Fr., 24.05.2019

Ausstellung »geflohen, vertrieben – angekommen?!« wird gezeigt Flucht ist Thema in Eggeschule

Die Ausstellung haben (von rechts) Schulleiter Martin Sälzer, Hanna Hittmeyer (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) und (hinten, von links) Lehrerin Doris Arndt, Bürgermeister Hans Hermann Bluhm und Lehrer Thomas Hilgers mit Schülern besucht.

Die Ausstellung haben (von rechts) Schulleiter Martin Sälzer, Hanna Hittmeyer (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) und (hinten, von links) Lehrerin Doris Arndt, Bürgermeister Hans Hermann Bluhm und Lehrer Thomas Hilgers mit Schülern besucht. Foto: Daniel Lüns

Peckelsheim (WB/dal). Eine Ausstellung zum Thema »geflohen, vertrieben – angekommen?!« wird zurzeit in der Eggeschule in Peckelsheim gezeigt. Etwa 180 Schüler der Jahrgangsstufen acht bis zehn werden sie besuchen.

Die Ausstellung wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück erstellt. Gezeigt wird unter anderem, was Flucht eigentlich ist und welche Arten, Ursachen und Folgen es gibt. Neben der aktuellen Lage wird dabei auch Bezug auf die Geschichte genommen. So werden etwa die Flucht und Vertreibung der deutschen Juden und der Schlesier und Ostpreußen erklärt.

Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm begrüßte es, dass die Eggeschule die Ausstellung ausgeliehen hatte. »Die Themen Flucht und Vertreibung sind immer aktuell. An keinem Tag in der Geschichte hat es keine Vertreibung gegeben«, sagte er. »Die Ausstellung hilft dabei, sich eine eigene Meinung zum Thema zu bilden.«

Schulleiter Martin Sälzer schloss sich dem an. »Deutschland war auch immer ein Auswanderungs- und Migrationsland«, erklärte er. »Wenn man die Hintergründe unserer Flüchtlinge sieht, dann leben wir im Vergleich dazu im Schlaraffenland.«

Schüler informieren sich über NS-Vergangenheit

Hanna Hittmeyer, Bildungsreferentin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, brachte den Besuchern die Ausstellung näher. »Der geringste Teil der Fliehenden kommt überhaupt an. Die meisten sterben auf der Flucht«, erklärte sie. Die Aufarbeitung dieser Schicksale dauere Jahre – wenn nicht Jahrzehnte.

Jedes Jahr würden zum Beispiel noch 20.000 Tote aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. »Und wir gehen davon aus, dass das noch zwanzig Jahre lang so bleiben wird«, sagte Hittmeyer. Kaum vorstellbar also, wie lange etwa die Aufarbeitung des Syrienkrieges einmal dauern werde.

Die Ausstellung ist ein Baustein zum Thema Flucht und Vertreibung, mit dem sich die Schüler der Eggeschule beschäftigen. An der Wewelsburg (Kreis Paderborn), die zur SS-Ordensburg werden sollte, informieren sich Neuntklässler über den Nationalsozialismus und Verfolgung. In der Jahrgangsstufe Zehn fahren Schüler zum ehemaligen Konzen­trationslager Buchenwald.

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