strafverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen dauern noch an.

„Solche Taten, bei denen die Gesundheit anderer gefährdet werden, sind keine Dummejungenstreiche, sondern gravierende Straftaten“, sagte die Polizeidirektorin Sonja Koch-Schulte, Leiterin der Bundespolizeiinspektion Kassel.

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