Feuerwehrautos werden in Willebadessen wieder auf Vordermann gebracht
Nach dem Einsatz beginnt das Putzen

Willebadessen (WB). Wenn ein Feuerwehrauto nach einem Einsatz wieder vorm Gerätehaus vorfährt, ist die Arbeit der Helfer noch nicht getan. Der Wagen muss für das nächste Ausrücken wieder auf Vordermann gebracht werden. Das kann mehrere Stunden dauern.

Samstag, 10.03.2018, 13:00 Uhr aktualisiert: 10.03.2018, 14:16 Uhr
Wie wird ein Feuerwehrauto nach einem Einsatz wieder fit fürs ­nächste Ausrücken gemacht? Marco Janzen hat es anhand eines Feuerwehrautos erklärt. Janzen kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Löschzuges Peckelsheim. Foto: Daniel Lüns
Wie wird ein Feuerwehrauto nach einem Einsatz wieder fit fürs ­nächste Ausrücken gemacht? Marco Janzen hat es anhand eines Feuerwehrautos erklärt. Janzen kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Löschzuges Peckelsheim. Foto: Daniel Lüns

Marco Janzen kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Löschzuges Peckelsheim. Anhand des Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuges (HLF) der Truppe erklärt er, wie ein Wagen wieder einsatzbereit gemacht wird. Ob Menschenrettung, Brandbekämpfung oder technische Hilfeleistung – das HLF ist für die meisten Situationen gewappnet und rückt immer als erstes aus.

Entsprechend groß kann der Aufwand sein, es wieder flott zu machen. Denn grundsätzlich gilt: Alles an Bord, was bei einem Unglück genutzt oder verbraucht wurde, muss später auf seine Funktion überprüft, nachgefüllt oder ersetzt werden. »Wir gehen dabei nach der Priorität«, erklärt Janzen. Eine der ersten Maßnahmen: Den Wassertank befüllen.

Wassertank auffüllen

Etwa 2800 Liter führt der Wagen mit sich. An den Hydranten des Gerätehauses angeschlossen, läuft dieser binnen zehn Minuten wieder voll. »In der Zwischenzeit kümmern sich die Atemschutzgeräteträger um ihre Ausrüstung.« Vier Geräte-Sets führt das HLF mit. Die Sauerstoffflaschen und die Atemschutzmasken werden nach der Benutzung getauscht.

Dafür hält der Löschzug eine Reserve vor. »Die Flaschen werden wieder befüllt, die Masken gereinigt, desinfiziert und in Folie eingeschweißt«, sagt Janzen. Um die gebrauchten Utensilien kümmert sich die Freiwillige Feuerwehr Wolfhagen. »Das bieten die als Dienstleistung an.«

Schläuche auswechseln

Auch die benutzten Schläuche werden gegen trockene Leitungen getauscht. »Darum kümmert sich die Zentrale der Feuerwehr in Brakel. Wir sammeln die gebrauchten Schläuche am Gerätehaus in einem Behälter. Mitarbeiter aus Brakel holen ihn ab, wenn er voll ist«, erklärt der Pressesprecher. Insgesamt hat das Feuerwehrauto etwa 300 Meter Schläuche in diversen Größen an Bord.

»Diese Maßnahmen sind die Allerwichtigsten. Danach könnten wir sofort wieder los, wenn es einen neuen Einsatz gäbe. Das ist auch schon mal vorgekommen.« Bleibt der Melder aber ruhig, dann ist nun der Rest des Wagens an der Reihe. Wurde Schaumlöschmittel benutzt? Lief das Stromaggregat? Sind die Akkus der Funkgeräte voll? Diese und viele weitere Dinge stehen nun auf der Liste.

Feuerwehrauto reinigen

»Kontaminiertes Bindemittel zum Beispiel nehmen wir nach einem Einsatz wieder mit. Zu 90 Prozent muss es als Sondermüll entsorgt werden«, erklärt Marco Janzen. Wurden Rettungsspreizer und -schere benutzt, müssen deren Leitungen anschließend überprüft werden. »Da sind 630 Bar Öldruck drauf. Wenn ein Schlauch im Einsatz beschädigt wurde, kann das sehr gefährlich werden«, sagt Janzen. Zudem muss das ganze Auto gereinigt werden.

Wurden Gaswarngeräte eingesetzt, müssen diese neu kalibriert werden. »Dafür haben wir Prüfgas. Das Gerät muss dann anschließend anschlagen.« Kam die Wärmebildkamera zum Einsatz – das geschieht etwa beim Aufspüren von Glutnestern –, werden ihre Daten auf den PC überspielt. »Das dient der Einsatzdokumentation«, sagt Marco Janzen.

Einsatzbericht schreiben

Auch muss der Einsatzleiter einen Einsatzbericht schreiben. Darin kommen auch Details wie die Außentemperatur oder die Wetterverhältnisse zur Sprache. Zudem wird vermerkt, wer geschädigt wurde. »Es gibt ja auch kostenpflichtige Einsätze. So kann das später abgerechnet werden«, erklärt der Pressesprecher.

Je nachdem, was im Einsatz passiert ist, führen die Kameraden anschließend noch ein Gespräch mit einem Notfallseelsorger. Auch lassen sie das Ausrücken noch einmal gemeinsam kurz Revue passieren. Was lief gut? Was kann man künftig besser machen?

Leitstelle Bescheid sagen

Dann wird das Feuerwehrauto getankt. Janzen: »Aber nicht immer, da wir manchmal nur kurze Strecken zurücklegen. Wenn der Tank noch zu drei Vierteln voll ist, muss wieder getankt werden.«

Wenn der Wagen schließlich wieder in der Fahrzeughalle steht, wird der Einsatz im Fahrtenbuch vermerkt. Auch melden die Helfer der Kreisleitstelle der Feuerwehr, dass sie wieder einsatzbereit sind. Das geschieht per Knopfdruck über das Funkgerät des Autos.

Mehrere Stunden Arbeit

»Um das Fahrzeug kümmert sich in der Regel die Besatzung, die damit im Einsatz war. Je nachdem, was gemacht werden muss und wie viele Leute mithelfen, dauert das Ganze unterschiedlich lange«, erklärt Marco Janzen.

Im Durchschnitt nimmt das vorgestellte Prozedere eine Stunde Zeit in Anspruch. Oft sind die Helfer aber auch mehrere Stunden damit beschäftigt, den Wagen wieder einsatzbereit zu machen. Etwa dann, wenn er stark verschmutzt ist oder wenn viele Geräte gebraucht wurden. »Und das gilt nur für ein Auto. Wenn wir mit vier Wagen ausrücken, dann gilt das Ganze mal vier.«

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