Schloss Schweckhausen: Handwerker bessern Schäden aus – Mängel waren enorm
Alter Turm bekommt neues Dach

Willebadessen (WB). In fünf Jahren wäre das Dach womöglich eingestürzt – wenn man jetzt nicht gehandelt hätte. So schätzt Zimmerermeister Peter Ahrens die Situation des Turmes auf der östlichen Seite des Schlosses Schweckhausen ein. Mit seinem Team baut er das Dach komplett neu auf.

Samstag, 09.12.2017, 13:00 Uhr
Der Turm auf der östlichen Seite des Schlosses Schweckhausen wird zurzeit saniert. Peter Ahrens (rechts) von der Zimmermeisterfirma Marx packt dabei mit an. Unter anderem ist der Zimmerermeister mit dem Bau des Turmdaches betraut. Dafür mussten komplette Balken ausgetauscht werden. Foto: Daniel Lüns
Der Turm auf der östlichen Seite des Schlosses Schweckhausen wird zurzeit saniert. Peter Ahrens (rechts) von der Zimmermeisterfirma Marx packt dabei mit an. Unter anderem ist der Zimmerermeister mit dem Bau des Turmdaches betraut. Dafür mussten komplette Balken ausgetauscht werden. Foto: Daniel Lüns

Handwerker vom Ausmaß der Schäden überrascht

Die Arbeiten gehören zu einem Paket an Maßnahmen, welche die Eigentümer des Schlosses, Stefan M. Rokoss und seine Frau Prof. Dr. Yu Ho-fang, in Schweckhausen umsetzen lassen (WB vom 14. September).

Das Areal soll instand gesetzt und neu belebt werden. So war bereits bekannt, dass das Traggestell des Turm-Flachdaches Mängel aufwies. Mindestens ein Trägerbalken des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert war marode.

Außen ist die Baustellen-Abdeckung gut zu erkennen.

Außen ist die Baustellen-Abdeckung gut zu erkennen. Foto: Daniel Lüns

Dennoch waren die Handwerker vom Ausmaß der Schäden überrascht. »Das war wirklich enorm. Tragende Balken waren bereits verformt oder sogar durchgebrochen«, erklärt Ahrens. Vermutlich durch das Eindringen von Wasser seien die massiven Träger im Laufe der Jahre zerstört worden. Auch die Wendeltreppe, die zum Dach hinaufführt, hatte sich zum Teil gelöst und schwankte bereits.

Holz durch Regenwasser beschädigt

Zunächst stabilisierten die Fachleute die Treppe. Dann bauten sie über dem Dach des Turmes aus Holzbalken und Planen eine provisorische Haube. So wurden die Handwerker bei der Arbeit in luftiger Höhe vor Wind und Wetter geschützt.

Anschließend bauten sie die Blechkappe des Turmes auseinander. Beim Abtragen des alten Daches kamen dann die großen Schäden zum Vorschein.

»Die Ebene bestand aus mehreren Schichten Beton und Zinkblech. Im Laufe der Jahre hat man wohl immer einfach eine Ebene über die andere gebaut«, erklärt der Zimmerermeister. Eine vernünftige Ausbesserung der Schäden sei aber wohl unterblieben. Insbesondere durch Risse und Spalten im Beton habe sich das Regenwasser seinen Weg ins Holz gesucht.

Bis Weihnachten sollen die Arbeiten erledigt sein

Beim Austauschen der Elemente griff das Team auf Winden und Seilzüge zurück – und jede Menge Muskelkraft. »Es sind genau 92 Stufen. Es gab für uns viele Gelegenheiten, das zu zählen. Jeder Eimer musste einzeln nach unten getragen werden«, sagt Peter Ahrens.

Im Gegenzug musste neues Baumaterial nach oben befördert werden. Zum Beispiel ein neuer Holzbalken, der 3,90 Meter lang und etwa 190 Kilo schwer ist. »Wir haben zu dritt fast den ganzen Tag dafür gebraucht, um den nach oben zu bekommen.«

Am 24. Oktober begannen die ersten Arbeiten am Schlossturm. Alleine das Abtragen des alten Materials und der Bau der provisorischen Haube dauerte etwa eineinhalb Wochen. Nach dem Verlegen der neuen Balken und dem Aufbau des neuen Daches soll die alte Blechkappe wieder auf dem Turm aufgebaut werden.

Auch sollen die Abflüsse vernünftig verlegt werden, damit das Regenwasser künftig besser ablaufen kann. Dabei ist auch die Maurerfirma Siebert im Einsatz. Bis spätestens Weihnachten sollen die Arbeiten erledigt sein.

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