Sanierung aus Sicht des Denkmalschutzes: LWL-Gebietsreferent am Schloss Schweckhausen
»Glücksfall und Herkulesaufgabe«

Willebadessen (WB). Alle Maßnahmen, die für das Schloss in Willebadessen-Schweckhausen geplant werden , landen auf dem Schreibtisch von Dr. Christoph Heuter. Der Gebietsreferent der LWL Denkmalpflege für den Kreis Höxter und die Stadt Dortmund begleitet das aufwendige Sanierungsvorhaben aus Sicht des Denkmalschutzes.

Dienstag, 23.04.2019, 07:02 Uhr aktualisiert: 23.04.2019, 08:32 Uhr
Dr. Christoph Heuter, Gebietsreferent der LWL Denkmalpflege für den Kreis Höxter und die Stadt Dortmund, bei einem Ortstermin am Schloss ­Schweckhausen. Den Aktenordner und die Kamera hat der Fachmann immer dabei. Foto: Daniel Lüns
Dr. Christoph Heuter, Gebietsreferent der LWL Denkmalpflege für den Kreis Höxter und die Stadt Dortmund, bei einem Ortstermin am Schloss ­Schweckhausen. Den Aktenordner und die Kamera hat der Fachmann immer dabei. Foto: Daniel Lüns

Um die Umsetzung des Denkmalschutzes kümmern sich in Nordrhein-Westfalen die Denkmalbehörden. Für die eingetragenen Bau- und Bodendenkmäler in Willebadessen ist die untere Denkmalbehörde der Eggestadt zuständig. Diese trifft ihre Entscheidungen in Absprache mit dem Denkmalpflegeamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Dessen Experten begutachten und begleiten die jeweiligen Vorhaben.

Blick der Fachleute geht sehr ins Detail

»Die Stadt wägt dann ab zwischen den Denkmalbelangen und den privaten und öffentlichen Belangen«, erklärt Heuter. Bei seiner Arbeit zieht der Gebietsreferent etwa Restauratoren oder Experten für Baugeschichte hinzu. Würde eine Maßnahme das Erscheinungsbild des Areals beeinträchtigen? Sind Sanierungspläne funktional oder historisch begründet – oder beides? Was muss unbedingt getan werden, um das Gebäude zu erhalten? Diese und viele weitere Fragen müssen geklärt werden, bevor die Arbeiter anrücken.

Dabei geht der Blick der Fachleute mitunter sehr ins Detail. Die Gestaltung des Daches wird ebenso geprüft wie der Austausch von Fenstern oder die genaue Rezeptur von verwendetem Fugenmörtel und Putz. »Eine vorausschauende Planung ist für uns daher wichtig«, sagt Heuter. Pluspunkt für Schweckhausen: Schlossherr Stefan M. Rokoss habe ein detailliertes, mehrseitiges Konzept seiner Sanierungspläne vorgelegt. »Das arbeiten wir nun seit einem halben Jahr nach und nach ab.«

»Es liegt noch viel Arbeit vor uns.«

Aus Sicht des Denkmalpflegeamtes kämen die Arbeiten gut voran. »Man hat hier mit grundlegenden Sachen angefangen und erst einmal Klarheit geschaffen«, erklärt Dr. Christoph Heuter. Das Sanieren des Turms an der Ostseite des Schlosses, der Beginn der Umgestaltung des Platzes an der Westseite oder auch die umfangreichen Holzschnittarbeiten im Februar gehörten dazu.

» Es ist schon viel passiert. Aber es liegt noch viel Arbeit vor uns«, sagt der Gebietsreferent. Er freut sich zum Beispiel darauf, wenn die Arbeiten im Inneren des Schlosses weitergehen. Die dortigen kunstvoll verzierten Stuckdecken aus dem 18. Jahrhundert gehörten zu den Schätzen, die das Gebäude noch beherbergt.

Für Burgen, Schlösser und Herrenhäuser zuständig

Die Wiederbelebung des Wasserschlosses bezeichnet der Fachmann als eine »Verbindung von Glücksfall und Herkulesaufgabe«. Seit 2007 ist Dr. Christoph Heuter als Gebietsreferent für die etwa 40 Burgen, Schlösser und Herrenhäuser im Kreis Höxter zuständig. »Und dieses Schloss ist in der Zeit erst das zweite Gebäude, in dem jahrhundertealte, zum Teil leerstehende Substanz so wiederhergestellt wird«, betont er.

Vor allem die Sanierung der beiden Pavillons, die vor dem Abriss standen, sei erwähnenswert. »Das war kein Glücksfall, das war ein Geschenk. Und zwar für den Ort und die ganze westfälische Denkmalpflege«, lobt Heuter. »Ich verbringe hier gerade viel Zeit. Aber ich verbringe sie hier gerne.«

So geht’s am Schloss Schweckhausen weiter

An der eingerüsteten Südseite des Schlosses werden Schäden an der Fassade ausgebessert. Danach wird eine Mischung aus Sand, Kalk und Zement aufgebracht. Auf diesem sogenannten Spritzbewurf soll der Putz aufgetragen werden, der dem Schloss ein neues Aussehen verleiht.

»In vier Wochen wollen wir damit fertig sein«, sagt Architekt Lothar Beltz. Mitte Mai soll das Gerüst an der Ostseite des Schlosses aufgebaut werden. Dann wird dort weitergearbeitet.

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