Leader-Projekt von Willebadessen und Borgentreich endet
Leerstandsleitfaden ist fertig

Willebadessen/Borgentreich (WB). Der Leerstandsleitfaden der Städte Willebadessen und Borgentreich ist fertig. Die Bürgermeister Hans Hermann Bluhm und Rainer Rauch nahmen die gedruckten Bücher am Freitag in Empfang. Das Fazit des neuartigen Leader-Projektes fällt positiv aus.

Samstag, 01.12.2018, 11:00 Uhr
Über den fertigen Leerstandsleitfaden freuen sich (von links) Christiane Sasse (Leader-Regionalmanagement), Rainer Rauch (Bürgermeister Borgentreich), Hans Hermann Bluhm (Bürgermeister Willebadessen) und Hartmut Lüdeling (»Arge Dorfentwicklung«). Foto: Daniel Lüns
Über den fertigen Leerstandsleitfaden freuen sich (von links) Christiane Sasse (Leader-Regionalmanagement), Rainer Rauch (Bürgermeister Borgentreich), Hans Hermann Bluhm (Bürgermeister Willebadessen) und Hartmut Lüdeling (»Arge Dorfentwicklung«). Foto: Daniel Lüns

»Für mich ist das Thema Leerstand kein Schreckgespenst mehr«, sagte Bluhm. »Wir haben nun Tipps und Möglichkeiten bekommen, wie man damit umgehen kann. Das ist großartig.« Sein Amtskollege Rainer Rauch pflichtete ihm bei. »Leerstände werden wir immer haben. Aber wir sind nun auf einem Level, wo wir es gut kontrollieren können.« Dank des Leitfadens könne man optimistisch in die Zukunft blicken.

20 Monate lang – von März 2017 bis November 2018 – hatten die Kommunen den Leitfaden mit dem Projektbüro »Arge Dorfentwicklung« erarbeitet. Dabei ging es unter anderem darum, Leerstände zu erfassen, bei der Vermarktung zu helfen und Möglichkeiten der Sanierung und Umnutzung aufzuzeigen. Dafür wurden auch die Eigentümer der Gebäude angeschrieben. 53 von ihnen meldeten Interesse am Projekt an.

In der Bevölkerung ein Umdenken angestoßen

Etwa 94.000 Euro hat das Projekt gekostet. Dank Leader wurden davon etwa 61.000 Euro mit EU-Fördermitteln bezahlt. Den Rest der Summe brachten die beiden Städte als Eigenanteil auf. »Das war ein gutes und typisches Leader-Projekt«, bilanzierte Christiane Sasse vom Leader-Regionalmanagement. Die beiden Kommunen gingen damit aktiv ein Problem des ländlichen Raumes an.

»In der Bevölkerung wurde dadurch auch ein Umdenken angestoßen«, ergänzte ihre Kollegin Lia Potthast. In Willebadessen etwa habe sich eine Standortgemeinschaft etabliert, die durch Netzwerken dazu beitragen möchte, Leerstände zu vermitteln. »Ich denke, dass da noch viel entstehen kann. Auch aus dem Dorf heraus«, sagte Potthast. »Was sich in den Orten in Gang gesetzt hat, auch ohne unsere Einwirkung, ist erstaunlich«, sagte Hartmut Lüdeling (»Arge Dorfentwicklung«).

Von den Ergebnissen sollen auch andere Städte profitieren

Von den Ergebnissen des Projektes sollen unter anderem Kaufinteressierte, Eigentümer und Lokalpolitiker profitieren, aber auch andere Städte. »Im ländlichen Raum haben alle Kommunen dasselbe Problem«, sagte Lüdeling. Zudem könnten sie dieselben Hilfsmittel nutzen, wie etwa eine Abrissförderung des Landes NRW oder diverse staatliche Förderungsmöglichkeiten für den Kauf von Immobilien. Damit werde der Leitfaden der Städte Willebadessen und Borgentreich übertragbar.

Die gedruckten 500 Exemplare des etwa 140 Seiten starken Leitfadens werden nun unter den beiden Städten aufgeteilt. Zum Beispiel sollen sie an Ratsmitglieder und interessierte Bürger verteilt werden. Zudem soll das Werk auf den Internetseiten der beiden Kommunen hochgeladen werden. Dies soll in der kommenden Woche geschehen. Damit wird der Leerstandsleitfaden öffentlich und jederzeit einsehbar.

Immobilien-Plattform im Internet

Im Internet sollen auf absehbare Zeit auch Interessenten und Käufer zusammengeführt werden. Dafür hat sich die Stadt Borgen­treich bereits, wie berichtet, die bisher brach liegende Domain www.dorfhausmarkt.de gesichert. Das Büro »Arge Dorfentwicklung« wird aus den gewonnenen Daten Exposés bereitstellen, die dort eingepflegt werden sollen. Die Plattform wollen die beiden Städte gemeinsam betreuen und pflegen. Der Aufbau der Plattform soll bis zum Frühjahr 2019 beginnen.

Die Voraussetzungen, das Leerstandsproblem dauerhaft beherrschbar zu halten, scheinen günstig. »Da tut sich was«, sagte Bürgermeister Rainer Rauch. Borgentreich zum Beispiel freue sich zurzeit auch über die niedrigste Leerstandsquote seit dem Jahr 2011. »Ich glaube an die Renaissance des ländlichen Raumes«, sagte Rauch.

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