Gebäudekomplex in Willebadessen steht seit Jahren leer – Ehemaliges Seminarzentrum
Avenarius möchte Ackerscheune beleben

Willebadessen (WB). Seit Jahren steht die Ackerscheune im Herzen von Willebadessen leer, nun soll sie aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden. Joachim Avenarius, Inhaber des Hotels »Der Jägerhof«, möchte den Komplex neu beleben. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES gab der Rat dafür gestern Abend grünes Licht.

Mittwoch, 06.03.2019, 10:35 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 10:38 Uhr
Groß und markant ist der Komplex, der mitten im Herzen des Ortsteils steht – direkt gegenüber des Schlosses Willebadessen. Joachim Avenarius möchte das Gebäude gerne neu beleben. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES gab der Rat dafür gestern in nicht-öffentlicher Sitzung grünes Licht. Foto: Daniel Lüns
Groß und markant ist der Komplex, der mitten im Herzen des Ortsteils steht – direkt gegenüber des Schlosses Willebadessen. Joachim Avenarius möchte das Gebäude gerne neu beleben. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES gab der Rat dafür gestern in nicht-öffentlicher Sitzung grünes Licht. Foto: Daniel Lüns

Gesamtfläche beträgt 1456 Quadratmeter

Joachim und Sabine Avenarius.

Joachim und Sabine Avenarius. Foto: Daniel Lüns

Demnach sprachen sich die Willebadessener Lokalpolitiker in nicht-öffentlicher Sitzung einstimmig bei einer Enthaltung dafür aus, mit Avenarius einen Mietvertrag abzuschließen. Dem Vernehmen nach soll dieser ab April gelten und eine Laufzeit von zehn Jahren haben. Die Ackerscheune würde damit im Besitz der Stadt Willebadessen bleiben. Bereits am heutigen Mittwoch soll es eine Schlüsselübergabe geben.

Die Gesamtfläche des Komplexes beträgt 1456 Quadratmeter, auf den Anbau entfallen 448 Quadratmeter. In der Ackerscheune sind bisher neben Büro- und Verwaltungsbereichen auch Lehr- und Seminarräume, ein Saal mit Galerie und ein Wohn- und Schlafbereich untergebracht. Im Keller gibt es einen Saunabereich.

Hoteliers hatten 2017 Jägerhof übernommen

Künftig soll der Schwerpunkt auf dem Bereich Hotellerie liegen. Dem Vernehmen nach könnten in der Ackerscheune künftig vor allem Gruppen übernachten. Auch ein Frühstück soll es geben. Angedacht ist, es vom Hotel »Der Jägerhof« anliefern zu lassen. Wie viele Betten in der Ackerscheune entstehen sollen, ist noch unklar.

Joachim Avenarius und seine Frau Sabine haben sich in Bad Driburg einen Namen gemacht. Dort betreiben sie das Hotel Waldcafé Jäger, in dem 24 Zimmer mit 39 Betten zur Verfügung stehen. Am 1. Oktober 2017 hatte das Ehepaar offiziell den Jägerhof in Willebadessen übernommen. In 51 Zimmern stehen dort mehr als 100 Betten zur Verfügung. Zudem gibt es sieben Tagungsräume und einen Wellnessbereich. Durch das Mieten der Ackerscheune dürfte einer der größten Hotelbetriebe im Kreis Höxter entstehen.

Scheune war bis 2015 Seminarzentrum

Nach der Übernahme des Jägerhofes Ende 2017 stiegen 2018 die Übernachtungszahlen in der Eggestadt stark an. Zwischen Januar und Dezember kamen 10.938 Gäste nach Willebadessen – im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus von etwa 43 Prozent. Insgesamt wurden 29.282 Übernachtungen verzeichnet. Das sind etwa 50 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Vor dem Dornröschenschlaf hatte der gemeinnützige Verein Sozialnetzwerk Arche mit Sitz in Nürnberg die Ackerscheune von 2002 bis 2015 unter dem Namen Velcrea-Seminarzentrum geführt. Trotz einer zuletzt sehr guten Belegung konnte das Seminarzen­trum nach Angaben der Stadt und der Arche nicht wirtschaftlich betrieben werden. Als Grund dafür galten die energetisch mangelhafte Bausubstanz und die geringe Anzahl an Zimmern. Seit 2015 steht der Komplex leer.

Ein Kommentar von Daniel Lüns

Die Pläne für die Ackerscheune sind ein Paukenschlag für Willebadessen und ohne Zweifel eine Überraschung – aber eine schöne. Die Ackerscheune ist ein großes, komplexes und markantes Gebäude, das zudem mitten im Herzen das Ortes steht. Der langjährige Leerstand ist für Willebadessen wie eine klaffende Wunde.

Diese könnte nun geschlossen werden. Endlich! Die Eheleute Avenarius sind anerkannte Kaufleute, die in der Region einen guten Ruf besitzen. Ihr Engagement könnte den Ortsteil entscheidend voran bringen. Umso mehr werden nun sehnsüchtig ihre konkreten Ideen und Pläne erwartet.

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