Konstantin Freiherr von Wrede möchte Schloss Willebadessen ab 2018 neu beleben
Anstoß für ein Mehrgenerationenprojekt

Willebadessen (WB). Im ehemaligen Ackerstall sind die Handwerker bereits fleißig. Das Vorgebäude des Schlosses Willebadessen wird zurzeit zu einer Feier-Lokalität umgebaut. Auch für den Rest des Schlosses hat der Hausherr, Konstantin Freiherr von Wrede, große Pläne. Er möchte das Areal ab 2018 neu beleben.

Mittwoch, 18.10.2017, 10:02 Uhr aktualisiert: 19.10.2017, 10:04 Uhr
Der Eigentümer des Schlosses, Konstantin Freiherr von Wrede, freut sich darauf, das Gelände für die Zukunft neu aufzustellen. Das Hauptgebäude der Anlage, das Konventsgebäude (links), soll etwa für Tagungen und Schulungen zur Verfügung stehen. Foto: Daniel Lüns
Der Eigentümer des Schlosses, Konstantin Freiherr von Wrede, freut sich darauf, das Gelände für die Zukunft neu aufzustellen. Das Hauptgebäude der Anlage, das Konventsgebäude (links), soll etwa für Tagungen und Schulungen zur Verfügung stehen. Foto: Daniel Lüns

Touristen ansprechen

Die historische Klosteranlage, das Schloss und die zum Gutsbetrieb von Wrede gehörenden Wälder sollen zusammen das touristische Potential steigern und Gäste nach Willebadessen locken.

»Die vorhandenen Komponenten sollen dafür miteinander verbunden werden«, erklärt er. »Die ganze Anlage ist viel mehr wert als die Summer der Einzelteile.«

Mehrwert schaffen

Zum Beispiel besitze einer seiner Pächter, Andrea Thalmaier, einen Reitbetrieb. »Reiten kann noch mehr Spaß machen, wenn ich im Wald unterwegs bin, zwischendurch etwas essen kann und vor Ort auch übernachten kann«, sagt von Wrede.

»Das gleiche gilt natürlich auch für Firmenveranstaltungen oder auch Hochzeiten.« An dieser Stelle komme der ehemalige Ackerstall ins Spiel.

Stall wird umgebaut

Der ehemalige Ackerstall.

Der ehemalige Ackerstall. Foto: Daniel Lüns

Im westlichen Bereich dieses Gebäudes entstehe gerade eine Lokalität, die 200 Personen Platz biete und gemietet werden könne. »Wir sind mittendrin. Im Frühjahr 2018 sind wir fertig. Eine Handvoll Termine für 2018 sind bereits ausgebucht.«

Der westlichste Bereich des Stalles werde zu einer Gastronomie aufgebaut, in der Besucher essen und trinken könnten. Ein Pächter für dieses Bistro werde noch gesucht.

Vor Ort übernachten

Das ehemalige Seminarzentrum.

Das ehemalige Seminarzentrum. Foto: Daniel Lüns

Beim Thema Übernachten blickt Konstantin Freiherr von Wrede auf die Ackerscheune, dem ehemaligen Seminarzentrum gegenüber des Schlosses, das der Stadt Willebadessen gehört. Von Wrede würde den Komplex gerne übernehmen. Erste Gespräche mit der Stadtverwaltung habe es bereits gegeben.

Das Ensemble verfügt über etwa 20 Gästezimmer mit etwa 25 Betten und weiteren Seminarräumen, erklärt der Freiherr. Angedacht sei, alle Räume für Übernachtungsgäste herzurichten. »So könnte man die Bettenzahl sicher verdoppeln.« Langfristig könnte ein externer Betreiber diesen Betrieb führen.

Hochzeiten feiern

Der alte Braukeller.

Der alte Braukeller. Foto: Daniel Lüns

Hochzeitsgesellschaften zum Beispiel könnten dann am Schloss feiern und auch über Nacht bleiben. Von Wrede denkt darüber nach, sogar die Trauungen selbst im Schloss zu ermöglichen.

Dafür könne zum Beispiel der alte Braukeller mit seiner hohen Gewölbedecke wieder hergerichtet werden. Er liegt unter dem Äbtissinenhaus.

Tagungen abhalten

Auch im Schloss selbst könnten Paare den Bund fürs Leben schließen. Zudem solle das Hauptgebäude der Anlage, das Konventsgebäude, etwa für Tagungen und Schulungen zur Verfügung stehen.

Mit Lydia Kleeschulte aus Willebadessen habe der Hausherr auch bereits eine erste Partnerin gefunden. Ab 2018 könne die Kunstpädagogin vor Ort Kurse anbieten.

Wettbewerbe ausrichten

Um die großen Waldflächen zu beleben, hat Konstantin Freiherr von Wrede ebenfalls Kontakte geknüpft. So werde am 15. April 2018 der Landeswettbewerb im Orientierungslauf in Willebadessen ausgetragen.

Prof. Dr. Nikolaus Risch, der ehemalige Rektor und Präsident der Universität Paderborn und selber ein aktiver Orientierungsläufer, habe an den Plänen mitgewirkt.

Ziel: Bundeswettbewerb

Mithilfe von Karte und Kompass werden beim Orientierungslauf im Gelände mehrere Kontrollpunkte angelaufen. Von Wrede erwartet zu dem Ereignis mehr als 100 Läufer.

Zwei bis drei dieser Wettbewerbe seien am Schloss geplant. »Und wenn es gut läuft, dann bewerben wir uns danach als Austragungsort für den Bundeswettbewerb.«

Umsetzung dauert Jahre

Die Umsetzung all dieser Pläne werde Jahre dauern. »Das Schloss zurückzuholen war für mich eine Initialzündung«, erklärt der Freiherr. »Das hier ist ein Mehrgenerationenprojekt.« Dazu gehöre auch, das Schloss dauerhaft zu erhalten. Sanierungen seien erforderlich.

Mit Kristin Wichert, Leitung Ortskuratorium Paderborn und Höxter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, überlege er, welche Fördertöpfe dafür angezapft werden könnten. »Komplett ohne die öffentliche Hand wird es nicht gehen«, sagt von Wrede.

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