Heinrich Müller veröffentlicht persönliches Buch über Willebadessen
»Hasenknüste« rufen Kindheitserinnerungen wach

Willebadessen (WB). Mehrere Bücher über seine Heimatstadt Willebadessen und deren Vereine hat er bereits veröffentlich. Jetzt hat Heinrich Müller persönliche Erinnerungen niedergeschrieben. Zu lesen sind sie in seinem Buch »Hasenknüste«.

Mittwoch, 08.02.2017, 14:08 Uhr aktualisiert: 08.02.2017, 14:29 Uhr
Heinrich Müller mit seinem Buch »Hasenknüste«. Auf 155 Seiten stehen Erinnerungen an seine Heimatstadt Willebadessen. Zudem zeigt es 135 Fotos. Foto: Matthias Wippermann
Heinrich Müller mit seinem Buch »Hasenknüste«. Auf 155 Seiten stehen Erinnerungen an seine Heimatstadt Willebadessen. Zudem zeigt es 135 Fotos. Foto: Matthias Wippermann

»Zum Glück habe ich ab meinem 19. Lebensjahr besondere Ereignisse und Erlebnisse in meinem Tagebuch festgehalten. Das war mir sehr hilfreich«, berichtet Heinrich Müller .

Die Kapitel lauten beispielsweise »Meine ersten Erinnerungen«, »Meine Schulzeit«, »Aus fernen schönen Jugendtagen«, »Unsere Küche war ein Kanzleramt im Kleinen« oder »Der Fußball wurde zu meiner großen Leidenschaft«. Es gibt aber auch Titel wie »Unsere jüdischen Mitbürger, ihr Schicksal und Leid« oder »Ein furchtbarer Krieg nimmt seinen Anfang«.

In seinen Aufzeichnungen gehe es ihm darum, ein Stück seines Lebens festzuhalten, im Lichte wie im Schatten. »Die Arbeit an dem Buch war sehr emotional. Da wurden einige Erinnerungen wach«, erklärt Heinrich Müller. Es mache ihm Freude, in Gedanken den Plätzen seines Lebens, vor allem seiner Kinder- und Jugendjahre nachzugehen. »Meine Erinnerungen sind aber keine einseitigen Liebeserklärungen an eine ach so gute alte Zeit. Gerade in der Nachkriegszeit, als wir noch Kinder waren, mussten wir schon schwere Arbeit verrichten«, sagt der Autor.

Enkelsöhne geben den Anstoß

Er habe sich oft gefragt, warum keiner seiner Vorfahren die eigenen Geschichten festgehalten haben. »Das zu Bedauern ist eine Sache, die andere ist es, es besser zu machen«, meint Müller. Ein Erlebnis gab dann den letzten Anstoß. »Meine Enkelsöhne Johannes und Benedikt schenkten mir zu Weihnachten ein Buch mit dem Titel ›Papa erzähl doch mal‹. Sie hatten den Papa überklebt und einen Opa daraus gemacht«, berichtet er. »Durch dieses Geschenk reifte in mir der Gedanke, warum soll ich nicht das, was mein Gedächtnis gespeichert hat, niederschreiben.«

Doch wie kam er eigentlich auf den Buchtitel » Hasenknüste «? Müller erklärt: »Wenn mein Vater am Abend nach erledigter Feldarbeit heimkam, legte er gelegentlich ein kleines Reststück seines Butterbrotes auf den Tisch, das für uns Kinder bestimmt war. Er pflegte dann zu sagen: ›An diesem Knust haben zwei kleine Häschen geknabbert und darum schmeckt er besonders gut‹. Wir glaubten diese Aussage auch – und den Rest des Butterbrotes, also den Hasenknust, aßen wir als Kleinkinder sehr gern.«

Überblick über Willebadessen

Müller blickt in seinem Buch aber nicht nur auf seine Kindheit zurück. Luftbilder geben einen schönen Überblick auf Willebadessen im Jahr 1957. Das Kapitel »Lustig flattern die bunten Blätter am grünen Kranze« handelt zum Beispiel von den Aufbauarbeiten der Fernsehtürme (Mitte der 60-er und Anfang der 90-er Jahre). In dem Kapitel »Es wurde gelacht und geweint« erinnert Müller an die Theaterstücke des Männergesangvereins.

Die Vereine lagen und liegen ihm besonders am Herzen. So schrieb er bereits Chroniken für den Schützenverein, den Männergesangverein und den Sportverein. »Ich finde es wichtig, dass Lebenserinnerungen festgehalten werden, sonst gehen sie verloren«, sagt Müller. So passt nach seiner Meinung das Zitat aus dem Epos Dreizehnlinden von Friedrich Wilhelm Weber , das er sich als Spruch unter seinem Titel »Hasenknüste« ausgesucht hat, besonders gut: ­»...und da sich die neuen Tage aus dem Schutt der alten bauen, kann ein ungetrübtes Auge rückwärts blickend vorwärts schauen.«

Hilfe bei der Erstellung des Buches erhielt Heinrich Müller von zwei Personen aus Neuenheerse: Monika Arens übernahm etliche Schreibarbeiten, Christian Mertins die Gestaltung des Buches und die digitale Bildbearbeitung.

154 Seiten und 135 Fotos

Die erste Auflage des Buches, das 154 Seiten hat und 135 Fotos zeigt, verschenkte Heinrich Müller an Verwandtschaft und Freunde. Die zweite Auflage des Buches »Hasenknüste« kann in der Buchhandlung Isenbrand/Wiegers (Lange Straße 30, Willebadessen) für 15 Euro erworben werden. »Bei Bedarf wird eine dritte Auflage veröffentlicht«, sagt Müller, der das Buch seinen neun Enkelkindern widmet. Zwei von ihnen gaben ja auch den Anstoß, »Hasenknüste« zu schreiben.

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