Protest im Kreis Höxter: Offener Brief gegen Windräder im Forst
Gegenwind von Waldbauern

Willebadessen (WB/dal). Gegen den Neubau von Windrädern im Wald haben sich jüngst 23 Waldbesitzer aus ganz Deutschland ausgesprochen, darunter Enoch Freiherr zu Guttenberg, der Vater von Ex-Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Drei der Unterzeichner besitzen insgesamt 1500 Hektar Wald im Kreis Höxter. Konstantin Freiherr von Wrede aus Willebadessen, Isa Freifrau von Elverfeldt aus Paderborn und Ferdinand Graf von Spiegel aus Borgholz.

Donnerstag, 30.11.2017, 12:31 Uhr aktualisiert: 30.11.2017, 12:34 Uhr
Die Waldbesitzer (von links) Ferdinand Graf von Spiegel, Isa Freifrau von Elverfeldt und Konstantin Freiherr von Wrede. Foto: Daniel Lüns
Die Waldbesitzer (von links) Ferdinand Graf von Spiegel, Isa Freifrau von Elverfeldt und Konstantin Freiherr von Wrede. Foto: Daniel Lüns

Früher hätten sie selbst darüber nachgedacht, Flächen am Wald für den Bau von Anlagen bereit zu stellen. Durch die Beschäftigung mit dem Thema hätten sie ihre Meinung aber grundlegend geändert. Positiven Aspekten stünden zu viele negative gegenüber. Die Eigentümer appellieren daher an andere Besitzer, ihre Flächen für die Vorhaben nicht freizugeben.

Wald ist der letzte Rückzugsort

Die Projekte würden dem Klima nicht helfen. Tieren und Menschen sogar schaden. Zudem stehe der Aufwand des Windenergieausbaus in keinem angemessenen Verhältnis zu den Ergebnissen.

»Wir haben in Deutschland 28.000 Windräder. Wenn wir etwa unsere Autos und Busse durch Windkraft elektrisch betreiben möchten, benötigen wir fast noch mal so viele«, sagt Ferdinand Graf von Spiegel. Windräder hätten zudem Auswirkungen auf den Tourismus.

»Man muss sich entscheiden: Möchte man eine Kulturlandschaft oder eine Wirtschaftslandschaft. Zwischen Paderborn und Buke haben wir ja schon ein riesiges Windenergiegebiet«, sagt Isa Freifrau von Elverfeldt.

Der Wald sei der einzige Rückzugsort, den es noch gebe. Die Verantwortung liege bei den Waldbesitzern, ihre Forste für die Nachwelt zu erhalten. »Wenn ich die Wahl zwischen Windenergieerträgen und Tourismus habe, entscheide ich mich für den Tourismus«, so von Wrede.

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